Für RWO-Stürmer Steinmetz wird ein Traum wahr

So ausgelassen feierten die Rot-Weißen noch nicht oft in dieser Saison: 1:0 im Derby nach einer starken Leistung, und schon gibt es die Humba.
So ausgelassen feierten die Rot-Weißen noch nicht oft in dieser Saison: 1:0 im Derby nach einer starken Leistung, und schon gibt es die Humba.
Foto: Fabian Strauch / FUNKE FotoServi
Was wir bereits wissen
Einst war er Balljunge im Stadion, letztes Jahr spielte er noch Landesliga. Jetzt entschied Raphael Steinmetz das Derby gegen RWE mit seinem Kopfball.

Oberhausen.. Wenn Benjamin Weigelt mit Grippe immer so spielt, sollte man die Körpertemperatur des Kapitän vielleicht ständig künstlich erhöht halten. Der Abwehrchef war ein Schlüssel zum 1:0 (0:0)-Sieg der Oberhausener Rot-Weißen im Derby gegen die Nachbarn von Rot-Weiss Essen. Was aber noch mehr erfreut: Er war eben nur einer, es gab noch viele mehr, die den verdienten Sieg in einem erstaunlich fairen Derby erspielten und erarbeiteten.

Weigelt lieferte eine fehlerfreie Leistung in der Defensive ab und strahlte damit die Ruhe aus, die seine Nebenleute Felix Herzenbruch, Felix Haas und Christoph Caspari gern mitnahmen. Die Defensive ließ eigentlich keine zwingende Chance der Essener zu. Die versuchten ihr Heil dann hin und wieder aus der Distanz, doch da war Torhüter Philipp Kühn immer auf dem Posten.

Vor der Abwehr erstaunte die Überlegenheit von Robert Fleßers und Alex Scheelen im Mittelfeld. Die hatten ihre Gegenüber komplett im Griff, eroberten die Bälle und brachten sie nach vorn. So weit, so gut. Da aber weder RWO noch RWE im ersten Durchgang volles Risiko ging, blieben klare Chancen aus. Kühn entschärfte Situationen gegen Sven Kreyer (32.) oder Marwin Studtrucker (41.), doch das war es auch schon, was das Oberhausener Tor bedrohte.

RWO - RWE Auf der anderen Seite fiel das Bild auch nicht eindeutig aus. Scheelen schickte einmal Patrick Schikowski, doch nicht präzise genug. Dominik Reinert fand später David Jansen zentral, doch der wurde vom Ball getrennt. Die klarste Angelegenheit war vielleicht noch ein Vorstoß von Reinert in den Strafraum, bei dem er zunächst gehalten und dann umgelegt wurde. Doch der Pfiff bleib aus, der Linienrichter kann nur auf vorheriges Seitenaus plädiert haben – was ungeklärt blieb.

RWO mit variabler Spielanlage

Offensichtlich war: Essen mag im ersten Durchgang bissiger gewesen sein, doch die Spielanlage der Oberhausener war deutlich variabler. Flinkes Kombinationsspiel stand hohen Bällen gegenüber – die waren bei Haas und Co. in besten Händen.

Dies erkannte Zimmermann, forderte von seinem Team in der Pause konsequent den Dreier und setzte voll auf die spielerische Karte: Mit dem immer noch leicht angeschlagenen Patrick Bauder für den glücklosen Schikowski brachte er zum zweiten Durchgang einen weiteren Kreativspieler, für Oberhausen gewissermaßen der Dosenöffner. Das zahlte sich sofort aus, denn RWO verstärkte den Druck und suchte im schnellen Spiel nach vorn die durchaus vorhandenen Löcher.

Die Führung hatte Jansen fast auf dem Schlappen, doch er erwischte einen Lauf von Caspari über rechts nur in Rücklage und brachte den Ball nicht unter Kontrolle (57.).

Essen blieb seinen Mitteln treu und setzte auf Standards: Der Kopfball von Richard Weber nach einer Ecke von Daniel Grebe (64.) ließ zumindest erahnen, dass das gefährlich werden könnte. Dann kam Raphael Steinmetz für Ralf Schneider und RWO legte wiederum einen Zahn zu. Ein Remis wäre zu wenig, das war damit klar. Ein Spiel mit dem Feuer, denn die Essener erkannten die zusätzlichen Räume und setzten Konter an. Doch die Viererkette um Weigelt blieb an diesem Nachmittag unbezwungen. Nachdem Bauder und Caspari mit einer Kombination noch Pech hatten (76.), fiel die Entscheidung. Der starke Herzenbruch zirkelte über links einen Ball in den Strafraum und da stand der kleine Stürmer Steinmetz goldrichtig und nickte schlau gegen die Laufrichtung von Essens Torwart Niclas Heimann ins lange Eck ein (77.).Regionalliga-Derby

Danach passierte tatsächlich nichts mehr. Die Essener Angriffe wurden im Keim erstickt und vorne fehlte RWO die letzte Konsequenz. Nur: Sorgen um den Ausgleich musste man sich während dieser klasse Teamleistung nie machen.