RWE will mit einem offensiveren System erfolgreich sein

Daniel Grebe und RWE-Trainer Jürgen Lucas.
Daniel Grebe und RWE-Trainer Jürgen Lucas.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Im Vergleich zum Verbandspokal-Finale wirkt der Regionalliga-Alltag trist. Am Samstag trifft Rot-Weiss Essen auf Abstiegskandidat Sportfreunde Siegen.

Essen.. Auch wenn es hin und wieder in diesen Tagen verdrängt wird: Rot-Weiss Essen hat durchaus noch Ziele in dieser Saison. Da wäre zuallererst das Verbandspokalfinale gegen RWO. Ein Sieg noch und die DFB-Hauptrunde ist erreicht, was auf alle Fälle erstrebenswert ist. Es spült Geld in die Kasse und sportlich käme dann womöglich ein attraktiver Erstligist als Gegner, was wiederum die Einnahme noch einmal steigern würde.

Und in der Regionalliga? „Jedes Spiel ist noch wichtig“, stellte Tim Hermes nach dem Pokalerfolg gegen Kray fest. Ein Problem mit der Motivation werde es nicht geben. Man solle lieber den Schwung mitnehmen. Gleichwohl wirkt an diesem Samstag der Liga-Alltag im Vergleich zum Pokal-Halbfinale relativ trist. Zu Gast sind die Sportfreunde aus Siegen, ein Abstiegskandidat (14 Uhr, Hafenstraße, live in unserem Ticker).

Hermes war es auch, der an ein weiteres Ziel erinnerte. Platz fünf hieß es zu Saisonbeginn. Mindestens. Schon damals waren die meisten Fans davon nicht begeistert. Ein bisschen mehr sollte es dann doch schon sein. Und nach Platz eins zur Winterpause schwirrten die Ansprüche an der Hafenstraße ohnehin in anderen Sphären. Vorbei. Rang fünf ist allerdings noch möglich. Fünf Punkte müssten die Rot-Weissen dafür aufholen, genauso viele wie die Siegener, um die Klassen zu halten.

Aber die Platzierung ist nach geplatztem Titeltraum wohl eher nebensächlich. Es geht vornehmlich um den Unterhaltungswert, um guten Fußball. Was wiederum den Erfolg von ganz allein zurückbringen würde. Das Trainer-Duo Jürgen Lucas und Markus Reiter hat ein offensiveres System verordnet. Und wichtig ist, die Situationen auf dem Rasen möglichst spielerisch zu lösen. Lieber Flachpass als Langholz. „So ist die Vorgabe der Trainer“, bestätigte Hermes. Und der Ballbesitz soll letztlich die Sicherheit bescheren.

Bei RWE fehlen noch einige Automatismen und die Kompaktheit

Allerdings ist damit auch das Risiko erhöht, Fehler zu machen. Die Räume für den Gegner werden größer. Gerade in der Erprobungsphase, denn da befinden sich die Rot-Weissen keine drei Wochen nach dem Trainerwechsel noch immer. Gegen Kray wurde in Hälfte zwei deutlich, dass einige Automatismen und die Kompaktheit noch fehlen.

Technisches Rüstzeug verlangt dieses System ebenso wie eine ordentliche Laufbereitschaft. Kevin Grund ist eine Personalie, die den neuen Stil verkörpern soll. Gegen Kray stand der Techniker erstmals nach vielen Monaten in der Startelf, agierte offensiv zentral und setzte durchaus einige Impulse. „Ich war mit ihm sehr zufrieden“, lobte Trainer Lucas. „Er hat gezeigt, dass er uns helfen kann.“ Dass Grund nach 50 Minuten raus musste, war allein seiner Verletzungspause geschuldet. Es fehlt ihm halt noch etwas die Luft.

Auch deshalb wird es nach dem intensiven Pokalkampf wohl die eine oder andere personelle Änderungen geben. Ein bisschen frisches Blut kann ja nicht schaden. Alternativen gibt es ja genug.