RWE weiß mit Ballbesitz gegen Verl noch nichts anzufangen

Wenn es vorne gefährlich wurde, war es ein Verdienst von Marwin Studtrucker.
Wenn es vorne gefährlich wurde, war es ein Verdienst von Marwin Studtrucker.
Foto: Michael Gohl
Was wir bereits wissen
Einige positive Ansätze waren bei der 0:1-Niederlage in Verl zu erkennen, aber am schnellen Umschaltspiel hapert es noch. Sven Kreyer war im Sturmzentrum von zwei Leuten kaltgestellt.

Verl.. RWE-Coach Jürgen Lucas hatte im Clubhaus des SC Verl noch ein bisschen Zeit bis zu seiner ersten Pressekonferenz in der Regionalliga. Interessiert schaute er auf den Fernsehschirm mit den Regionalliga-Ergebnissen. Seine Augen wurde immer größer: Kray 1, Aachen 0, stand da zu lesen. Am liebsten wäre er aufgestanden und hätte die Zeit bis zum Pokal-Halbfinale am Dienstag gleich für eine weitere Trainingseinheit genutzt.

Denn dass noch viel Trainerarbeit übrig war, das verdeutlichten die Spielminuten von Verl zuvor bei der verdienten 0:1-Niederlage den Rot-Weissen. Der angestrebte Austausch des Spielsystems funktioniert nun mal nicht auf Knopfdruck. Das Positive vorweg: Es gab kein blindes Nach-vorne-Schlagen wie in den letzten Partien, die Auserwählten bemühten sich nach Kräften um spielerische Lösungen dieser unangenehmen Aufgabe, weil die Verler auch daheim in ihrem kleinen Schmuckkästchen an der Poststraße äußerst zugeknöpft auftreten und geduldig auf ihre Kontermöglichkeiten lauern.

Treffer direkt nach dem Wechsel wirft RWE aus der Bahn

Das Negative soll aber auch nicht verschwiegen werden: Ballbesitz ist eine prima Sache, man muss aber auch was Sinnvolles damit anfangen können. Wie sich in der ersten Halbzeit die Abwehrkette Huckle, Weber, Zeiger und Dombrowka die Kugel immer wieder hin- und herschoben, war vom geforderten schnellen Umschaltspiel mit Kurzpässen aber noch meilenweit entfernt, hier war noch kein Fortschritt zu erkennen.

Regionalliga „Das war auch das Thema bei uns in der Halbzeitpause, nachher hat es, fand ich, schon besser geklappt. Aber um so spielen zu können, braucht man auch eine Portion Selbstvertrauen, das ist aktuell noch nicht so ganz ausgeprägt“, hat auch Lucas erkannt, dessen Hauptaufgabe darin besteht, dies in den verbleibenden Stunden bis zum Pokalspiel hinzubekommen. Dass das Tor des Tages direkt nach dem Wechsel bei diesem Vorhaben natürlich kontraproduktiv war – eine Co-Produktion von SC-Stürmer Engelmann und Essens Tim Hermes – versteht sich.

RWE-Trainer nimmt Kreyer in Schutz

Wenn es gefährlich vor dem Verler Tor wurde, dann war es einer Einzelaktion von Marwin Studtrucker geschuldet, dessem Ego die Misserfolgs-Wochen offensichtlich nicht geschadet haben. Oft war der kleine flinke Angreifer nur durch ein Foul zu stoppen. Später bekam er Unterstützung durch Kevin Freiberger und Marcel Platzek, die noch ein paar Mal für Alarm im SC-Strafraum sorgten. Platzek wirkte in der Stummitte dabei wesentlich effizienter als der gegen ihn auswechselte Sven Kreyer, den der RWE-Trainer aber ausdrücklich in Schutz nahm: „Verl ist gerade in diesem Bereich mit hoher Qualität sehr sehr gut aufgestellt, und Sven haben sie immer gedoppelt.“ Nun, sollte Kreyer gegen Kray erste Wahl sein, kennt er das Gefühl wenigstens schon einmal.

Statistik - SC Verl - Rot-Weiss Essen 1:0 (0:0)

RWE: Heimann, Huckle, Weber, Zeiger, Dombrowka, Binder, Baier, Studtrucker (84. Steffen), Grebe, Hermes (58. Freiberger), Kreyer (65. Platzek).

Tor: 1:0 Engelmann (47.).

Gelb-Rote Karten: Dombrowka (85.) und Mikic (92., beide wiederholtes Foulspiel).

Zuschauer: 1022.