Schalke im Trainingslager : Asamoah: "Schlechter kann es nicht werden"

Valencia. Gerald Asamoah vermisst im Schalker Team ein paar Führungsspieler, die intern auch mal unangenehm werden.
Blauer Himmel, Temperaturen bis zu 15 Grad bei strahlendem Sonnenschein und Training vor malerischer Palmenkulisse: Der FC Schalke hat in Valencia paradiesische Verhältnisse vorgefunden, dementsprechend gut ist die Laune der Spieler. Kein Wunder, „schlechter als bisher konnte es ja auch nicht laufen”, nickt Gerald Asamoah.
Der Stürmer ist seit 1999 im Verein, somit der dienstälteste Profi in der Mannschaft. Er kann sich eine Meinung darüber erlauben, warum es mal gut und mal weniger gut läuft. Über Sieg oder Niederlage entscheiden im Fußball manchmal nur Kleinigkeiten, doch auf Schalke stimmt momentan wohl Grundsätzliches nicht. „Wir sind untereinander zu lieb”, sagt Asamoah. „Wir lassen uns zu viel gefallen und brauchen vielleicht ein Arschloch in der Mannschaft, jemanden, der mal richtig auf den Tisch haut.”
Hoppla, ist da etwa Marcelo Bordon in der Verlosung? „Asa” mag keine Namen nennen, doch es ist klar, dass nur die vermeintlichen Führungskräfte in der Truppe gemeint sein können. Der Kapitän eben und sein Stellvertreter Fabian Ernst. Asamoah hat schon andere Typen kennen gelernt und nennt zum Beispiel den nach außen hin stets besonnenen Ebbe Sand, der aber in der Kabine Tacheles geredet hätte. Es muss ja nicht gleich so enden wie mit Frank Rost. „Der hat mit vor dem DFB-Pokalfinale 2005 in Berlin gegen Bayern München vors Schienbein getreten”, erinnert sich der 30-Jährige an die schmerzhafte Motivation des früheren S04-Torhüters.
Trainer Fred Rutten ist auch einer, der hart durchgreifen kann. In Spanien, wo die Königsblauen noch bis Freitag ihr Trainingslager abhalten, hat der Holländer die Zügel deutlich angezogen. Seit der Ankunft am Samstag standen bis zu drei Trainingseinheiten pro Tag auf dem Programm, zum größten Teil auf dem Gelände des FC Valencia. Am Dienstag steht das erste Testspiel gegen den spanischen Zweitligisten UD Levante auf dem Terminplan.
Ze Roberto II wird ausgeliehen
Kevin Kuranyi (Verhärtung im Oberschenkel) und Orlando Engelaar (leichter Muskelfaserris) werden nicht dabei sein. Beide gehörten in der Hinrunde zu den größten Enttäuschungen und müssen nun, auch wegen der nur kurzen Vorbereitung auf die Rückrunde, um ihren Platz in der ersten Elf fürchten.
Ob der Konkurrenzkampf bis zum ersten Pflichtspiel, der Pokalaufgabe beim Drittligisten Carl Zeiss Jena, noch größer werden wird, ist ungewiss. Manager Andreas Müller hält eine Neuverpflichtung im Januar für unwahrscheinlich. Die Marktlage sei schwierig und ein torgefährlicher, kreativer Mittelfeldspieler, den Schalke dringend gebrauchen könnte, derzeit nicht in Sicht. „Aber wir werden unsere Augen weiter offen halten und im Rahmen unserer Möglichkeiten dann etwas tun, wenn es machbar und sinnvoll ist”, sagt Müller.
Zunächst ist der 46-Jährige darum bemüht, in Zé Roberto einen seiner größten Transferflops der letzten Jahre, los zu werden. Der Brasilianer, vor zwölf Monaten für 3,5 Millionen Euro gekommen, soll an Flamengo Rio de Janeiro mit anschließender Kaufoption ausgeliehen werden. Auch der Peruaner Carlos Zambrano wird wohl noch den Verein wechseln. An dem Innenverteidiger, der bisher auf keine einzige Einsatzminute kam, sollen laut Müller zwei Zweitligisten interessiert sein. Zambrano soll aber lediglich ein halbes Jahr ausgeliehen werden und dann eine neue Chance in Gelsenkirchen erhalten.
So steht für den FC Schalke das Jahr 2009 im Zeichen des Aufbruchs. Wenn auch nicht mit neuen Spielern, dann mit einem anderen Geist innerhalb der Truppe.
„Schlechter als bisher kann es ja auch nicht werden”, weiß Asamoah. (NRZ)





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