Gute Rückrunde möglich : Schalker Träume von Platz zwei und mehr

Gelsenkirchen. Die Konkurrenz patzte, Schalke siegte, der Präsident träumte: „Ich stelle mir einen fantastischen Mai vor”, sagte Josef Schnusenberg am Samstagabend bei der Schalker Weihnachtsfeier nach dem 2:1 gegen Nürnberg.
Als der letzte Sieg des Jahres eingefahren war, schnappten sich Gerald Asamoah und Manuel Neuer das Stadionmikrofon. Zusammen mit Arnd Kotlenga, dem Chef der Schalker Hausmusiker „The Florians”, sangen die beiden Fußballer auf dem Rasen vor 60 000 Fans die Kult-Hymne „Königsblauer S04”. Es war zugleich der Startschuss zur letzten Party der Hinrunde: Nach dem 2:1-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg stieg in den Räumen der Arena die Schalker Weihnachtsfeier. Diesmal durften die Spieler sogar ganz offiziell die Samstag-Nacht zum Tage machen...
Die Partylaune hatten sie selbst mit dem Erfolg gegen den Club geliefert: Das 2:1 war der dritte Sieg in den vergangenen vier Bundesliga-Spielen - damit hat die Hinrunde doch noch ein einigermaßen versöhnliches Ende gefunden. Kevin Kuranyi, der ja zunächst vier Siege in den letzten vier Spielen gefordert hatte, resümierte: „Drei Siege und ein Unentschieden sind auch okay. Wir haben viele Punkte gutgemacht und können jetzt beruhigt in die Winterpause gehen.” Der Abstand zum Tabellendritten HSV, der zwischenzeitlich um acht Zähler enteilt war, beträgt jetzt nur noch drei Punkte: Die Basis für die Aufholjagd in der Rückrunde ist gegeben.
Das letzte Spiel gegen Nürnberg war wie ein Spiegelbild der ersten Serie: Schalke startete stark und ging mit 2:0 in Führung (Asamoah und ein Eigentor von Engelhardt). Danach gab es Rückschläge (1:2 durch Charisteas), leichte Turbulenzen (Pfostenschuss von Misimovic) und verpasste Chancen (Altintop). Letztlich sprang Schalke dem Teufel aber von der Schüppe, als Mintal in der Nachspielzeit den Pfosten traf - eigentlich hätte Schiedsrichter Weiner in dieser Szene auch auf Elfmeter entscheiden können, weil Krstajic den Club-Stürmer nicht ganz astrein beim Abschluss störte. Nun ja: es ist eben bald Weihnachten...
Die Schalker wussten, dass es in der zweiten Halbzeit nur noch ein müdes Gewürge bis in die Winterpause war, doch diesmal gab es Milde unterm Gabentisch. Für Manager Andreas Müller zählten nur die drei Punkte: „Es ging in den letzten Wochen einzig und allein darum, dass wir uns überhaupt noch die Möglichkeit offen halten, um in der Rückrunde anzugreifen.
Das wurde mit zehn Punkten aus den letzten vier Spielen geschafft. Trotzdem hat Schalke (29 Punkte) sieben Zähler weniger als vor einem Jahr zur Halbzeit (36). Und in der internen Marschtabelle, die einen Schnitt von zwei Punkten pro Spiel vorsieht, fehlen fünf Zähler zum angestrebten Halbjahres-Ergebnis (34). „Mit 29 Punkten sind wir natürlich nicht zufrieden”, gibt Trainer Mirko Slomka zu: „Aber wir sind froh, dass wir nicht mehr so einen Riesenabstand zu Platz drei haben.” Kapitän Marcelo Bordon geht sogar noch weiter und hofft noch auf Platz zwei: „Ich glaube, dass wir uns wieder direkt für die Champions League qualifizieren.”
Denn in der Winterpause will Schalke den Kader noch einmal mit zwei Offensivspielern verstärken. Nach dem brasilianischen Spielmacher Ze Roberto (sein Transfer steht kurz vor dem Abschluss) soll auch noch der uruguayische Stürmer Vicente Sanchez kommen. Der 28-Jährige spielt beim mexikanischen Erstligisten Deportivo Toluca, ist ein schneller Linksfuß und aktueller Nationalspieler (20 Länderspiele, vier Tore). Schalke hat nach WR-Informationen großes Interesse an dem vierten Uruguayer nach Varela, Rodriguez und Grossmüller. Die Ablösesumme soll eine Million Euro betragen.
So will Schalke in der Rückrunde nochmal oben angreifen - Träume sind ja erlaubt. Launig wandte sich Präsident Josef Schnusenberg bei der Weihnachtsfeier an die Profis und sagte: „Ich stelle mir fürs nächste Jahr einen fantastischen Mai vor.” Er sprach von Berlin (DFB-Pokalfinale am 19. April), von möglichen Endspielen in der Bundesliga, „und vielleicht sogar in Moskau”. Nur zur Info: Dort findet am 21. Mai das Champions-League-Finale statt...
Übrigens: Von der Weihnachtsfeier der Profis wurden ansonsten keine besonderen Vorkommnisse gemeldet.





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