Was RWE-Coach Fascher mit einem Kiez-Rockfürsten zu tun hat

Verwandt mit einem Rockerfürsten: RWE-Coach Marc Fascher.
Verwandt mit einem Rockerfürsten: RWE-Coach Marc Fascher.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
RWE-Coach Fascher hat prominente Verwandtschaft in Hamburg: Onkel Horst ist Gründer des legendären Star-Club und holte einst die Beatles nach Pauli.

Essen.. In der fußballfreien Zeit ist RWE-Coach Marc Fascher in die norddeutsche Heimat zurückgekehrt. Die Wohnung in Hamburg wartete auf eine Renovierung, und über die Weihnachts-Feiertage trifft sich die große Fascher-Familie – Marc Faschers Vater hatte noch vier Brüder – immer untereinander zu gemütlichen Stunden bei Seemannsgarn und Klönschnack. „Ich habe noch viele Cousins und Cousinen, wir haben in der Verwandtschaft ein tolles Verhältnis”, so der Fußballtrainer, zur Zeit a.D.

Einer ist dann im „Fascher-Clan” der unumstrittene Star – und der hat nichts mit König Fußball zu tun: Onkel Horst, inzwischen fast 79 und mit schlohweißem Haar, war einst der „Rockfürst vom Kiez”. Wer von Fascher in Hamburg spricht, denkt zu allererst an den legendären „Star-Club”-Gründer in der großen Freiheit 39, an die musikalische Geburtsstunde einer Band namens Beatles, bei ihrem geschichtsträchtigen Auftritt am 13. April 1962 auf der Reeperbahn.

Die bunte Welt seines Onkels lernte Fascher nur am Rande kennen

RWE Wenn Onkel Horst von früher erzählt, lauschen die anderen. Auch Marc Fascher, der als alter 68er (aber Geburtsjahr!) die guten alten Rock’n’Roll-Zeiten nur vom Hörensagen kennt. „Die Glanzzeiten habe ich ja nicht erlebt, woran ich mich erinnern kann, ist der Star-Club II, der 1976 von meinem Onkel am Hamburger Großneumarkt eröffnet wurde.” Ein echter Familienbetrieb, unten Disco, oben Wohnungen, „und die Oma machte noch persönlich die Räume sauber”, erinnert sich der 46-jährige Neffe und Enkel heute.

Eine bunte Welt, die Marc Fascher als 13, 14-Jähriger nur am Rande streifen durfte: „Abends um acht, wenn die Disco gerade aufmachte, durfte ich mich ganz nach hinten stellen und maximal eine Stunde reinlinsen. Das war natürlich hochspannend und aufregend.” Daheim wurde selbstverständlich die Musik von damals rauf- und runtergespielt, vornehmlich die Beatles und Tony Sheridan, eher nicht die Stones.

Paul McCartney ist ein guter Freund

Auch wenn die Nähe zum Kiez und zu St. Pauli auch Marc Fascher sicherlich in der Jugendzeit beeindruckte, so galt seine fußballerische Liebe in der Hansestadt doch der damals unumstrittenen Nummer eins: „Es war gerade die große Zeit des HSV mit den internationalen Auftritten in den Achtzigern, da war ich natürlich HSV-Fan. Aber es ließ sich ja damals gut kombinieren: Samstags ins Volksparkstadion und sonntags ans Hamburger Millerntor.“

Analyse Aber die Kontakte, die Onkel Horst pflegte, bekam sein Neffe natürlich auch mit: „Noch heute ist mein Onkel gut mit Paul McCartney befreundet, sie telefonieren so zwei bis dreimal im Jahr miteinander.” Und als der berühmteste Liverpooler Sohn sein bislang letztes Konzert in der AOL-Arena gab, das sein einstiger Entdecker im Backstage-Bereich verfolgen durfte, widmete McCartney einen Song „for my best friend Horst Fascher.”

Klar, dass Marc Fascher lange brauchte, um aus dem großen Schatten seines berühmten Onkels, zumindest in Hamburg, zu treten. „Am Anfang meiner Trainerkarriere hieß es natürlich immer: Sind Sie der Sohn des….? Erst später, als ich mir mit Kickers Emden im Aufstiegsjahr einen Namen gemacht hatte, wendete sich das Blatt. Dann wurde er gefragt: „Ach, sind Sie der Vater von…?” Späte Genugtuung.