Bei den Schalke-Fans kommt Breitenreiter schon gut an

Hier ein Lächeln, da ein Autogramm: Trainer André Breitenreiter kam gut an bei den Schalke-Fans.
Hier ein Lächeln, da ein Autogramm: Trainer André Breitenreiter kam gut an bei den Schalke-Fans.
Foto: Thomas Schmidtke / Funke Foto Services
Das erste Training war ein gegenseitiges Beschnuppern. Danach schreibt André Breitenreiter 21 Minuten lang Autogramme und kommt gut an.

Gelsenkirchen.. Besser hätte es für den kleinen Mika aus Bottrop nun wirklich nicht laufen können. Erst machte Julian Draxler ein Foto mit dem drei Jahre alten Knirps, dann Eric Maxim Choupo-Moting, und zum Schluss nahm André Breitenreiter den kecken Dreikäsehoch auch noch auf seinen Arm. „So, jetzt können wir gehen“, sagte der stolze Papa, während André Breitenreiter gerade mal auf der Hälfte seines langen Weges durch das Spalier der Fans angekommen war. Genau 21 Minuten lang schrieb der neue Trainer des FC Schalke 04 am Donnerstag Autogramme und lächelte fleißig in die Kameras der Anhänger – die Spieler standen längst schon unter der kalten Dusche, als „Breite“ fertig war. Geschafft.

Freundlicher Empfang für den neuen Trainer

Knapp zwei Stunden vorher war er pünktlich auf die Minute um 10 Uhr auf den Platz gekommen: Mit einem „Guten Morgen, hallo“ begrüßte der 41-Jährige die rund 1500 Schalker. Besonders angespannt sei er trotz der gewaltigen Aufgabe beim ersten Mal nicht gewesen: „Ich habe es schon verarbeitet, dass ich jetzt Schalke-Trainer bin. Deswegen war ich auch total ruhig.“ Die Fans machten es ihm aber auch leicht und empfingen ihn freundlich.

Auch auf dem Platz drängte sich Breitenreiter nicht in den Mittelpunkt. Es gab keine Feldherren-Pose und auch keine Kladde unterm Arm, wie sie sein Vorgänger Roberto Di Matteo beim Training stets bei sich trug – der neue Mann hatte lediglich einen kleinen Zettel für den Ablauf dabei. Die erste Übung nach dem Aufwärmen ließ er Sven Hübscher leiten, wenig später übernahm Volkan Bulut, den er aus Paderborn mitgebracht hat, das Kommando – jeder sollte sich einmal einbringen. Die Spieler wurden noch gnädig behandelt, auf dem Programm standen vor allem leichte Passübungen und zum Schluss Torschüsse. „Dinge, die die Zuschauer gerne sehen beim ersten Training“, schmunzelte Breitenreiter. Es ging ums gegenseitige Beschnuppern von Trainern, Spielern und Zuschauern.

Breitenreiter stellt neue Spielregeln auf

Spielregeln hat der neue Chef trotzdem schon aufgestellt. Die Spieler müssen ihn siezen – aber trotzdem lässt er nicht so sehr den Boss raushängen wie Di Matteo, der zwar stets höflich war, aber immer unnahbar wirkte. Und die Fans dürfen sich auf einen entspannteren Umgang freuen, müssen sich aber auch in Zukunft auf die eine oder andere nicht öffentliche Trainingseinheit einstellen. In Paderborn hat es Breitenreiter so gehandhabt, dass meistens das vorletzte Training vor einem Spiel geschlossen war, um taktische Dinge einzuüben, und die Fans beim Abschlusstraining wieder zuschauen durften. Wie er es auf Schalke genau regeln will, wird auch vom Terminplan in den englischen Wochen abhängen. Zunächst aber sind alle Einheiten öffentlich.

Als Breitenreiter am Donnerstagnachmittag das Programm des ersten Tages geschafft hatte, wartete schon der Immobilienmakler auf ihn: Der Reihe nach sah er sich sechs Wohnungen an – Breitenreiter möchte möglichst schnell eine Bleibe „in der näheren Umgebung“ finden. Es scheint, dass er keine Probleme damit hat, schnell auf Schalke anzukommen. „Es wäre populistisch, jetzt zu sagen: Ich bin schon infiziert“, erklärt Breitenreiter: „Aber es macht schon Spaß.“

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