RWE-Trainer Fascher will die Marschroute nicht ändern

RWE-Coach Marc Fascher will das Spiel seiner Mannschaft nicht ändern.
RWE-Coach Marc Fascher will das Spiel seiner Mannschaft nicht ändern.
Foto: Revier Foto
Freitag kommt der VfL Bochum II an die Hafenstraße. Rot-Weiss Essen will nun nach der Niederlage in Aachen die Lücke zur Spitze wieder verkleinern.

Essen.. Natürlich war es etwas Besonderes: Über 30 000 Zuschauer sahen auf dem Tivoli das Top-Spiel der Fußball-Regionalliga zwischen Alemannia Aachen und Rot-Weiss Essen, der WDR war live auf Sendung, das ganze Drumherum ein Mordsbrimborium. Und keine Frage, in einem solchen Spiel will man besonders gut aussehen. Gewinnen will man ja auch immer, aber verlieren, das fällt einem bei einem solchen Gipfeltreffen wohl etwas schwerer. Nach der 0:1-Niederlage war die Laune bei den Rot-Weißen naturgemäß nicht gar so gut.

„Der Stachel saß tief bei allen Beteiligten“, räumt Trainer Marc Fascher ein. „Wir hatten ja eine gefühlte Ewigkeit kein Pflichtspiel mehr verloren. Und wenn man dann die zweite Niederlage in einem solchen Spiel kriegt, ist die Reaktion völlig normal.“ Aber nach einem freien Tag sei längst schon wieder die Normalität eingekehrt.

Nicht weiter an Boden verlieren

Also, weiter geht’s. An diesem Freitag kommt der VfL Bochum II zur Hafenstraße (19 Uhr/im Live-Ticker). Und da müssen die Essener zusehen, dass sie nicht weiter an Boden verlieren. „Noch ist nichts entschieden“, hatten sie in Aachen direkt nach Abpfiff betont. Ein bisschen Trotz war dabei, natürlich. Und das mit Recht, denn in den restlichen 14 Spielen kann ja noch viel passieren. Allerdings in beide Richtungen. RWE sieht sich selbst zwar nach wie vor nicht als der Titelfavorit, aber wenn man schon da oben steht, dann möchte man dort auch bleiben. Und so stellt Fascher fest: „Wir wollen dranbleiben.“

Und gleich mal sehen, was die Bochumer so drauf haben. Denn die sind schwer einzuschätzen. Der Trainer ist neu: Dimitrios Grammozis ist inzwischen der Chef, der in der Saison 2006/07 auch acht Spiele für RWE in der 2.Bundesliga bestritten hat. Zweimal in diesem Jahr sollte der VfL schon um Punkte kämpfen, doch beide Spiele mussten witterungsbedingt abgesagt werden. Ein bisschen „Wundertüte“ sei der Gegner deshalb, sagt Fascher. Es gab kaum Gelegenheit, ihn zu beobachten und zu analysieren. „Aber wir wollen sowieso am Freitag unser Ding machen. Das ist entscheidend.“

Bei RWE heißt es: Volle Kraft voraus!

Liga-Gipfel Das haben sie ja auch in Aachen durchgezogen und forsch nach vorn gespielt. Natürlich wurde nach dem Abpfiff hier und da diskutiert, ob es nicht vielleicht besser gewesen wäre, wenn man die Sache etwas verhaltener angegangen wäre, um die kompakten Aachener aus der eigenen Hälfte zu locken. Doch da widerspricht Fascher energisch: „Das ist nicht unser Spiel. Ich kann nicht ein halbes Jahr lang etwas predigen, und dann ändere ich plötzlich komplett die Marschroute.“ Was so viel bedeutet, auch gegen den VfL Bochum volle Kraft voraus. Und diesmal wieder mehr Torchancen herausarbeiten.

Allerdings überlegt sich der Trainer schon, ob er nicht auf der einen oder anderen Position das Personal ändert. In der Innenverteidigung muss er es, weil Richard Weber gesperrt ist. Aber an zwei, drei anderen Stellen könnte er sich auch einen Wechsel vorstellen. Wobei wiederum auch hier klar ist: „Ich werde nicht alles über den Haufen werfen, was ein halbes Jahr lang weitestgehend gut gelaufen ist. Aber man muss manchmal auch mal wieder Reizpunkte setzen.“