RWE erreicht das Finale - der Anfang ist gemacht

Freude und Erleichterung: RWE-Spieler Leon Binder und Trainer Jürgen Lucas.
Freude und Erleichterung: RWE-Spieler Leon Binder und Trainer Jürgen Lucas.
Foto: Michael Gohl / FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
RWE freut sich über den Einzug ins Niederrheinpokalendspiel - Trainer Lucas warnt aber: "Es ist nur ein erster Schritt aus der sportlichen Krise."

Essen.. Froh. Erleichtert. Überglücklich. Auch nach dem Schlusspfiff merkte man den Fußballern von Rot-Weiss Essen an, wie groß der Druck gewesen war, der vor diesem Verbandspokal-Halbfinale gegen den Liga-Konkurrenten FC Kray auf ihnen lastete. Ausgerechnet Krays Trainer Michael Lorenz brachte es auf den Punkt: „Machen wir nach fünf Minuten das 1:0, dann hätte ich gerne mal gesehen, was hier abgeht.“

Oh ja, ein Rückstand hätte den verunsicherten und von den zwei Liga-Pleiten traumatisierten Gastgeber vermutlich erneut gewaltig ins Schleudern gebracht. Doch Kevin Kehrmann vergab seine richtig gut Chance zur frühen Führung und schonte damit unfreiwillig die Nerven des Gegners . Der bejubelte schließlich einen verdienten 2:0-Erfolg und den Einzug ins Finale, wo es am 14.Mai erneut zu einem Knüller kommen wird: RWE trifft auf Rot-Weiß Oberhausen.

RWE-Trainer Lucas: „Wir sollten den Tag genießen“

„Wir haben ein gutes Spiel gemacht und sollten den Tag auch genießen“, meinte RWE-Trainer Jürgen Lucas, der am Dienstagabend allerdings nicht zu Pressekonferenz erschien. Stattdessen tauchte Markus Reiter auf, was nachdrücklich zeigt, dass Lucas und Reiter großen Wert darauf legen, dass sie als Team wahrgenommen werden. „ Wir haben gelost“, schmunzelte Reiter, wobei nicht ganz klar ist, wer von beiden gewonnen hat, denn Lucas durfte jedenfalls schon mal etwas vorfeiern. Nicht zu viel, das versteht sich von selbst. Es gibt keine Veranlassung, übermütig zu sein.

Der erfahrene Philipp Zeiger jedenfalls fand klare Worte. „Dass die vergangenen Wochen nicht spurlos an uns vorbei gegangen sind, konnte jeder sehen. Wir hatten heute das Glück, das man braucht. Aber nach nur einem Sieg kann man jetzt nicht gleich wieder sagen, alles ist gut. Der Weg ist noch lang, und das heute war nur ein erster Schritt. Das wissen wir, so klar sind wir im Kopf.“

Gleich am kommenden Samstag (14 Uhr, Hafenstraße, live in unserem Ticker) kann RWE im Regionalliga-Alltag gegen die Sportfreunde Siegen beweisen, wie weit man ist bei der Neufindung. Dass die sportliche Talfahrt das Selbstbewusstsein der Spieler erschüttert hat, ist normal. Und nach dem Führungstreffer von Benjamin Baier (30.) wirkte der Gastgeber deshalb wesentlich stabiler und ballsicherer.

RWE offenbarte Probleme in der Defensivarbeit

Allerdings deckte der FC Kray gerade in der zweiten Hälfte auch auf, dass noch längst nicht alle Unsicherheiten bei RWE beseitigt sind. Da gab es Probleme auch in der Defensivarbeit. Und hätte bei Ömer Akmans Freistoß nicht die Latte für RWE-Keeper Niclas Heimann (62.) gerettet, und hätte Emre Yesilova gut zehn Minuten später konsequenter abgeschlossen, man weiß nicht, was dann abgegangen wäre. Wie es richtig geht, zeigte allerdings wenig später Kevin Freiberger, der einen „Zuckerpass“ von Tim Hermes zum 2:0 klasse verwertete. Da blitzte sie auf die große Qualität, die die RWE-Fans seit langem so vermissen.