RWO-Sportchef Kontny: "Wir machen keine Preistreiberei"

Frank Kontny, Sportchef bei Rot-Weiß Oberhausen.
Frank Kontny, Sportchef bei Rot-Weiß Oberhausen.
Foto: Funke
  • RWO hat zum Jahresauftakt gegen RW Ahlen einen Rückschlag hinnehmen müssen.
  • Sportchef Frank Kontny kennt die Gründe für den Rückstand auf die Spitze.
  • Frank Kontny sagt: "Wir machen keine Preistreiberei"

Oberhausen.. Es liegt es mal wieder an Sportchef Frank Kontny, mit den bei Rot-Weiß Oberhausen traditionell geringen Mitteln eine schlagkräftige Truppe aufzubauen. Im Gespräch mit dieser Redaktion analysiert der RWO-Sportchef den verpatzten Start und gibt einen Einblick in die Planungen für die nächste Saison.

Frank Kontny, wie groß ist die Enttäuschung nach dem 0:0 gegen Rot Weiss Ahlen?
Kontny: Das Ergebnis ist mit Sicherheit unbefriedigend, aber ich bin nicht enttäuscht. Es ist sicher nicht schön, dass wir drei Heimspiele in Folge nicht gewinnen konnten. Mit solchen Ergebnissen wie gegen Ahlen muss man in dieser Liga rechnen. Wir haben einige Punkte liegengelassen, die wir an anderer Stelle wiedergeholt haben. Die Tabelle lügt nicht. Der vierte Platz entspricht momentan unserem Leistungsvermögen. Das müssen wir so akzeptieren.

Ein wenig mehr hätten Sie sich aber schon ausgerechnet, oder? Bei einem Rückstand von zehn Punkten scheint der Zug nach oben abgefahren zu sein.
Kontny: Zu Beginn der Hinrunde hatte man uns auch schon abgeschrieben, dann sind wir aber wieder bis auf drei Punkte herangekommen. Der Trainer und ich wollen weiter nach oben, das ist völlig klar. Mit Platz drei bis sechs geben wir uns auf Dauer nicht zufrieden. Wir dürfen dabei aber nicht vergessen, welche Möglichkeiten uns im Vergleich zur Konkurrenz zur Verfügung stehen. Wir können es uns nicht leisten, Spieler mit Dritt- oder sogar Zweitliga-Erfahrung zu verpflichten. Hinzu kam der Ausfall von Robert Fleßers. Er gehört meiner Meinung nach zu den drei besten Spielern in dieser Liga. Von seiner Sorte brauchen wir aber drei oder vier Leute mehr, um ernsthaft angreifen zu können. Charakterlich kann keine Mannschaft besser sein als unsere. Die Jungs geben wirklich alles für den Verein und verstehen sich blendend. Allerdings fehlen uns Qualitätsspieler, die in den entscheidenden Momenten das Richtige machen.

Wie der Fall David Jansen zeigt, dürfte das keine einfache Aufgabe werden. Haben Sie die Befürchtung, dass noch weitere wichtige Stützen wie Patrick Bauder oder Alexander Scheelen den Verein verlassen werden?
Kontny: Die Gespräche laufen schon seit längerer Zeit. Es ist kein Geheimnis, dass einige Vereine hinter unseren Spielern her sind. Das ist uns bewusst. Es wird immer wieder Wechsel geben. Wenn finanziell lukrative Angebote kommen, spielt niemand für geringere Bezüge. Machen wir uns nichts vor: am Ende geht es immer um das Geld. Wenn einige Leute höher spielen wollen, müssen Sie es zunächst auf dem Platz beweisen. Ich glaube nicht, dass es für unsere Spieler einfach wird, in den ersten drei Ligen zu landen. Dahinter folgen in der Regionalliga West wir und vier weitere Vereine: Lotte, Viktoria Köln, Alemannia Aachen und Rot-Weiss Essen. Das muss dann jeder für sich entscheiden, falls er andere Anfragen vorliegen hat. Ich denke, dass sich bei uns jede Menge tut. Wir bekommen eine neue Tribüne, die Jugendarbeit ist hervorragend und wir spielen in der Regionalliga oben mit. Fakt ist aber auch: Wir machen keine Preistreiberei. Dass wir uns wie vor zwei Jahren bei Bauder und Jansen bis zur Decke strecken, wird es nicht geben.

In den vergangenen Jahren musste der Etat stets gekürzt werden. Müssen Sie auch dieses Mal mit weniger Geld auskommen?
Kontny: Das will ich nicht hoffen. Die Zahlen wird uns der Vorstand in Kürze vorlegen. Ich habe immer wieder betont, dass wir mehr Qualität benötigen, um ganz oben zu landen. Aber diese Qualität hat eben ihren Preis. Nachwuchsspieler haben wir genug. Wenn der Verein die Bezüge kürzen muss, werden wir das aber akzeptieren und wieder das Beste draus machen. Mein Wunsch ist es aber den Stamm zu halten und mit einigen starken Leuten zu verstärken. Das ist unser großes Ziel.

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