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RWO ist in Heidenheim Außenseiter

27.01.2012 | 16:37 Uhr
RWO ist in Heidenheim Außenseiter
Dimitrios Pappas

Oberhausen.  Der FC Heidenheim ist im ersten Heimspiel des Jahres haushoher Favorit gegen den Tabellenachtzehnten Rot-Weiß Oberhausen. RWO rechnet sich trotzdem etwas aus. Der Schlüssel soll mannschaftliche Geschlossenheit sein.

Eigentlich ist es so eine Art Wiedersehen mit Michael Thurk. Dimi Pappas hat sich mit dem Neu-Heidenheimer in dessen Augsburger Zeiten ordentlich duelliert und sah dabei nicht immer gut aus. Thurk ist jetzt so etwas wie der Mike Terranova von Heidenheim. Der Mann hinter der Spitze, der die Löcher reißen soll und vielleicht auch mal den ein oder anderen reinmacht. Letzteres wird konkret von Patrick Mayer verlangt. Der war in der vergangenen Saison Drittliga-Torschützenkönig und wechselte danach in die Bundesliga zu Augsburg. Jetzt ist er wieder als Leihgabe zurück und spielt vor Thurk. Er ist der David Jansen von Heidenheim.

Das sagt einiges: Heidenheim, die 48 000-Einwohner-Stadt im Speckgürtel zwischen Stuttgart und Augsburg, hat ganz andere finanzielle Möglichkeiten als RWO und ist daher im ersten Heimspiel des Jahres haushoher Favorit gegen den Tabellenachtzehnten. Viele Akteure der Heidenheimer haben einen Augsburger, Stuttgarter oder Ulmer Hintergrund. Gute Spieler, Gutverdiener.

Außenseiter

Aber wie das im Fußball so ist: Es muss nicht immer die teurere Mannschaft gewinnen. Das zeigte Heidenheim etwa beim 0:3 in Chemnitz, wo viele Unwägbarkeiten zusammen kamen und den selbst ernannten Aufstiegsfavoriten stolpern ließen.

Genau das haben die Mannen von Trainer Mario Basler vor. Der Schlüssel dazu soll wie schon gegen Münster mannschaftliche Geschlossenheit sein. Die Aufstellung wird defensiver als gegen die Preußen ausfallen, wahrscheinlich wird Christopher Kullmann aus der Startelf genommen. Dafür rückt Mike Terranova eine Idee nach vorn, Anel Dzaka gibt den offensiven Sechser und es ist Platz für einen weiteren defensiven Sechser neben Jeff Gyasi. Hier dürfte Alexander Scheelen die besten Karten haben.

Der Einsatz von Innenverteidiger Felix Schiller ist nach dessen Bänderverletzung noch fraglich, für ihn könnte Dimi Pappas nach seiner Gelbsperre einspringen. Die Außenpositionen sind mit Benjamin Weigelt und Florian Abel gesetzt. Basler: „Es gibt keinen Grund, hier was zu ändern.“ – das ist vor allem ein Lob für „Flo“ auf der ungewohnten Position. Die Personalie Esad Razic hat sich erledigt. Basler teilte ihm mit, dass er ihn in der Ersten nicht mehr berücksichtigen wird. Bisher liegen keine Gebote für den Verteidiger vor.

Dies auch nicht für Kullmann, dem zwar Kontakte nach Halle nachgesagt werden – von denen dieser nach eigener Auskunft aber nichts weiß, sondern nur ein so genannter Berater.

In Ehrfurcht erstarren vor den prominenten Namen der heimstarken Gastgeber ist nicht die Sache von Mario Basler: „Wir treffen auswärts auf einen Gegner, der enorm aufgerüstet hat. Aber es birgt Gefahren, wenn man sich so verstärkt.“ Basler meint damit, dass das Mannschaftsgefüge durch einen Spieler wie Thurk auch schon mal durcheinander geraten kann: „Denn der kommt bestimmt nicht für 5000 Euro.“ So pflegt Basler das Außenseitergefühl seiner Truppe, und die ist damit in den Vorjahren gerade in der Ecke Deutschlands oft gut gefahren. Terranova und Pappas haben bestimmt noch ihre Ausflüge nach Augsburg in Erinnerung, wo die billige, aber intakte RWO-Zweitligatruppe der Edel-Elf aus der Fuggerstadt zeigte, wo der Hammer hängt. Warum nicht jetzt bei der kleinen Ausgabe.

Der RWO-Gegner im Kurzporträt

Mit der Verpflichtung von Michael Thurk und der Rückkehr von Patrick Mayer, beide vom FC Augsburg, hat der FC Heidenheim ein klares Zeichen gesetzt. Die Elf von Trainer Frank Schmidt will die Tabellenspitze angreifen. Das ging beim Jahresauftakt in Chemnitz zunächst mal völlig schief.

Ein misslungenes Rückspiel von Verteidiger Florian Tausendpfund verursachte den Platzverweis von Torwart Frank Lehmann und das 0:1 bereits in der ersten Minute. 89 Minuten in Unterzahl ergaben letztlich ein 3:0 für die Ostdeutschen. Lehmann wurde für ein Spiel gesperrt, für ihn rückt gegen RWO Erol Sabanov in den Kasten. Fehlen wird den Gastgebern im ersten Heimspiel des Jahres in der Voith-Arena auch der gelbgesperrte Verteidiger Tim Göhlert. Nach dem 0:3 werden die Kicker von der Ostalb alles daran setzen, wieder in die Erfolgsschiene zurück zu finden. Die Neuverpflichtungen für die Offensive haben Aufbruchsstimmung geschaffen, in der Winterpause wurden zusätzlich 500 Dauerkarten für die Restrunde verkauft. Bisher haben die Heidenheimer spielerisch oft überzeugt. Wer da kreativ mithalten wollte, sah oft schlecht aus. Gegen kompakt stehend e Mannschaften hingegen tat sich die Elf von Frank Schmidt mitunter schwer, was letztlich eine bessere Platzierung als aktuell den siebten Rang verhinderte. In der Hinrunde präsentierten sich die Heidenheimer in Oberhausen hoch überlegen und gewannen verdient 3:0 im Stadion Niederrhein

Peter Voss

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