Für RWO-Keeper Udegbe ist es Zeit für den nächsten Schritt

Gibt viele und klare Kommandos: Beim KFC Uerdingen zählte Robin Udegbe trotz des Abstiegs zu den besten Regionalliga-Keepern.
Gibt viele und klare Kommandos: Beim KFC Uerdingen zählte Robin Udegbe trotz des Abstiegs zu den besten Regionalliga-Keepern.
Foto: Imago
Trotz seiner erst 24 Jahre ist Neuzugang Robin Udegbe im Tor ein erfahrener Mann. Klare und lautstarke Anweisungen kommen gut an bei RWO.

Oberhausen.. Die Körpersprache ist nicht von schlechten Eltern. Robin Udegbe, neuer Torwart im Dress des Regionalligisten RWO, machte nach den ersten Trainingseinheiten auch im ersten Testspiel gegen Fortuna Köln gleich drauf aufmerksam: Der Strafraum ist mein Hoheitsgebiet. Der 24-Jährige klebt nicht auf der Linie, sondern ist schnell präsent, wenn vor seinem Kasten Gefahr in Verzug ist.

Mit seinen 1,94 Metern Körpergröße und dem entsprechenden Kampfgewicht dahinter möchte man dem Deutsch-Nigerianer nur ungern im Luftkampf begegnen. Im Eins-gegen-Eins wird der ehemalige Schnapper des KFC Uerdingen sehr oft vorn liegen. Dafür haben ihn die Rot-Weißen geholt, als großen Rückhalt, als höchstwahrscheinliche neue Nummer eins nach dem Weggang von Philipp Kühn.

Udegbe war der Kapitän beim KFC Uerdingen

Thorben Krol ist der Mann, mit der Udegbe um die Nummer eins im Tor der Rot-Weißen kämpfen wird. Die Qualitäten von Krol sind bekannt, die von Udegbe auch. Er galt als großer Rückhalt der Uerdinger, auch wenn es schlussendlich mit dem Klassenerhalt nicht geklappt hat. Er ist anerkanntermaßen einer der besten Torhüter der Regionalliga. Die Krefelder vertrauten ihm die Kapitänsbinde an. Udegbe: „Ich bin ehrgeizig, ich werde in jedem Spiel alles raushauen. Wir haben große Ziele hier.“

Das ist ihm tatsächlich in jedem Training anzumerken. Nicht nur die körperliche Präsenz stimmt, auch in Sachen Lautstärke ist er vorn dabei. Klar kommen die Anweisungen an seine Vorderleute. Missverständnisse, wie sie bei leiseren Zeitgenossen im Kasten schon mal auftreten, dürften damit ausgeschlossen werden. Er tritt halt wie ein Kapitän auf und das dürfte seinen Vorderleuten gefallen: Klare Ansagen vermeiden Fehler. Udegbe ist mit seinen 24 Jahren jung genug, um noch viele Entwicklungsschritte zu gehen.

RWO hatte in Gestalt des sportlichen Leiters Frank Kontny bereits in der Vorsaison Kontakt mit Udegbe aufgenommen. Auch da war zunächst unsicher, ob Kühn bleiben würde. Aber er entschied sich für ein weiteres Jahr in Uerdingen. „Es waren zwei gute Spielzeiten dort“, sagt er über den Verein, zu dem ihn der damalige niederländische Trainer Erik van der Lüer geholt hatte. Der beobachtete nämlich immer auch den niederländischen Fußball-Markt und sah dort den deutschen Torwart als zunächst dritten Mann beim Erstligisten VVV Venlo. Udegbe bekam schließlich sogar Spielminuten in der Ersten Liga. Der Abstieg ließ sich aber nicht verhindern, Uerdingen bekam den Zuschlag.

Nebenbei studiert Udegbe Psychologie

Der Deutsch-Nigerianer stammt gebürtig aus der Gegend von Kiel, bewies aber schon früh, dass er auf eigenen Beinen stehen wollte. „Klar, ich wollte in den Profifußball.“ Mit 15 Jahren verlässt er die Heimat im Norden und schließt sich der B-Jugend von Fortuna Düsseldorf an und spielt dort U 17-Bundesliga. Seine schulische Laufbahn setzt er auf einem Düsseldorfer Sportgymnasium fort. Verwandte in der Landeshauptstadt regeln den Alltag. Nach einer unglücklichen Station bei RW Essen II und der Insolvenz folgte ein Intermezzo zum Fithalten beim Niederrheinligisten Düsseldorf-West und dann eben die Station Venlo, wo er sich aus der Nachwuchsabteilung in die Profi-Mannschaft vorarbeitete.

Und jetzt eben RWO: „Der Kontakt zu Frank Kontny ist nie abgebrochen, jetzt war die Zeit reif für den nächsten Schritt“, sagt er. Für die Kleeblätter sprach auch die räumliche Nähe zu seinem Lebensmittelpunkt. Mit seiner Freundin wohnt er in Moers und studiert an der Universität Kamp-Lintfort Psychologie im vierten Semester. „Das wird nicht einfach, das jetzt alles unter einen Hut zu bekommen. Aber ich will mit dem Studium auf jeden Fall dran bleiben“, sagt der Einser-Abiturient.

Psychologie hat im Sport bekanntlich noch nie geschadet.