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Fußball, Regionalliga

RWE muss bei der Vorbereitung improvisieren

14.01.2010 | 12:38 Uhr
RWE muss bei der Vorbereitung improvisieren

Essen. Weil der Willi-Lippens-Platz zurzeit von einer dicken Schneedecke bedeckt ist, müssen die Rot-Weißen in der Vorbereitung improvisieren. Die beiden Testspiele gegen Ratingen und Zweckel sind abgesagt. Ein Trainingslager wäre für den klammen Regionalligisten nicht finanzierbar.

Die Rot-Weißen müssen derzeit improvisieren. Seit Montag bereiten sie sich auf das Restprogramm in der Regionalliga vor, das  am 13. Februar mit der Partie beim Tabellenzweiten, dem 1. FC Saarbrücken, beginnt. Drei Trainingseinheiten am Tag hat das Trainergespann Uwe Erkenbrecher und Ralf Aussem den Fußballern verordnet. Kraft- und Stabilitäts-Übungen stehen auf dem Programm, danach geht es mal in die Soccer-Halle, mal in den Wald zum Laufen. Ballarbeit, wie man es gewohnt ist, lässt sich derzeit nicht umsetzen, weil der Willi-Lippens-Platz an der Hafenstraße mit einer dicken Schneedecke bedeckt ist.

Die beiden Testspiele am kommenden Wochenende gegen Ratingen und Zweckel sind bereits abgesagt. „Aber wir sehen zu, dass wir wenigstens noch ein Spiel am Wochenende kriegen”, sagt Erkenbrecher. Wettkampfpraxis sei natürlich dringend erforderlich, sagt er, und schaut etwas zerknirscht auf manchen Konkurrenten, der sich ein Trainingslager leisten kann oder konnte. „Die Begehrlichkeiten flackern auf, je länger diese winterlichen Verhältnisse dauern”, gesteht Erkenbrecher. Aber RWE muss bekanntlich wegen der angespannten finanziellen Situation massiv sparen, da bleibt für ein Wunschkonzert  wenig Spielraum.

Resistenz gegen äußere Einflüsse

Nach den zum Teil turbulenten Wochen Ende des vergangenen  Jahres und den Unruhe-Herden Geld, Geschäftsführer-Suche, Lizenzierung und Stadion-Projekt haben sich die beide Fußball-Lehrer offenbar eine gewisse Gelassenheit zu eigen gemacht. „Wir beide sind stark genug, um ruhig weiterzuarbeiten”, versichert Erkenbrecher. Man besitze inzwischen eine relative Resistenz gegen die äußeren Einflüsse. „Erst wenn die Türen am Stadion verschlossen sind oder Ralle nicht mehr auftaucht, muss ich mir Gedanken machen”, sagt Erkenbreche mit einem Augenzwinkern. Soll heißen: Der Job macht noch immer Spaß.

Ähnliches habe man auch bei den Spielern festgestellt. „Nach den drei Wochen Pause ist die Stimmung gut, obwohl das Program hart ist.” 25 Fußballer sind derzeit im Training. Torjäger Sascha Mölders war noch nicht im Trainingsdress zu sehen. Da fragt sich die Fan-Seele sogleich bang: „Ist er vielleicht schon weg?” Ralf Aussem gibt Entwarnung: „Er hat eine Magen-und Darmgrippe und ist noch bis Montag krankgeschrieben.”

Vier Neue im Aufgebot

Gibt es denn überhaupt Anfragen von anderen Vereinen, die sich für den einen oder anderen RWE-Spieler interessieren? Erkenbrecher zögert. „Es ist keiner auf uns zugekommen. Nein, es gibt nichts Konkretes.” Die Transfer-Phase läuft allerdings bis zum 31. Januar. Da könne sich bis zum letzten Tag noch etwas entwickeln. „Aber es ist nicht unser vorrangiges Ziel, Spieler zu verkaufen.”

Immerhin sind aber bei RWE vier Neue im Aufgebot: Igor Bendovskyi, Alassane Ouedraogo, Daniel Chitsulo und U-23-Youngster Timo Brauer. „Wir haben die Mannschaft etwas umgerüstet, um für wenig Geld etwas mehr Glanz daran zu bekommen”, sagt Erkenbrecher. „Wir haben analysiert, wo es klemmt und was wir brauchen, um mittelfristig die Ziele verwirklichen zu können.” Denn eines stellen die Trainer klar: Die Rot-Weißen haben auch in der laufenden Saison noch Ziele. „Und das werden wir den Spielern deutlich vermitteln.”

Aus dem Fenster will sich niemand lehnen

Nein, aus dem Fenster möchte sich niemand lehnen. Kein Wort von Aufholjagd oder, dass man noch einmal oben angreifen wolle nach der Winterpause. „Das Ziel ist es, eine Mannschaft zu formen, die sich möglichst schnell in Richtung nächst höherer Liga orientieren kann. Das muss aber nicht morgen sein.”

Erkenbrecher sagt, dass man ein erfolgreiches Jahr 2010 spielen wolle. Und das hat bekanntlich zwei Halbserien.” Wo aber in der kommenden Saison gespielt wird, das bleibt freilich offen.

Rolf Hantel

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