182 Schalke-Fanklubs unterstützen Aufruf der Ultras

Vor dem ersten Schalke-Heimspiel gab's eine beeindruckende Choreographie. Diesmal wollen viele Fans schweigen.
Vor dem ersten Schalke-Heimspiel gab's eine beeindruckende Choreographie. Diesmal wollen viele Fans schweigen.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Die Schalke-Ultras wollen ihre Mannschaft am Samstag in der ersten Hälfte des Spiels gegen Paderborn nicht unterstützen. Sie stehen nicht allein.

Gelsenkirchen.. Horst Heldt wählte einen militärisches Bild. "Wir müssen einen Stahlhelm aufsetzen und da durchgehen", sagte der Manager des FC Schalke 04 zwei Tage vor dem Spiel gegen den abstiegsbedrohten SC Paderborn (Samstag, 15.30 Uhr, live in unserem Ticker) und meinte damit die besondere Stimmung, die in der Arena zu erwarten ist. Die "Ultras Gelsenkirchen" (UGE) haben auf ihrer Homepage verkündet, "die ersten 45 Minuten schweigend in der Kurve zu verbringen" und alle Schalke-Fans dazu aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen. Offenbar mit Erfolg! Inzwischen haben sich 182 Fanklubs der UGE-Aktion angeschlossen.

Schalke-Aktion "Du gewinnst nie allein" entfällt diesmal

Für Trainer Roberto Di Matteo hat die Spiel-Vorbereitung deshalb nicht nur mit dem Gegner SC Paderborn zu tun. "Wir haben die Mannschaft auf das Umfeld vorbereitet, das uns erwartet", sagt Di Matteo und ergänzt: "Ich glaube es ist das Recht unserer Fans, ihren Unmut zu manifestieren. Es liegt an uns, das Vertrauen zu gewinnen mit einem Sieg am Samstag." Di Matteo und Heldt haben ausführlich mit dem Mannschaftsrat um Kapitän Benedikt Höwedes gesprochen. "Man muss die Situation richtig annehmen. Es sind auch Plakate geplant. Es ist nicht zu empfehlen, dass man die liest", erklärte Heldt am Donnerstag.

FC Schalke 04 Auf eine besondere Aktion, die Mannschaft und Fans 32 Spieltage lang unter dem Motto "Du gewinnst nie allein" vereinte, entfällt diesmal. Die Mannschaft läuft diesmal nicht vor dem Aufwärmprogramm zur Kurve, bildet eine Arm-in-Arm-Reihe und begrüßt die Fans. Mit Leidenschaft wollen die Spieler die Unterstützung der Fans zurückgewinnen. "Man muss das Gefühl haben, dass sie die Paderborner auffressen wollen. Das darf aber nicht dazu führen, nach drei Minuten einen Elfmeter und eine Rote Karte zu bekommen", sagte Heldt und ergänzte: "Die Paderborner sind darauf sicherlich eingestellt. Sie werden Nadelstiche setzen wollen. Wir werden auch Samstag Fehler machen. Man muss erwarten, dass das Publikum schnell nervös wird."

Kein Blumenstrauß für Chinedu Obasi

Aufgrund dieser besonderen Ausgangssituation wird es diesmal auch keine Blumensträuße für die Spieler geben, deren Verträge auslaufen. Bisher hat Heldt ohnehin nur Chinedu Obasi mitgeteilt, dass er gehen muss. Jan Kirchhoff und Christian Wetklo haben aber auch keine Chance auf ein neues Angebot.

Der Aufruf der Ultras Gelsenkirchen im Wortlaut

Der Aufruf ist abzurufen auf der Homepage "ultras-ge.de":

"Glückauf Schalker,

nach der erneuten Arbeitsverweigerung unserer sogenannten Mannschaft am vergangenen Sonntag in Köln ist das Maß nach vielen desolaten Wochen und Monaten nun endgültig voll.

Bis zuletzt haben wir Spieltag für Spieltag versucht, unserem Verein und der Mannschaft die bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen, um die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb irgendwie gemeinsam zu schaffen.

Die aktuelle Entwicklung unseres Vereins in sportlicher wie aber auch in vereinspolitischer Hinsicht macht uns allerdings einfach sprachlos!
Woche für Woche sind wir nach diversen Gesprächen mit Vereins- oder Mannschaftsvertretern optisch sowie akustisch in Vorleistung getreten, um immer wieder mit nichtssagenden und belanglosen Statements eingedeckt zu werden, die so vorhersehbar und an der Realität vorbei sind, wie sie nur sein können.

Die gesamte Präsentation und Außendarstellung unseres Vereins, sowie das seit Wochen leidenschafts- und emotionslose sportliche Auftreten unserer Mannschaft sind so nicht mehr hinnehmbar.

Eine Entwicklung, welche sich nicht erst in dieser Spielzeit abzeichnet, sondern die Strukturen und Gegebenheiten unseres Vereins seit Jahren bestimmt.

Jahr für Jahr werden nach dem selben Schema Probleme angegangen und nach außen hin als die beste Lösung für unseren Verein verkauft.
Dabei scheinen allerdings die wenigsten zu erkennen, dass der sogenannte Fisch bekanntlich am Kopf zu stinken beginnt!

Manager und Trainer sind sicherlich für die aktuelle Situation mitverantwortlich, allerdings gibt es seit Jahren Instanzen im Verein, welche jegliches Handeln der entsprechenden Personen absegnen oder Aufgaben, die nicht dem eigenen Handlungsspielraum entsprechen, direkt selber übernehmen.

Ein ruhiges und entwicklungsorientiertes Arbeiten ist unter diesen Strukturen in den vergangenen Jahren auf Schalke nicht möglich gewesen. So wurde stets nach dem Motto “1.000 Trainer schon verschlissen…“ gehandelt, ohne durch klare Strukturen ein langfristiges Konzept auf den Weg zu bringen.

Anstatt auf gewissen Positionen auf eine konstante Entwicklung zu setzen und die eingesetzten Personen ruhig arbeiten zu lassen, mischen sich immer wieder bestimmte Personen in Bereiche ein, welche überhaupt nicht zu ihren Aufgabenbereichen gehören und von welchen sie objektiv betrachtet auch nicht die leiseste Ahnung haben.

Der Sündenbock ist bekanntermaßen bei Misserfolg jedoch immer sehr schnell gefunden!

An dieser Stelle gilt es für uns als Fanszene geschlossen in den kommenden Wochen und Monaten anzusetzen, um diesen über Jahre bestehenden Kreislauf zu durchbrechen und die Personen zur Verantwortung zu ziehen, welche uns über einen sehr langen Zeitraum in diese bestehende Situation mit ihren Strukturen gebracht haben.

Um am kommenden Samstag bei unserem letzten Heimspiel der Saison gegen Paderborn ein klares Zeichen nach außen zu setzen, werden wir die ersten 45 Minuten schweigend in der Kurve verbringen. Ganz nach dem Motto, welches uns in den vergangenen Wochen selber immer wieder vor Augen geführt wurde.

„Wohlfühloase Schalke – Heute haben wir nur die Hälfte Bock!“

Sportlich sind nun also unsere Spieler gefragt, etwas Stolz und Einsatz für unsere Farben zu zeigen und somit für den Support in den zweiten 45 Minuten in Vorleistung zu treten, welcher also vom Auftreten der Mannschaft abhängig ist.

Wir bitten – um unserem Anliegen, vor allem aber um unserer Sorge rund um unseren FC Gelsenkirchen Schalke 04 e.V. Nachdruck zu verleihen – alle Schalke-Fans hiermit offiziell darum, sich am Samstag an dieser Aktion zu beteiligen.

Wenn auch ihr unserer Meinung seid und unsere Sorgen teilt, dann unterstützt uns und lasst während dieser Zeit bitte auch eure Fahnen und Doppelhalter eingepackt. Unterstrichen wird diese Aktion durch mehrere Spruchbänder und Transparente, welche in der Kurve zu den entsprechenden Themen gezeigt werden.

Wohlfühloase Schalke?! Nicht mit uns!

Ultras Gelsenkirchen"