Winkler ist nun auch offiziell der neue Sportchef bei RWE

Der neue Sportchef an der Hafenstraße: Andreas Winkler.
Der neue Sportchef an der Hafenstraße: Andreas Winkler.
Foto: Michael Gohl / Funke Foto Services
Andreas Winkler (45) ist der neue Sportdirektor beim Fußball-Regionalligisten Rot-Weiss Essen. Winklers Nachfolger als Leiter der Nachwuchsabteilung wird Markus Reiter (38.).

Essen.. Es war ja kein Geheimnis mehr, aber offiziell ist es eben erst seit Dienstagabend, nachdem auch der Aufsichtsrat sein Okay gegeben hat. Andreas Winkler (45) ist der neue Sportdirektor beim Fußball-Regionalligisten Rot-Weiss Essen. Winklers Nachfolger als Leiter der Nachwuchsabteilung wird Markus Reiter (38.). Auch das wie erwartet.

Interview III Nein, schmissige Schlagzeilen produzieren diese Personalien nun wirklich nicht, obwohl sie doch ausgesprochen wichtig sind. Kein Vergleich mit der Inthronisierung von Uwe Harttgen vor knapp anderthalb Jahren. Der längst wieder geschasste Sportvorstand wurde damals voller Stolz und hochoffiziell der Öffentlichkeit präsentiert. Im Fall Winkler tut es eine ausführliche Pressemitteilung. Man kennt ihn halt, schließlich ist Winkler mittlerweile sei 15 Jahren für RWE am Ball. Er hat auch drei Jahre lang für diesen Klub gespielt (2000-03) und wechselte danach zur Nachwuchsabteilung.

Konzeptionelle Arbeit

„Andreas Winkler verfügt als Fußballlehrer über enorme fachliche Kompetenz und hat erfolgreich als Leiter der Nachwuchsabteilung gearbeitet“, lobt RWE-Chef Michael Welling. „Den Fortschritt in der Nachwuchsförderung der letzten zehn Jahre verdankt der Verein nicht zuletzt seiner strukturellen und konzeptionellen Arbeit.“ In der kommenden Saison werden die Rot-Weissen mit der U19 und U17 in der Bundesliga spielen, die U15 läuft in der Regionalliga auf, also ebenfalls in höchsten Spielklasse. Und beim Thema planvolles Arbeiten schmunzelt Winkler: „Das ist kein Zufall, dass es jetzt so gekommen ist. Den Plan mit Markus Reiter als Nachwuchsleiter, den hatte ich schon in der Tasche, als er noch gar nicht Interimstrainer der ersten Mannschaft war.“

Natürlich ist es ein Aufstieg für Andreas Winkler, ein weiterer Karriereschritt. Schließlich hat sich sein Aufgabengebiet um einiges vergrößert und an Wichtigkeit zugelegt. „Es ist auf alle Fälle ein riesiger Vertrauensbeweis“, sagt der neue Sportchef und wischt den Verdacht selbstbewusst vom Tisch, er sei nur die kleine, vor allem kostengünstige Lösung.

Winkler hat zumindest den großen Vorteil, dass er diesen Verein und dessen Mitarbeiter kennt, dass er weiß, wie die Leute ticken. Natürlich werde er den Kurs vorgeben, sagt Winkler, aber er bevorzuge doch eher eine flache Hierarchie. Er schätze Teamarbeit bei klarer Aufgabenverteilung. Entscheidend: Man muss sich aufeinander verlassen können.

Auf Andreas Winkler lastet nun der Druck, die stets hohen sportlichen Ansprüche an der Hafenstraße zu erfüllen. Und er hat genaue Vorstellungen, wie er die Stimmung aufhellen kann. „Rot-Weiss Essen muss wieder Stärke entwickeln. Wir müssen so auftreten, dass sich die Fans hundertprozentig damit identifizieren können und gern ins Stadion kommen.“ Man wolle mehr agieren, als reagieren, kompakt stehen und mutig nach vorn spielen. Aber vor allem natürlich erfolgreich sein. So weit die Theorie, die es umzusetzen gilt.

Trainerfrage und Saisonziel

Welcher Trainer es versucht, wird Anfang nächster Woche verkündet. Nur hier und da gibt es bisher vage Spekulationen. Selten zuvor haben sie bei RWE bei derartigen Entscheidung so dicht halten können wie diesmal. Der Grund, warum sich die Entscheidung hinzieht: „Wir haben das gemeinsam mit dem Arbeitgeber des neuen Trainers abgestimmt, weil es noch einen laufenden Vertrag gibt.“

Neuzugang Auf das Saisonziel, das der Sportchef nun formulieren wird, sind die Fans natürlich ebenfalls gespannt. „Durch die U23-Problematik und den Trainerwechsel haben wir nun doch einen größeren Umbruch als geplant. Aber wir wollen uns spielerisch verbessern und das Bestmögliche herausholen.“ Auf eine Platzierung möchte er sich erst gar nicht festlegen. „Was nutzt es uns, wenn wir Dritter sind mit 20 Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter? Wir wollen ein Wörtchen mitreden und so lange wie möglich Tuchfühlung nach oben halten.“