Stoag wirbt im Derby gegen RWE auf der RWO-Brust

Werben mit dem RWO-Trikot für die Line 105 (v.l.): Stoag-Chef Werner Overkamp, RWO-Trainer Andreas Zimmermann und Markus Lacum vom Aktionsbündnis für den Bau.
Werben mit dem RWO-Trikot für die Line 105 (v.l.): Stoag-Chef Werner Overkamp, RWO-Trainer Andreas Zimmermann und Markus Lacum vom Aktionsbündnis für den Bau.
Foto: Stephan Eickershoff
Was wir bereits wissen
Für das Regionalliga-Derby RWO gegen RWE geht die Stoag als Sponsor aufs Oberhausener Trikot und wirbt für den Bau der Straßenbahnlinie: „Sag ja zur 105“.

Oberhausen.. Am 8. März können die Oberhausener per Ratsbürgerentscheid darüber entscheiden, ob der Lückenschluss per Straßenbahn zwischen Essen und Oberhausen kommt. Werner Overkamp, Geschäftsführer der Stoag, hat natürlich großes Interesse daran, dass der öffentliche Nahverkehr zwischen den beiden Städten ausgebaut wird. Vor dem Regionalliga-Derby von Rot-Weiß Oberhausen gegen Rot-Weiss Essen rührt der ehemalige RWO-Aufsichtsrat daher die Werbetrommel für die Linie 105 und geht für dieses eine Spiel als Trikotsponsor auf die Brust der RWO-Spieler: „Sag ja zur 105“ ist dort am Sonntag zu lesen.

Damit wollen Stoag, Verein und das Aktionsbündnis „Sag ja zur 105“ dazu anregen, am 8. März für den Ausbau der Linie zu stimmen. Overkamp: „Hier geht es um eine wichtige Entscheidung für die Stadt und ihre Bürger.“ Der 80 Millionen teure Ausbau, der zu 85 Prozent von Bund und Land finanziert und der von Stoag (zwölf Millionen) und Centro (eine Million) unterstützt würde, könnte (als ein Begleiteffekt unter vielen positiven) für Fußballfans in Zukunft bedeuten: Der rot-weiße Klassiker würde zum Straßenbahn-Duell.

40 Minuten bis Bergeborbeck

Overkamp: „Vom Sterkrader Bahnhof über Centro und die Essener Helenenstraße könnte dann Bergeborbeck in 40 Minuten erreicht werden.“ Um die Beteiligung für den Entscheid und für ein „Ja“ anzukurbeln, hat sich die Stoag diese einmalige Werbeaktion ausgedacht. Die EVO, ansonsten Trikotsponsor, verzichtet für dieses eine Spiel auf die Brust der Oberhausener Rot-Weißen, Overkamp dankt dafür. „Wir wollen den Entscheid ins Bewusstsein der Bürger rufen und auch, dass von jetzt an bis zum 8. März bereits per Briefwahl abgestimmt werden kann.“ Die Unterlagen dazu gibt es im Rathaus Sterkrade und Oberhausen.

Am Wahltag ist in jedem Wahlbezirk ein Lokal geöffnet. Die Trikots mit der 105-Beflockung sollen nach dem Derby versteigert werden und der Erlös der RWO-Jugendabteilung zufließen.

4:4 in der Hinrunde

RWO-Fan Overkamp vergisst natürlich auch den Sport nicht: „Hoffentlich gewinnen wir am Sonntag, damit wir auf Tuchfühlung bleiben.“ Das fällt in den Zuständigkeitsbereich von Cheftrainer Andreas Zimmermann und der äußerte sich bei der Präsentation der Trikots auch zu den sportlichen Gegebenheiten. „Das 4:4 in der Hinrunde war ein herausragendes Spiel. Es hatte allerdings den Nachteil, dass wir zu viele Tore bekommen haben.“ Nach 4:2-Führung für RWO führte auch die Rote Karte gegen Patrick Bauder dazu, dass Essen noch ausglich.

Interview „Jetzt erwartet uns eine ganz andere Partie. Beide Mannschaften haben sich stabilisiert und weiter entwickelt“, sagt Zimmermann und rechnet nicht mehr mit einer so hohen Torquote. Wichtig sei, dass für RWO am Ende mehr Treffer stehen als für Essen. „Wir wollen diese drei Punkte. Wir wollen zeigen, dass wir das nicht nur auswärts, sondern auch im eigenen Stadion hinbekommen.“

Wegen seines Muskeleinrisses im Knie nach einem Zusammenprall mit dem Wattenscheider Torwart Tim Boss wird Bauder in dieser Partie auf jeden Fall fehlen, ansonsten ist der Kader komplett. „Alle sind fit und in Hennef haben sich einige in den Fokus gespielt“, sagt Zimmermann. Damit meint er vor allem Ralf Schneider, Raphael Steinmetz oder Dominik Reinert, die nach ihrer Einwechslung für die schwächelnden Nick Brisevac und Patrick Schikowski ordentlich Dampf machten.

Jansen wieder dabei

Wieder mit von der Partie ist Mittelstürmer David Jansen, der seine Gelbsperre abgesessen hat. Zimmermann könnte sich eine Doppelspitze mit Gökhan Gümüssu vorstellen, will sich bei der endgültigen Aufstellung aber noch nicht in die Karten schauen lassen. „Es sind noch einige Tage bis dahin. Natürlich will jeder spielen und es wird für den Trainerstab einige schwierige Entscheidungen geben.“

Derzeit rechnen die Verantwortlichen bei RWO mit rund 10 000 Zuschauern. Nachdem die Nachfrage aus Essen wegen der Konzentration auf das Rekordspiel in Aachen zunächst verhalten war, hat sie mit Beginn der Woche stark angezogen. RWO-Sprecher Fabian Weitkämper: „Anfangs war es schleppend, aber jetzt geht es richtig ab.“ Nun hoffen alle Rot-Weißen auf gutes Wetter am Sonntag, um auch die Kurzentschlossenen zum Stadionbesuch zu bewegen. Und ansonsten gilt für alle Oberhausener: Sag ja zur 105 und zu drei Punkten.