Auch in Augsburg erwartet Schalke ein ungemütliches Spiel

Stürmische Zeiten, auch im Trainingszweikampf: Schalkes Roman Neustädter beim Kopfballduell.
Stürmische Zeiten, auch im Trainingszweikampf: Schalkes Roman Neustädter beim Kopfballduell.
Foto: Joachim Kleine-Büning
Was wir bereits wissen
Der Sturm „Niklas“ wirbelte auch den Schalker Trainingsplan durcheinander. Am Sonntag muss in Augsburg ein Sieg her - sonst wird es schon wieder stürmisch.

Gelsenkirchen.. Ralf Fährmann hatte die Mütze ganz tief über die Stirn gezogen und den Schal ganz hoch: Vom Gesicht des Torwarts waren fast nur noch Sehschlitze zu erkennen – so sehr hatte er sich gegen „Niklas“ geschützt. Das Sturmtief wirbelte am Dienstag auch den Trainingsplan des FC Schalke 04 ordentlich durcheinander: Am Vormittag wäre an ein Training unter freiem Himmel kaum zu denken gewesen – Roberto Di Matteo schickte die Jungs lieber in den Kraftraum. Doch am Nachmittag ging’s raus in den Sturm. Schließlich läuft die Vorbereitung auf das Bundesligaspiel am Sonntag in Augsburg.

Farfan „Niklas“ hatte um diese Zeit längst die Ballfangnetze im Parkstadion abgerissen. Das hatte zur Folge, dass so mancher Schuss auch noch irgendwo im Gelände landete – Roman Neustädter traf einmal sogar die Motorhaube eines Autos. Viele Spieler stellen ihre Dienstwagen während des Trainings im Innenraum des Parkstadions ab; normalerweise sollte da keine Beulen-Gefahr gegeben sein, wenn die Schalker ihre Schussübungen machen – es handelt sich ja um Profis. Am Dienstag aber wurden die Bälle vom Winde verweht. Es war ungemütlich, aber in Augsburg wird es am Ostersonntag – zumindest im übertragenen Sinne – auch nicht viel netter zugehen. „Es ist sehr unangenehm, dort zu spielen“, erinnert sich Neustädter.

Mannschaft hat einiges versäumt

Ihm bleibt dieses Erlebnis diesmal erspart: Der Mittelfeldspieler ist nach seiner fünften Gelben Karte, die er gegen Leverkusen sah, gesperrt. Ob das Schalke entscheidend zurückwirft, bleibt abzuwarten und ist letztlich auch zweitrangig. Denn nach der Heimpleite gegen Leverkusen hilft Schalke ohnehin nur noch eine Kette von Siegen, wenn die theoretische Chance auf die Champions League gewahrt bleiben soll. Zwar betonen die Spieler ständig, dass sie noch daran glauben, aber das müssen sie wohl sagen. Die Realität zeigt eher, wie viel die Mannschaft bereits versäumt hat: Schon jetzt steht fest, dass Schalke selbst mit acht Siegen in den verbleibenden acht Spielen nicht mehr die Punktzahl des Vorjahres (64) erreichen kann – aktuell sind es 39 Zähler. Und neun Niederlagen in dieser Saison sind schon mehr als in der kompletten vergangenen Serie (damals acht).

Immerhin: In Augsburg hat Schalke in den vergangenen Jahren zwar selten geglänzt, aber oft gewonnen. Vielleicht läuft’s ja am Sonntag wieder so. Wenn nicht, zieht neuer Sturm auf – aber das kennt man auf Schalke ja...