Scheelen schießt RWO zu glanzlosem 1:0 in Hennef

Brach den RWO-Bann in Hennef: Alexander Scheelen machte das 1:0 für die Oberhausener beim Schlusslicht.
Brach den RWO-Bann in Hennef: Alexander Scheelen machte das 1:0 für die Oberhausener beim Schlusslicht.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Alles andere als glanzvoll präsentierten sich die Kleeblätter beim Tabellenletzten. Für den Sprung auf Tabellenplatz vier reichte es trotzdem.

Essen.. Das ging gerade noch mal gut. Mit einem späten Tor von Alex Scheelen siegte RWO beim Regionalliga-Schlusslicht FC Hennef 1:0 (0:0) und bleibt damit im Rennen um die vordersten Plätze. 80 Minuten zuvor sah es danach aus, als sollte das genau nicht gelingen. Mit einem durchaus möglichen Remis wäre es das für die Elf von Trainer Andreas Zimmermann mit Blick auf die Erfolge von Aachen, RWE und Mönchengladbach II wohl schon gewesen. Nunmehr schauen die Rot-Weißen mit gestärktem Selbstvertrauen auf das Derby kommenden Sonntag gegen RW Essen.

Das Spiel begann spaßig. Hennefs Prinzenpaar Jörg III. und Ute I führten mit komplettem Hofstaat den Anstoß durch, viele Fans im Sportpark Hennef waren verkleidet. Danach gab es nur mehr wenig zu lachen. RWO, ohne Patrick Bauder und David Jansen, mühte sich um spielerische Linie. Zimmermann hatte Ralf Schneider auf die Bauder-Position beordert. Robert Fleßers rückte aus der Viererkette nach vorn auf die Sechs neben Alex Scheelen. Fleßers Platz nahm Felix Haas ein. Gökhan Gümüssu rückte für Jansen ins Sturmzentrum.

Rot-Weiß hatte die Umstellungen schnell verinnerlicht, Schwierigkeiten gab es anderweitig. Zum einen ließ der katastrophale Platz kein geordnetes Spiel zu. Dazu kam der voll defensiv eingestellte Gegner, der mit zwei Viererketten in der Rückwärtsbewegung dicht machte.

RWO tut sich schwer in der Offensive

So tat sich RWO sehr schwer, Möglichkeiten zu kreieren. Die einzige im ersten Durchgang hatte Fleßers nach einer Ecke von Nick Brisevac, doch sein Schuss aus zehn Metern zog am Tor vorbei.

Offensichtlich war in den ersten 45 Minuten, dass über die Außen wieder viel zu wenig kam. Brisevac und sein Gegenüber Patrick Schikowski verzettelten sich in eigensinnigen Aktionen, spielten definitiv keinen klaren Fußball. Gümüssu im Zentrum hing völlig in der Luft.

Zimmermann reagierte nach der Pause schnell. Raphael Steinmetz kam für Schikowski und rückte auf die Position hinter Gümüssu, Schneider wechselte auf links. Sofort war mehr Zug im Spiel und das steigerte sich noch, als Dominik Reinert für Brisevac kam und damit der zweite Schwachpunkt im Angriffsspiel der Oberhausener beseitigt war.

Torschütze Scheelen war Oberhausens Bester

Die Zimmermann- Elf verstärkte den Druck, doch Hennef spielte weiter fehlerfrei, doppelte jeden Angriffsversuch und es sah so aus, als sollte dies bis zum Schlusspfiff fruchten.

Dass daraus nichts wurde, war Pech für den Aufsteiger und Glück für RWO. Der wiederum gute Benjamin Weigelt variierte einen Eckball mal auf den langen Pfosten und dort stand mit Scheelen Oberhausens Bester frei. Mit dem Kopf wuchtete er aus kurzer Distanz ein, Hennefs Abwehrversuch hinter der Linie brachte nichts mehr (80.). Die Gastgeber versuchten sich noch in wütenden, aber hilflosen Angriffsbemühungen. Doch Rot-Weiß ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.

Die Stimmen zum Spiel

RWO-Trainer Andreas Zimmermann: Das war das erwartet schwere Spiel, es kam genauso, wie wir uns das gedacht haben. Wir haben ordentlich gespielt, aber nur bis zum Strafraum. Es war klar, dass die Partie für uns ein Geduldsspiel wird. So muss eben mal ein Standard reichen. Besonders freue ich mich für Alex und sein erstes Saisontor, vor allem nach seiner langen Verletzungsgeschichte. Das war ein Arbeitssieg und vor allem ein Fortschritt nach dem Rückschlag gegen Wattenscheid. Wir sind zurück in der Spur und das ist uns gegen einen Gegner gelungen, der die letzten fünf Spiele nicht verloren hat und nur zwei Gegentore kassierte. Das war von uns kämpferisch stark.

Torschütze Alex Scheelen: Das war die richtige Antwort auf das schlechte Wattenscheid-Spiel. Wir wussten, dass es ein ganz hartes Stück Arbeit würde nach den letzten Ergebnissen der Hennefer. Wir haben eine kompakte Mannschaftsleistung abgeliefert und endlich mal einen Standard verwertet.

Verteidiger Robert Fleßers: Wattenscheid war besser als Hennef, aber dieses Spiel hier muss man erst einmal gewinnen. Letztlich war es ein dreckiger Sieg, aber drei Punkte sind drei Punkte.

Der gelbgesperrte David Jansen: Ohne Jansen läuft’s.

Der verletzte Patrick Bauder: Ohne Bauder läuft’s noch besser.

Verteidiger Felix Herzenbruch: Das hat richtig gut getan und war wichtig. Nur mit einem Remis wäre es das hier wahrscheinlich schon gewesen. Jetzt sehen wir wieder Land und werden daraus Kraft für die Partie gegen Essen schöpfen. Das wird ein ganz anderes Spiel als das hier in Hennef.

Hennef-Trainer Marco Bäumer: Wir haben 90 Minuten defensiv ordentlich gespielt, uns dabei aber keine wirkliche Torchance erarbeitet. Es liegt an der Qualität des Gegners, dass der dann die Partie durch einen einstudierten Standard entscheiden kann. Aber unser Anspruch ist es nicht, gegen RWO zu gewinnen. Wir haben anders als in der Hinrunde Paroli geboten und nehmen das als Motivation mit nach Kray. Dort gilt’s für uns.