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RWO brauchte auch dieses Mal einen Tritt in den Hintern

26.08.2012 | 18:13 Uhr
RWO brauchte auch dieses Mal einen Tritt in den Hintern
Benjamin Weigelt legte im Laufe des Spiels zu.Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.  RWO leistete sich auch gegen den SC Verl einen schwachen Start und geriet wieder einmal in Rückstand. Dieses Mal ging es noch gut aus - weil die Mannschaft zumindest zeitweise Qualitäten zeigte. Trotzdem musste auch am Ende noch gezittert werden.

An Tagen wie diesen wünscht man sich (nein, nicht Unendlichkeit), sondern einfach, dass das Spiel erst nach 30 Minuten angefangen hätte. Denn bis dahin war in der Partie der Rot-Weißen gegen den SC Verl zumindest aus Oberhausener Sicht tote Hose. Was übrigens kein Einzelfall ist. Die bisherigen Spiele mit Ausnahme des Derbys gegen Rot-Weiss Essen zeigten, dass die Truppe von Trainer Mario Basler Probleme hat, sicher zu beginnen. Offenbar braucht die Mannschaft immer einen Weckruf. Der fand diesmal in Gestalt von Mike Terranova statt, der bei einem starken Laufeinsatz sein Team ins Spiel holte. Doch wie schon gegen Schalke, Wiedenbrück und jetzt Verl galt es dann schon einen Rückstand aufzuholen.

„Keine Ahnung, warum wir immer erst einen Tritt in den Hintern brauchen“, rätselte auch „Terra“ nach der Partie. Der reichte diesmal wieder und brachte letztlich den dritten Sieg in Folge, auch wenn am Ende erneut ohne Not gezittert wurde. „Das 3:1 hat uns eigentlich Sicherheit gegeben, aber dann haben wir wieder nicht konsequent genug gespielt“, meinte Doppeltorschütze Sebastian Mützel zur wackeligen Schlussphase.

Zwischen der 30. und 70. Minute jedoch waren ohne Frage Qualitäten zu sehen. Zunächst einmal war klar zu erkennen, dass das Team will. Mit großem Einsatz unterstrichen alle Beteiligten, dass der Kader sich zu einer Mannschaft finden will. Was ebenfalls zu sehen war: Offensiv sieht vieles schon gut aus. Wenn Ken Asaeda und Hiromu Watahiki den Vorwärtsgang einlegen und Anspielstationen finden (Mike Terranova, Mützel), geht es ruckzuck in die Spitze.

Über die Außen läuft es zusehends besser

Ebenfalls positiv: Über die Außen läuft es zusehends besser. Mit Karoj Sindi für den enttäuschenden Stephan Boachie, seinem Hintermann Christoph Caspari sowie Pascale Talarski, Ralf Schneider und Benjamin Weigelt hat Basler viele Wahlmöglichkeiten, um Druck über die Außenbahnen aufzubauen. So können Spiele gewonnen werden.

Mit dem bisher gezeigten Defensivverhalten der ersten Minuten hingegen können sie auch schnell verloren werden. Verl hatte die Chance, nach der Führung auszubauen und dann wäre fraglich gewesen, ob die Truppe nach einem 0:2 noch mal zurück finden würde. Gegen Verl hat es mit Glück und Willen gereicht. Ob das gegen Spitzenteams wie Viktoria Köln am kommenden Sonntag der Fall sein kann, ist eher auszuschließen.

Ausgerechnet Kapitän Benjamin Weigelt zeigt Unsicherheiten

Nach wie vor gibt es Abstimmungsschwierigkeiten in der Innenverteidigung, obwohl Jörn Nowak und Benjamin Sturm für sich gesehen gut gespielt haben. Während sich Caspari auf rechts zunehmend stabilisiert, sind gerade bei Kapitän und Routinier Benjamin Weigelt in der Startphase häufig Unsicherheiten zu beobachten, die auf seine Mitspieler abfärben. Bislang ist es dem Linksverteidiger meist gelungen, aus diesen Tiefs im Laufe der ersten Halbzeit heraus zu finden. Doch es bleibt die wichtigste Aufgabe der Trainer, dem Defensivverbund zu mehr Sicherheit zu verhelfen.

Denn ansonsten kann eine Partie wirklich nach 30 Minuten schon entschieden sein.

Ralf Bögeholz und Peter Voss


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