1:1 - S04 holt nach spätem Tor nur einen Punkt gegen Bremen

Benedikt Hoewedes rechts Schalke 04 im Zweikampf mit Davie Selke links Werder Bremen 21 02 2
Benedikt Hoewedes rechts Schalke 04 im Zweikampf mit Davie Selke links Werder Bremen 21 02 2
Was wir bereits wissen
Der FC Schalke 04 kann die 1:0-Führung durch Max Meyer nicht halten und muss sich beim 1:1 am 22. Spieltag die Punkte mit Werder Bremen teilen.

Essen.. Bitteres Erlebnis für den FC Schalke 04: Als sich die Blau-Weißen schon darauf eingerichtet hatten, den dritten 1:0-Sieg in der Rückrunde einfahren zu können, kassierten sie in der Nachspielzeit gegen Werder Bremen den 1:1-Ausgleich. Werder bleibt damit nach zuvor vier Siegen in Serie in der Rückrunde weiterhin unbesiegt, während Schalke dieses Remis als Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Plätze werten muss.

Das am Mittwoch mit 0:2 verlorene Champions-League-Heimspiel gegen Real Madrid hatte Auswirkungen auf die Schalker Aufstellung. Rechtsverteidiger Atsuto Uchida musste wegen Oberschenkelproblemen passen, der gegen Real in der zweiten Hälfte eingewechselte Jan Kirchhoff war wegen Achillessehnenbeschwerden nicht einsatzfähig. Trainer Roberto Di Matteo beorderte zudem noch Kevin-Prince Boateng und Dennis Aogo auf die Bank, und Klaas-Jan Huntelaar saß gegen Bremen letztmals seine Rotsperre ab.

Für vier Neue war daher Platz in der Anfangsformation: Tranquillo Barnetta übernahm den rechten Flügel, Christian Fuchs den linken, Max Meyer durfte halblinks hinter den Spitzen dribbeln, und vorne durfte zum ersten Mal in der Bundesliga der wie Meyer erst 19-jährige Felix Platte von Beginn an stürmen.

Schalkern fehlte Genauigkeit im Angriff

Die Partie war anfangs stark von Taktik geprägt. Beide Mannschaften wollten in erster Linie Fehler vermeiden. Der erste Torwart, der einen Ball in seine Hände bekam, war der Schalker Timon Wellenreuther, der in der 19. Minute davon profitierte, dass Werder-Stürmer Franco Di Santo bei seinem Schuss die Mitte des Tores anvisiert hatte. Zwei Minuten später hatte Schalke richtig Glück. Werder inszenierte einen großartigen Angriff über links, beim Abschluss schoss dann Di Santo Innenverteidiger Joel Matip an, dadurch flog der Ball weit über das Gehäuse.

Einzelkritik Und die Schalker? Denen fehlte die Genauigkeit am Ende ihrer Angriffe. Eric Maxim Choupo-Moting verfehlte das Tor mit einem strammen Fernschuss, ein frecher Heber von Felix Platte flog am zweiten Pfosten vorbei, und sowohl Platte als auch Christian Fuchs verpassten jeweils bei guten Flanken, sie durch Kopfbälle zu veredeln. Werder Bremens Torhüter Raphael Wolf musste erst in Minute 32 zum ersten Mal zufassen, als er sich einen Schuss von Fuchs schnappte.

Sein Gegenüber auf der anderen Seite, der 19-jährige Timon Wellenreuther, wirkte insgesamt erstaunlich abgeklärt. Er pflückte Flanken sicher herunter, der behielt bei Rückpässen die Ruhe, zeigte ein gutes Stellungsspiel - dieser Junge hat innerhalb weniger Wochen einen großen Sprung gemacht.

Gegen Ende der ersten Hälfte drehten die Schalker etwas mehr auf. Weiterhin aber fehlte ihnen auch bei aussichtsreichen Abschlüssen die Präzision. Ein Schuss von Roman Neustädter und ein Kopfball von Choupo-Moting landeten neben dem Tor, und kurz vor dem Pausenpfiff versäumte es Benedikt Höwedes nach feiner Vorarbeit von Max Meyer, den Ball aufs Tor zu bringen.

Neustädter übernahm Matips Position in der Defensivzentrale

In der zweiten Hälfte waren beide Mannschaften wieder in erster Linie darauf bedacht, ihre Ordnungen nicht aufzugeben. Es ging darum, Räume zu engen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Eine interessante Partie für einen Trainerlehrgang an der Sporthochschule, für die Zuschauer allerdings nicht gerade ein Spektakel zum Genießen.

In einer Phase, in der sich so gut wie gar nichts tat, fiel dann ganz überraschend das 1:0. Tranquillo Barnetta strebte in der 61. Minute mit dem Ball am Fuß dem Strafraum entgegen, nahm dann Max Meyer mit, und der hielt aus 18 Metern einfach mal drauf: Raphael Wolf tauchte ab, doch der Ball flog unter ihm hindurch ins Netz - ein krasser Torwartfehler.

Jetzt musste Bremen kommen, und Schalke durfte darauf hoffen, dass sich nun Konterchancen ergeben würden. Roberto Di Matteo brachte für die letzten 20 Minuten einen neuen Stürmer: Kevin-Prince Boateng kam für den in der zweiten Halbzeit untergetauchten Felix Platte. Pech für Schalke, dass auch Joel Matip verletzt den Platz verlassen musste, Dennis Aogo ersetzte ihn, rückte allerdings ein paar Meter nach vorne auf die Sechser-Position: Matips Position in der Defensivzentrale übernahm Roman Neustädter.

Gegentor war Wellenreuthers einziger Fehler im Spiel

Schalkes Fans stimmten sich mit Schmährufen auf den BVB schon mal auf das Derby am nächsten Samstag in Dortmund ein, die blau-weißen Männer auf dem Rasen aber mussten erst noch das Spiel gegen Bremen erfolgreich über die Bühne bringen. Zu diesem Zweck verstärkte Trainer Di Matteo ab der 85. Minute noch mehr die ohnehin schon stabile Defensive: Er schickte Kaan Ayhan aufs Feld und nahm den Torschützen Max Meyer raus.

Dann kam die Nachspielzeit, und Werder bekam einen Freistoß auf der linken Seite zugesprochen. Zlatko Junuzovic schlug den Ball scharf nach innen, der eingewechselte Sebastian Prödl stieg hoch und köpfte den Ball über Timon Wellenreuther, der besser hätte auf der Linie bleiben sollen, hinweg ins Netz. Es war Wellenreuthers einziger Fehler in diesem Spiel, dafür wurde er extrem bestraft. Am Ende standen die Schalker deprimiert auf dem Rasen, von den Fans wurden sie dennoch gefeiert.

Die Live-Ticker zum Nachlesen:

Schalke - Bremen 1:1

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