Dreierpack von Steinmetz - RWO schlägt Wiedenbrück mit 4:0

Derzeit richtig gut drauf in der RWO-Offensive: Raphael Steinmetz erzielte gegen Wiedenbrück drei Treffer.
Derzeit richtig gut drauf in der RWO-Offensive: Raphael Steinmetz erzielte gegen Wiedenbrück drei Treffer.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Das sechste Spiel in Folge ohne Niederlage, der fünfte Sieg in den letzten sechs Partien - Oberhausen baute seine Erfolgsserie in der Regionalliga aus.

Oberhausen.. RWO-Vorstand Thorsten Binder überlegt, ob er den Vertrag mit Raphael Steinmetz vor jedem Heimspiel verlängern soll. Just vor der Partie gegen den SC Wiedenbrück wurde die vorzeitige Verlängerung bis Sommer 2017 verkündet. Stürmer Steinmetz feierte das mit drei Toren beim 4:0 (1:0) gegen die Ostwestfälischen. Dabei glänzte aber nicht nur der Hochtalentierte, die gesamte Mannschaft zeigte eine spielerisch überaus gelungene Vorstellung.

Im Prinzip hätte Wiedenbrück die Punkte per Post schicken können, so chancenlos waren sie gegen die Rot-Weißen, die sich von Regenschauern und Minuskulisse von 1340 Unentwegten nicht runterziehen ließen. Wiedenbrück, ersatzgeschwächt und seine Form suchend, kam zu zwei Schussversuchen in 90 Minuten und machte von Beginn an den Eindruck, nur nicht zu hoch verlieren zu wollen.

Was aber auch an den von Beginn an konsequent aufspielenden Gastgebern lag. Auch ohne David Jansen, der weiter an Rückenproblemen laboriert, diktierte die Heimelf mit Patrick Bauder wieder in der Rolle des Lenkers komplett das Geschehen. 20 Minuten lang legten sich die Oberhausener den Gast zurecht, merkten, dass da nicht viel kam und gingen dann zielstrebig auf Chancensuche.

Caspari bringt das 1:0 auf den Weg

Eine erste markierte Steinmetz mit einem 20-Meter-Schuss, den Marcel Hölscher abklatschen konnte, der Nachschuss erneut von Steinmetz ging vorbei. Eine zweite verpasste Steinmetz nach einem Freistoß des wieder starken Benjamin Weigelt (30.) noch knapper. Doch dann stand er goldrichtig. Robert Fleßers hatte Christoph Caspari geschickt und dessen scharfe Hereingabe auf den kurzen Pfosten drückte Steinmetz zur überfälligen Führung ein (41.).

Kurz nach dem Wechsel wurde die Partie vorentschieden. Daniel Barton foulte Dominik Reinert und sah dafür die Rote Kate von Schiedsrichter Sven Heinrichs. Die mag etwas hart ausgefallen sein, doch der Unparteiische war bestens postiert und unterbrach sofort bei Vorteil RWO. Trainer Zimmermann, auf seiner Bank durchaus auf Höhe des Geschehens, fand, dass es gelb wohl getan hätte.

Gegen zehn Wiedenbrücker war das weitere Geschehen vorgezeichnet, RWO verstärkte den Druck postwendend und bot sehenswerten Einbahnstraßenfußball. Nachdem sich Fleßers, Reinert und Schikowski auf links in einer komplizierten Aktion verzettelt hatten, zeigte Steinmetz , wie einfach Fußball sein kann. Er nahm den Abpraller kurz vor dem Strafraum auf und zog einfach ab. Die Kugel landete unhaltbar für Hölscher oben rechts im Knick (54.).

Steinmetz hätte vierten Streich folgen lassen können

Kurz darauf rettete Hölscher noch einmal gegen Steinmetz, doch gegen den dritten Streich des Mittelstürmers war er chancenlos. Steinmetz erwischte ein starkes Zuspiel des eingewechselten Ralf Schneider, den zuvor Patrick Bauder auf die Reise geschickt hatte. Praktisch eine Kopie des ersten Treffers, kaltschnäuzig am kurzen Pfosten verwandelt (65.). Die Möglichkeit zu seinem vierten Tor ließ er ungenutzt, nach Stafette über Christoph Caspari, Schneider und Bauder blieb diesmal der Wiedenbrücker Torwart Sieger.

Das war es dann für den Dreifachtorschützen, Zimmermann wollte auch den Leuten von der Bank Vertrauen zeigen und brachte Nick Brisevac.

Der bedankte sich mit dem vierten Treffer, den Weigelt mit einem langen Pass auf Bauder ins Zentrum vorbereitet hatte und den Bauder clever für den durchstartenden Brisevac durchlaufen ließ (84.). Der Schlusspunkt einer einseitigen Partie, bei der zum Schluss allen (außer den Gästen) die Sonne lachte.

Zimmermann fand's "einfach schön" - Die Stimmen zum Spiel

RWO-Trainer Andreas Zimmermann: Es ist schön, vom Gästetrainer gelobt zu werden. Das war unser drittes Spiel in sieben Tagen. Zwei davon haben wir auf sehr tiefen Böden absolviert. Schon beim Aufwärmen habe ich gesehen, dass die Jungs absoluten Spaß hatten, wieder auf einem besseren Rasen spielen zu können. Man hat gesehen, dass sie richtig Lust auf Fußball hatten und spielen wollten. Von der ersten Sekunde an war zu merken, dass wir den Sieg wollten. Alle Vorgaben der Trainer wurden bestens umgesetzt. Das macht Spaß und bestätigt einen Trainer darin, diesen Beruf ergriffen zu haben. Es war einfach schön. Ich bin mit der Leistung sehr einverstanden. Zufrieden darf man nicht sein, weil es immer etwas zu verbessern gibt. Die Rote Karte hätte man nicht geben müssen. Aber ich bin sicher, dass wir auch gegen elf gewonnen hätten. Der Sieg war ungefährdet. Jetzt haben wir bis zum nächsten Spiel in Aachen eine längere Pause und werden die zunächst dazu nutzen, uns zu erholen und ein wenig auszuruhen. Aber dann geht es voller Elan Richtung Aachen.

Torschütze Raphael Steinmetz: In Lotte haben wir gut gekämpft, in Siegen haben wir dazu noch gut gespielt. Das haben wir jetzt gegen Wiedenbrück fortgesetzt und uns dafür auch belohnt. Wir wollen einfach immer weiter zocken. Ich habe mich über meine Vertragsverlängerung gefreut, denn ich bin hier sehr zufrieden und wollte bleiben. Da musste ich nicht lange nachdenken. Bei meiner vierten Torgelegenheit habe ich mich vielleicht ein bisschen zu weit nach außen drängen lassen und wohl auch zu lange überlegt. Dafür waren die anderen gut. Ich bin jetzt drei Monate von meinem Arbeitgeber Mannesmann freigestellt, wofür ich mich sehr bedanke. Jetzt werde ich Extraschichten einlegen beim Training, um noch zusätzlichen Schwung zu bekommen. Ich schätze, dass noch zehn Prozent Fitness mehr drin sind.

Leiter Sport Frank Kontny: Wir sind dem Unternehmen sehr dankbar, das Raphael diese Chance gegeben hat. Er hat eine gute Prüfung gemacht und wurde übernommen. Da ist es nicht selbstverständlich, dass er freigestellt wird. Es waren gute Gespräche in Düsseldorf.

SCW-Trainer Alfons Beckstedde: Wir wussten, dass es hier eine schwierige Aufgabe werden würde. Wir mussten improvisieren, weil einige Stammspieler ausgefallen sind. Wir wollten kompakt stehen und Nadelstiche setzen. Das ist uns vielleicht die ersten 20 Minuten gelungen. Wir sollten das 0:0 bis zur Halbzeit halten, es war ärgerlich, dass uns das nicht gelungen ist. In der Pause sprechen wir noch davon, dass wir uns Chancen erarbeiten wollten. Doch das wurde mit dem Platzverweis praktisch sofort über den Haufen geworfen. Letztlich haben wir auch in der Höhe zurecht verloren. Ich bin sicher, dass RWO noch viele Spiele gewinnen wird.