1:1 gegen KSC - Schalkes U19 spielt um die Meisterschaft

Gar nicht mehr einzufangen: Torschütze Paul Stieber jubelt nach seinem Treffer zum 1:0.
Gar nicht mehr einzufangen: Torschütze Paul Stieber jubelt nach seinem Treffer zum 1:0.
Foto: Michael Korte / Funke Foto Services
Schalke zieht dank des Hinspiel-Sieges nun mit einem 1:1 gegen Karlsruhe ins Finale ein. Paul Stieber trifft vor 8000 Fans in der Veltins-Arena.

Gelsenkirchen.. Der vierte Offizielle Christian Meermann zeigt die Nachspielzeit an: drei Minuten. Drei verdammt lange Minuten für die U19 des FC Schalke 04. Im Halbfinal-Rückspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen den Karlsruher SC steht es 1:1, ein Ergebnis, das den Schalkern zum Einzug ins Endspiel reichen würde. Schalkes Stürmer Felix Platte versiebt in der Nachspielzeit noch die dicke Chance zum 2:1. Dann ist Schluss. Endlich. Schalkes U19 steht im Endspiel.

Cheftrainer Norbert Elgert springt ein, zwei, drei Mal hoch, umarmt dann seinen Stürmer Fabian Reese, bevor er sich bei jedem Spieler einzeln bedankt. Die Fans in der Nordkurve machen richtig Stimmung. „Deutscher Meister wird nur der S04“ hallt durch die Veltins-Arena. Die Schalker Spieler stehen vor dem Fanblock und tanzen. Das war bei den Profis am Samstag noch ganz anders.

Prächtige Atmosphäre in der Arena

8004 Zuschauer sind am Sonntagnachmittag gekommen. Und sie sehen eine Schalker Mannschaft, die sich offenbar auf keine Kompromisse einlassen will, ein Team, das auf die Führung drückt. Es ist noch keine Minute gespielt, als Torjäger Felix Schröter die erste ganz dicke Chance auslässt. Rechtsverteidiger Maurice Multhaup tankt sich über außen durch und passt in die Mitte, KSC-Keeper Flemming Niemann pariert klasse. Schalkes U19 hat die Zuschauer sofort auf ihrer Seite, und als die Ultras nach einer Viertelstunde, vom Spiel der U23 in Essen angereist, in ihrem Block ankommen, ist richtig Stimmung in der Bude. „Steht auf wenn ihr Schalker seid“ – und die 8000 Schalker stehen.

Allerdings wird der Karlsruher SC jetzt stärker, Michael Stamer verpasst nach 28 Minuten die große Chance zur Gästeführung, sein Schuss geht nur knapp neben das Tor. Fünf Minuten später aber jubelt dann Schalke. Hendrik Lohmar schüttelt seinen Gegenspieler ab, spitzelt den Ball auf Paul Stieber, der nicht lange zögert. Der Ball tickt vor Torwart Niemann auf und senkt sich ins lange Eck. Stieber ist nach seinem Treffer gar nicht mehr einzufangen, rennt über den halben Platz und springt Felix Platte, zu dieser Zeit noch auf der Ersatzbank, in die Arme. Gelebter Teamgeist.

Den besseren Start in die zweite Hälfte hat der KSC, nach 46 Minuten steht es 1:1. Samir Frank trifft nach guter Vorarbeit des sehr stark spielenden Lotfi Graidia. Und auch danach ist der Zweite aus der Bundesliga Süd/Südwest die aktivere Mannschaft. Spätestens als Patrick Fossi knapp zehn Minuten später nach einem Patzer des Schalker Torwarts Janik Schilder die Riesenmöglichkeit zur Führung vergibt, wissen die KSC-Spieler, dass mehr als nur ein Unentschieden für sie drin ist.

Schalke-Defensive steht sicher

Allerdings steht Schalkes Defensive um Kapitän Thilo Kehrer sicher. Die Schalker schlagen die Bälle jetzt häufig lang nach vorne und hoffen auf die Kreativität ihrer beiden Stürmer Felix Platte und Felix Schröter. In einigen Situationen, so macht es den Eindruck, fehlt Schalke allerdings die Frische. Als dann die Nachspielzeit anbricht, bringt die Mannschaft von Cheftrainer Norbert Elgert das Unentschieden geschickt über die Zeit.

Während die Schalker den Einzug ins Endspiel feiern, sacken die Karlsruher reihenweise auf den Arena-Rasen. KSC-Trainer Tim Walter bleibt minutenlang regungslos auf seiner Bank sitzen. Jetzt hofft der Schalker Nachwuchs auf eine noch größere Kulisse im Endspiel, das am 25. Mai um 20.15 Uhr im Wattenscheider Lohrheidestadion angepfiffen wird.

Für Norbert Elgert ist dieser Sieg und der Einzug ins Finale nach der Westdeutschen Meisterschaft „das zweite Wunder dieser Saison.“ Der Cheftrainer ist stolz auf sein Team, weiß aber auch: „Wenn der Gegner im Endspiel TSG Hoffenheim heißt, ist das der haushohe Favorit.“

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