Zwischen RWE und Harttgen geht es um mehr als 250 000 Euro

Im Februar 2014 stimmte die Chemie noch: Sportvorstand Uwe Harttgen (l.) und RWE-Chef Michael Welling.
Im Februar 2014 stimmte die Chemie noch: Sportvorstand Uwe Harttgen (l.) und RWE-Chef Michael Welling.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Fußball Regionalligist Rot-Weiss Essen und sein Ex-Sportvorstand Uwe Harttgen treffen sich vor Gericht. Es geht um Harttgens fristlose Kündigung.

Essen.. Es sollte der Beginn einer neuen Zeitrechnung werden, als Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen Anfang 2014 Uwe Harttgen als neuen Sportvorstand verpflichtete. RWE plante, mit der Verpflichtung des Ex-Profis eine Professionalisierung im Verein einzuleiten. Nach weniger als 15 Monaten endete die Zusammenarbeit abrupt. Harttgen wurde fristlos gekündigt. Jetzt treffen sich beide Parteien vor Gericht.

Zugang „Ich verstehe mich als Teamplayer. Gerade auch mit Herrn Welling“, sagte Harttgen bei seiner Vorstellung in Essen. Doch je länger die Zusammenarbeit mit Michael Welling, dem 1. Vorsitzenden des Vereins, dauerte, desto weniger spaßig wurde sie. Atmosphärische Störungen erschwerten eine Zusammenarbeit mit der Zeit erheblich.

Eigenmächtige Trainer-Verlängerung sorgte für Eklat

Dass die Beziehung Harttgen/RWE mit einem Knall endete, war daher nicht verwunderlich. Im März 2015 stellte Harttgen dem Aufsichtsrat seinen Plan vor, den Vertrag mit dem umstrittenen Trainer Marc Fascher zu verlängern. Der Aufsichtsrat entschied sich zunächst dagegen. Tags darauf die Überraschung: Harttgen informierte Welling und Co., dass er den Vertrag bereits eigenmächtig verlängert habe. Ein Vertrauensbruch, auf den RWE umgehend mit einer fristlosen Kündigung reagierte.

RWE-Interview Harttgen klagte gegen die Kündigung, weil er sich dazu berechtigt sah, die Verlängerung im Alleingang vorzunehmen. RWE sah das anders.

Am Donnerstagmorgen wird der Fall nun vor dem Essener Landgericht verhandelt. „Wir haben gute Argumente“, betont Welling. Vor allem das gestörte Vertrauensverhältnis durch den Alleingang wird er als Argument in den Ring werfen.

Gewinnt RWE den Prozess, werden Mittel frei

Ein Urteil wird am Donnerstag wahrscheinlich nicht gefällt. Weitere Termine sind zu erwarten. Für RWE wäre es aus finanzieller Sicht wichtig, Recht zu bekommen. Der Verein hat sein Budget so geplant, als müsste er Harttgen, der monatlich eine fünfstellige Summe kassierte, weiter bezahlen. „Wir würden uns freuen, wenn diese Mittel frei werden würden“, sagt Welling. Entscheidet der Richter für RWE, würden mehr als 250 000 Euro frei. Geld, das im Sommer in Verstärkungen fließen könnte. Die kann RWE gut gebrauchen.

Der Traditionsverein von der Hafenstraße dümpelt im grauen Mittelfeld der Regionalliga West herum und muss in der anstehenden Rückrunde gegen den Abstieg kämpfen. RWE hat in der Hinrunde sieben Spiele verloren. Eine weitere Niederlage vor Gericht würde sich der Verein gerne ersparen.