RWE behält die Nerven und holt sich den Niederrhein-Pokal

So sehen Pokalsieger aus: Die Mannschaft von Rot-Weiss Essen feiert ihren Triumph im Niederrheinpokal gegen RWO.
So sehen Pokalsieger aus: Die Mannschaft von Rot-Weiss Essen feiert ihren Triumph im Niederrheinpokal gegen RWO.
Was wir bereits wissen
RWE dominierte das Finale im Niederrheinpokal gegen RWO, ging mit eigenen Chancen jedoch schlecht um. Die Entscheidung fiel im Elfmeterschießen.

Essen.. Rot­ Weiss Essen jubelt und lacht, Rot­ Weiss hat den Pott. Mit einem 6:5­-Sieg nach Elfmeterschießen ziehen die Essener als Verbandspokalsieger in die DFB­-Pokal-Hauptrunde ein und haben damit einer verkorkste Saison doch noch ein Glanzlicht aufgesetzt.

Es war Pokalkampf pur an der Hafenstraße. 120 Minuten hatten die beiden Revierrivalen gerackert, gespielt, aber das Tor nicht getroffen. Verlängerung, Elfmeterschießen. Wer hat die besseren Schützen und vor allem die stärkeren Nerven? Fünf Elfer auf jeder Seite, und noch keine Entscheidung. Dann trat Richard Weber an und erhöhte souverän auf 6:5.

Niederrheinpokal Christoph Caspari für Oberhausen. Er schoss nicht schlecht, aber Niclas Heimann hechtete ins Eck und hielt. RWE war nicht mehr zu halten, während RWO versteinert die unglückliche Niederlage zur Kenntnis nahm.

Proppenvolle Ränge beim Pokalschlager in Essen

Hafenstraße rot­weiß war angesagt zum Verbandspokalfinale. Kein Wunder, die beiden Revierklubs tragen diese Farben und sorgten für ein ausverkauftes Haus. Die Ränge proppenvoll, die Stimmung prächtig. Der rechte Rahmen für ein Fußballfest. Und das ist bekanntlich bei RWE eine Rarität. Selbst der neutrale Beoachter spürte diese besondere Stimmung, ahnte an diesem Nachmittag, was in diesem Stadion los sein könnte, wenn, ja, wenn es mit dem Gastgeber sportlich mal wieder aufwärts gehen würde.

Das Verbandspokalfinale war angesagt: RWE gegen RWO, das hat es in der 4. Liga bereits zweimal gegeben, einmal hieß es 4:4, beim Rückspiel gewann Oberhausen mit 1:0. In der Tabelle stehen diese beiden Kontrahenten ebenfalls Schulter an Schulter, sodass man einen spannenden Nachmittag erwarten durfte. Und eigens zum Saisonhöhepunkt war auch auf Essener Seite Trainer Jürgen Lucas wieder an der Seite von Markus Reiter.

Pokalfinale zwischen RWE und RWO lebte vor allem von Spannung

Lange passierte nichts. In der ersten halben Stunden brauchten die Torhüter nicht ernsthaft eingreifen, weil ihre Vorderleute alles bereinigten. RWO hatte schon früh (6.) den Hauch einer Chance, als sich RWE­-Verteidiger Patrick Huckle verschätzte und Dominik Reinert zum Kopfball kam, die Kugel aber übers Tor setzte.

Danach spielte sich erstmals das Geschehen in der neutralen Zone ab. Die Widersacher belauerten sich, bannten die Gefahr schon weit vor dem Tor. Höchste Konzentration war gefordert, Szenen für die Galerie waren nicht zu erwarten, sondern Zweikämpfe. Auch ohne Chancen war es eine interessante und intensive,emotionsgeladene Partie, die vor allem von der Spannung lebte.

Niederrhein-Pokal Die Essener sorgten nach einer halben Stunde dann endlich für Würze und besaßen Möglichkeiten. Daniel Grebe eroberte den Ball von Felix Haas, doch dann verzog er deutlich (27.). Nach einem feinen Doppelpass zwischen Grebe und Dombrowka hatte Letzterer freie Bahn, sein Schuss wurde abgelockt (40.). Dann verdaddelte Scheelen den Ball im Mittelfeld, RWE schaltete blitzschnell um. Kevin Grund war die Endstation des schönen Angriffs, doch der RWE­Mittelfeldstratege scheiterte an RWO­Keeper Philipp Kühn, der mit dem Fuß abwehrt (41.). Wieder eine Minute später köpfte Marcel Platzek arg bedrängt eine Huckle-Flanke aus drei Metern neben das Tor. Er konnte es nicht fassen. Trotzdem, zur Halbzeit gab’s Applaus.

Diskussionswürdige Entscheidung bringt Druck in den Kessel

Zur Beginn von Hälfte zwei versuchten die RWO­Fans de Sinne des Gegners zu benebeln. Pyros sorgten für Verzögerung und schlechte Luft. Die Rot­Weissen aus Essen versuchten gleich wieder Dampf zu machen. Doch es war weiterhin verdammt schwer, sich gegen diese kompakten “Kleeblätter” durchzusetzen.

Philipp Zeiger hatte zwei gute Szenen, verpasste aus der Distanz (48.) und prüfte Kopf per mit dem Kopf (54.). Aber der Gast suchte auch mehr und mehr den Weg in die Offensive. In Raphael Steinmetz kam ein weitere Angreifer, der in der Liga schon achtmal getroffen hat. Und er war auch gleich daran beteiligt, dass sein Kollege Nick Brisevac zum Abschluss kam.

Heimann ließ abprallen, Weber bereinigte die Situation (54.). Doch allmählich kam Oberhausen in die Gänge, wurde mutiger und tauchte häufiger vor dem Essener Tor auf. Aber so richtig gefährlich wurde es nur selten. Für hitzige Stimmung sorgte da schon eher Schiedsrichter Winkmann mit einigen zumindest diskussionswürdigen Entscheidungen. Auslegungsache sagt man wohl in diesem Fall wohlwollend. Jedenfalls kam so noch einmal Druck in den Kessel. Und mit Volldampf ging es in die Endphase. Vor allem der eingewechselte Essener Kevin Freiberger sorgte einige Male für Wirbel.

Platzek vergibt Riesenchance für RWE gegen RWO

Beide Teams suchten die Entscheidung. Steinmetz hatte sie Sekunden vor dem Schlusspfiff auf dem Kopf, doch er vergab. Verlängerung. Die beiden Kontrahenten blieben ebenbürtig, konnten keinen entscheidenden Vorteil erzwingen. Und kurz vor dem Ende der ersten Hälfte hatten die Gastgeber den Torschrei auf den Lippen. Platzek lief auf das RWO­-Tor zu, und lief und lief. Und scheiterte an Kühn.