RWO kann clevere Wattenscheider nicht in Bedrängnis bringen

David Jansen nach seiner vergebenen Großchance im Spiel gegen die 09er.
David Jansen nach seiner vergebenen Großchance im Spiel gegen die 09er.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Was wir bereits wissen
Die Spieler von Rot-Weiß Oberhausen fanden gegen die SG 09 kaum ein Mittel, Chancen zu erzwingen. So war die 0:1-Niederlage letztlich verdient.

Oberhausen.. „Nach einer Vorbereitung weiß man nie, wo man steht. Jetzt sind wir alle schlauer.“ Es klang durchaus bitter, was RWO-Trainer Andreas Zimmermann nach dem verlorenen Spiel gegen Wattenscheid 09 öffentlich zu sagen hatte. Beim 0:1 zuvor sahen er und die enttäuschten Zuschauer (bis auf 150 Wattenscheider) eine RWO-Mannschaft, die praktisch nie in der Lage war, den Abstiegskandidaten ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Robert Fleßers, der den spielentscheidenden Elfmeter verursachte: „Unser Plan sah anders aus.“

Das glaubt man gern, denn mit einem Dreier und einem Erfolg in Hennef wollten sich die Oberhausener nachhaltig in der Spitzengruppe zurückmelden. Das ist erst einmal zu den Akten gelegt, zumal es nach dieser Leistung auch nicht verdient gewesen wäre. Zimmermann als auch sein Wattenscheider Kollege Farat Toku sahen einen „verdienten Sieg“ der Gäste.

„Gebrauchter Tag“

Dem schlossen sich sogar die wenigen RWO-Spieler an, die sich nach der Partie stellten. Alex Scheelen: „Wir haben in unserer starken Phase gegen Mitte der ersten Halbzeit das Tor nicht gemacht. Der zweite Durchgang war ein gebrauchter Tag. Wir hatten keinen Spielfluss und waren unsortiert. Der Sieg für Wattenscheid geht in Ordnung.“

20. Spieltag Scheelen war im ersten Durchgang auf der Sechs noch der Oberhausener Spieler, der versuchte Ordnung in die Partie zu bekommen, Bälle abfing und aufbaute. Doch schon hier war zu erkennen, dass Neuzugang Gökhan Gümüssu noch ein Fremdkörper im RWO-Spiel ist, Defizite in Zweikampfverhalten und Stellungsspiel hat und die Laufwege der Mannschaft noch nicht kennt. David Jansen erwischte einen ähnlichen Tag. Beide wurden ständig gedoppelt, die Bälle waren schnell beim Gegner. Da auch Patrick Bauder im Spielaufbau sowie Patrick Schikowski und Nick Brisevac über die Außen gut zugedeckt wurden, waren gelungene Aktionen Mangelware. Eine allein wie Bauders Lattenschuss, Jansens 1:1-Situation gegen SGW-Torwart Tim Boss oder Schikowski verunglückter Pass auf den freistehenden Bauder hätten trotzdem zur Führung reichen müssen, taten es aber nicht. Viel mehr klare Möglichkeiten bekam Rot-Weiß gegen die bissig und eng verteidigenden Gäste nicht zustande.

Wattenscheid mit Chancen

So verlegte sich der Spielaufbau der Gastgeber zunehmend auf lange Bälle für Gümüssu oder Jansen – und die waren bei den cleveren Schwarz-Weißen bestens aufgehoben.

Regionalliga West Als dann der bis dahin beste Oberhausener Scheelen mit Beginn des zweiten Durchgangs von der Ungenauigkeit seiner Nebenleute angesteckt wurde, nahm das Unheil seinen Lauf – Wattenscheid witterte in dem folgenden offenen Schlagabtausch plötzlich seine Chance. Der Abstiegskandidat hatte die klareren Gelegenheiten, die Philipp Kühn mit Glück und Können bis zum Elfmeter entschärfte.

Leichtes Spiel gegen RWO

Viel zu spät wurde Raphael Steinmetz für den wirkungslosen Gümüssu eingewechselt, zu spät folgte auch der Wechsel im Aufbau von Scheelen zu Fleßers. Der fand in der zerfahrenen Endphase auch keine Linie mehr.

Die SG 09 hatte gegen die kopflose Zimmermann-Truppe leichtes Spiel, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Zimmermann: „Im zweiten Durchgang haben wir fast immer das falsche Mittel gewählt Wir haben keinen Fußball gespielt.“