Essen

„Tradition schießt keine Tore!“ - Otto Rehhagel wünscht RWE einen Scheich

Von links: Werner Kik, Manfred Sander, Markus Sander und Otto Rehhagel.
Von links: Werner Kik, Manfred Sander, Markus Sander und Otto Rehhagel.
Foto: Klimek
  • Zum 110-jährigen Vereinsbestehen lädt Rot-Weiss Essen einige Vereinslegenden ein
  • Otto Rehhagel und Willi „Ente“ Lippens amüsieren das Publikum
  • Doch Otto Rehhagel findet auch ernste Worte

Essen. Rot-Weiss Essen lud am Montagabend anlässlich seines 110. Geburtstages rund 330 Gäste ins GOP Varieté-Theater. Unter den Gästen war auch Otto Rehhagel.

Der 78-jährige gebürtige Essener unterhielt gemeinsam mit Willi „Ente" Lippens die Anwesenden durch lustige Anekdoten.

Der erfolgreiche Bundesligatrainer und ehemalige Griechenland-Trainer fand aber auch ernste, ehrliche Worte, was die Zukunft von Rot-Weiss Essen betrifft.

Rehhagel wurde von Moderator Daniel Lichtenstein gefragt, was er RWE denn für die nächsten zehn Jahre wünscht. Seine Antwort dürfte den einen oder anderen überrascht haben.

„Soll ich ehrlich sein? Tradition schießt keine Tore. Wir müssen einen Sponsor finden, der das alles aus der Portokasse bezahlt. Am besten wäre der Scheich von Dubai als Geldgeber“, sagte Rehhagel und führte aus: „Wir brauchen uns doch nichts vorzumachen. Die Zeiten haben sich geändert. Meine Ex-Klubs Bremen und Kaiserslautern haben auch ihre Schwierigkeiten. Oben stehen die Verein, die Geld haben. Wie die Bayern, Dortmund oder RB Leipzig. Die ganzen Traditionsvereine stehen unten in der Bundesliga-Tabelle.“

Deutlich wurde auch der 71-jährige Lippens: „Ich glaube, dass jede Liga ihren Preis hat. Mit Geld kannst du den Ausgang der unteren Ligen programmieren. Ich hoffe, dass RWE in den nächsten Jahren den Aufstieg schafft und ich noch den Profifußball in Essen erleben darf.“

Rehhagel und Lippens hatte die Lacher am Ende auf ihrer Seite

Auch wenn die Fußball-Legenden vom ernsten Thema Geld sprachen, hatten Rehhagel und Lippens die Lacher am Ende wieder auf ihrer Seite. Auf die Frage, wo denn der Unterschied zwischen der Spielweise von früher und heute liege, antwortete Rehhagel: „Ein Willi Lippens hat früher mit dem Ball gemacht, was er wollte. Heute macht der Ball mit den Spielern, was er will.“

Lippens wünschte sich derweil, dass er in der heutigen Zeit Fußball spielen könnte: „Ich glaube, dass ich heute maximal drei Jahre brauchen würde und dann ausgesorgt hätte.“ Ein Stimme aus dem Publikum: „Ente, dir würde heute ein Jahr ausreichen.“

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