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RWE erwartet Pflichtspiel-Premiere im neuen Stadion Essen

14.08.2012 | 20:12 Uhr
RWE erwartet Pflichtspiel-Premiere im neuen Stadion Essen
Den ersten Vorgeschmack auf das neue Stadion bekamen die RWE-Spieler bei einem Test gegen die Bundesliga-Frauen der SG Schönebeck.Foto: WAZ Foto Pool

Essen.  Am Mittwochabend ist es soweit: Fußball-Regionalligist RWE bestreitet sein erstes Pflichtspiel im neuen Stadion Essen. Im Verbandspokal erwarten die Rot-Weissen Bezirksligist Rot-Weiss Lintorf. Zwischen 6.000 und 8.000 Zuschauer werden erwartet.

Dieses Spiel in der ersten Runde des Niederrheinpokals am Mittwochabend (19.30 Uhr) ist durchaus etwas Besonderes für die Rot-Weißen. Nicht etwa aus sportlicher Sicht, denn da ist der Regionalligist gegen den Bezirksliga-Vertreter Rot-Weiss Lintorf selbstverständlich hoch favorisiert. Es ist der Ort des Geschehens, der diese Partie so außergewöhnlich macht. Denn sie wird im neuen „Stadion Essen“ angepfiffen, das erst am vergangenen Sonntag ganz offiziell eröffnet worden ist. Folglich haben die RWE-Fußballer der ersten Mannschaft Mittwochabend dort ihre Pflichtspiel-Premiere.

Im „Stadion Essen“ bestreitet RWE am Mittwochabend das erste Pflichtspiel.Foto: Ulrich von Born

Und weil das alles für alle noch so neu ist, erwartet der Gastgeber zwischen 6.000 und 8.000 Besucher. „Wir haben bereits im Vorverkauf für dieses Spiel rund 2500 Karten verkauft“, informiert Ticketing-Chef Damian Jamro.

RWE ist in der neuen "Bude" klarer Favorit gegen Lintorf

Die Gäste aus Ratingen dürfen sich ebenfalls über diese außerordentliche Resonanz freuen, schließlich haben sie Anteil an den Zuschauer-Einnahmen. Die Lintorfer haben das Heimrecht, das ihnen als unterklassigen Klub zusteht, bereitwillig getauscht. „Wir haben längst gewonnen“, sagt deshalb Lintorfs Obmann Daniel Ringel euphorisch. „Erstens durch das Los und zweitens durch dieses einmalige Erlebnis.“

Kommentar
Essens neues Fußballstadion hat Symbolkraft
Essens neues Fußballstadion hat Symbolkraft

Es weht ein neuer Wind an der Hafenstraße. Damit ist nicht etwa gemeint, dass es in dem schmucken neuen Stadion wegen der offenen Tribünenflanke zuweilen noch etwas zugig werden könnte. Sondern der neue Fußball-Tempel im Norden soll Sinnbild sein für den Neuaufbau beim Traditionsvereins Rot-Weiss Essen, für eine positive Zukunft.

Paß spricht von Lebensgefühl

Das „Stadion Essen“ ist zwar ein Stadion für ganz Essen, wie die Stadt als Hausherr krampfhaft betont, aber man tritt dem Frauen-Bundesligisten SGS, dem zweiten Mieter, nicht zu nahe, wenn man behauptet, dass es ohne Rot-Weiss nie gebaut worden wäre. Und würde der „Hauptnutzer“ noch in der 5.Liga kicken, wohl auch nicht. Dabei hat OB Reinhard Paß gestern in seiner Eröffnungsrede trefflich bemerkt, dass das Stadion wichtig sei, für „das Lebensgefühl in dieser Stadt“. So ist das. Auch wenn es in Zeiten des Ringens (Wird gebaut oder nicht?) so nie gesagt wurde.

Nun ist es vollbracht. Gleichwohl hat es lange gebraucht, denn schon Paß-Vorgänger Wolfgang Reiniger hatte im August 2009 mit viel Bohei symbolisch zum Neubau angestoßen. Christian Hülsmann war damals Stadtdirektor. Diesmal schnappte er sich als Aufsichtsratschef der Rot-Weißen den Ball und schoss ihn ins leere Tor.

Herkenrath und Lippens im Stadion

Unter dem Jubel der vielen Zuschauer. Über 8000 Gäste kamen zur Hafenstraße: Fans, Funktionäre, Fußballer, Neugierige. Und natürlich viele alte Kämpen mit rot-weißer Vergangenheit. Herkenrath, Lippens, Kik, Ferner, Kurth usw. Auch der ehemalige Präsident Rolf Hempelmann war gekommen, der in seiner Amtszeit (1998-2008) vergeblich für ein Stadion kämpfte.

Es ist ein Investition für die Zukunft, insofern ist es auch als Sinnbild zu verstehen, dass die A-Junioren von RWE das erste Punktspiel auf dem neuen Grün absolvierten. Schließlich ist die Nachwuchsarbeit mehr denn je eine Säule beim Neuaufbau der Rot-Weißen. Und dass der Aufsteiger der A-Junioren-Bundesliga den Nachwuchs des BVB mit 3:2 besiegte, könnte man durchaus als gutes Omen werten. Die erste Mannschaft ist ja ebenfalls erfolgreich gestartet. Aber der Weg nach oben ist lang und mühsam. „Rot-Weiss in der 1.Bundesliga, das wäre doch was, oder?“, fragte der Moderator den betagten RWE-Meisterspieler Fritz Herkenrath (83). „Ich habe das nicht so ganz verstanden“, antwortete dieser. Zufall - aber mit Symbolkraft.

Wie sich das so anfühlt in der neuen „Bude“, das durfte die Mannschaft von Trainer Waldemar Wrobel bisher nur vage antesten. Am Sonntag gab es einen zehnminütigen Kurzeinsatz gegen die Bundesliga-Frauen der SG Schönebeck . Mehr Schabernack, als ernsthafter Auftritt. Gleichwohl bekamen die Spieler einen ersten Eindruck von der Atmosphäre. Als sie einliefen, regnete es warmen Applaus von den Rängen. Kein Wunder, schließlich können die Fans mit dem Start in die Saison sehr zufrieden sein. Ein 4:2 -Sieg im Derby bei RWO, ein 3:2-Erfolg beim SC Verl . Mehr geht nicht, auch wenn spielerisch noch nicht alles rund lief.

Ohne überheblich zu wirken: Alles andere als ein Sieg gegen Lintorf käme einer Blamage gleich. Daran ändert auch nichts die zuweilen überstrapazierte eigenwillige Pokalgesetzmäßigkeit. Die Essener als Pokal-Verteidiger haben die Möglichkeit, Abläufe weiter zu justieren und sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.

Im DFB-Pokal will RWE am Montag für einer weitere Überraschung sorgen

Ein Probelauf für höhere Aufgaben, denn die stehen bevor. Am Montag erntet RWE den Lohn für den Verbandspokal-Triumph der Saison 2011/12. In der ersten Runde des DFB-Pokals kommt der Zweitligist Union Berlin ins „Stadion Essen“. Und da wird die neue Arena erstmals mit 13.600 Zuschauern rappelvoll sein. Schließlich hoffen die RWE-Fans insgeheim auf eine ähnliche Sensation wie im vergangenen Jahr, als eben jene „Eisernen“ aus Berlin in der ersten DFB-Pokalrunde im Elfmeterschießen an der Hafenstraße gestrauchelt waren. Und der Ort hat sich ja kaum geändert.

Rolf Hantel



Kommentare
15.08.2012
15:27
RWE erwartet Pflichtspiel-Premiere im neuen Stadion Essen
von Komander | #1

"SUPER" nun wird tatsächlich die Gegengrade nicht eröffnet ! Man kann die Leute nicht mehr für voll nehmen ! Obwohl ich RWE schon Mitgeteilt habe das ich meine Karte gegen Union Berlin Verkauft habe, da die Gehirnakrobaten die Sitz und Stehplätze auf der Westtribüne nebeneinander gelegt haben ! Wenn man einen Sitzplatz hat, ist die Sicht ins in jener Spielfeldecke versperrt !!! UNFASSBARR
Anstatt die Westtribüne bis zur Fertigstellung der 4 Tribüne nur mit Stehplätzen auszustatten, so eine Demütigung ! Unabhängig davon, dass die ohnehin schon kläglichen Kapazität momentan um 100% erhöht werden kann , als auch schon ein Teil der Haupttribüne wegen Sichtbehinderung gesperrt ist !!! Aber darüber nirgendwo ein Wort !!!!!!!!!!!!!!!!!!

1 Antwort
RWE erwartet Pflichtspiel-Premiere im neuen Stadion Essen
von Essen_OK | #1-1

Ach Kommander, glaubst Du denn etwa im Ernst, hier würde jemand Deine Kommentare glauben?
Merkwürdigerweise bin ich bei der Stadioneröffnung auf jede Tribüne gegangen, nach oben, unten, links, rechts .....usw.
Von jedem Platz, bis auf die Plätze direkt neben dem Hauptgebäude, die ja aber eh nicht verkauft werden, da für Polizei, Sanitäter, etc. reserviert, ist die Sicht ausgezeichnet.
Warum tust Du Dir und den Lesern hier nicht einen Gefallen und hörst auf hier so einen Unsinn zu schreiben?

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