Rot-Weiss Essen vor dem Untergang
01.06.2010 | 18:33 Uhr 2010-06-01T18:33:00+0200
Essen.Die Existenz von Regionalligist RWE hängt am seidenen Faden. Die Opposition übt scharfe Kritik an Oberbürgermeister Paß. Selbst den völligen Untergang des Traditionsclubs schließen Verein und Stadt nicht mehr aus.
Das Essener Bürgerbündnis (EBB) war stets gegen öffentliche Gelder für einen Profi-Club: „Von Anfang an haben wir einen FC Ratshaus für nicht vertretbar gehalten. Das ist keine kommunale Aufgabe. Und beim Stadion gilt: Erst wenn es einen Verein gibt, der finanziell solide und gesund ohne öffentliche Gelder aufgestellt ist, dann kann man überhaupt nachdenken über einen Stadionbau“, sagt EBB-Fraktionschef Udo Bayer.
Am Tag nach dem endgültigen „Nein“ von Oberbürgermeister Reinhard Paß, dem Fußballclub Rot-Weiß Essen frisches Geld von der Stadt zu spendieren, herrscht in der politischen und sportlichen Szene helle Aufregung. Selbst den völligen Untergang des über hundert Jahre alten Traditionsclubs schließen Verein und Stadt nicht mehr aus.
Die Opposition von CDU, FDP und Grüne werfen Paß „einen destruktive Vorgehensweise“ und einen „eigenmächtigen Alleingang“ vor, die SPD versucht, Paß trotz interner kritischer Stimmen zu schützen. „Als Kommune im Nothaushaltsrecht kann man kein Sponsoring für einen Profi-club machen“, sagt SPD-Fraktionschef Thomas Fresen. „Wir unterstützen den OB. Die Stadt hat mehr als genug in den Verein investiert. Ich kann nicht über die Schließung einer Schule wie Bergmannsfeld im Brennpunktviertel diskutieren und zeitgleich RWE Millionen gegen“, sagt Essens SPD-Chef Dieter Hilser.
Spendenkonto bei der Sparkasse eingerichtet
Die finanzielle Lage von RWE ist so prekär, dass Vorstand Thomas Hermes zwei Tage vor der Lizenz-Entscheidung des DFB sogar ein Spendenkonto für RWE bei der Sparkasse Essen eingerichtet hat. Doch dem Club fehlen insgesamt 2,6 Millionen Euro, ob er dafür die Bürgschaft der Sparkasse wie am gestrigen Montag geplant, überhaupt ziehen darf, entscheidet der DFB in Frankfurt. Sollte der DFB dies nicht erlauben, muss nach Vereinsaussagen RWE das Insolvenzverfahren eröffnen und würde der Club in die fünfte Liga zwangsabsteigen.
Ein Insolvenzverfahren bedeutet zwar noch nicht die völlige Pleite, doch scheitert dieses am Ende, müsste RWE ganz von vorne in der unterste Spielklasse anfangen. Immerhin präsentierte Hermes am Dienstag einen kleinen Hoffnungsschimmer: Sponsoren erklärten sich bereit, 200 000 Euro zusätzlich zu geben. „Ich mache mir Sorgen, dass der Verein nun völlig abgeht“, gesteht Stadtdirektor und Sportdezernent Christian Hülsmann, der sich stets für RWE eingesetzt hat.
Paß verteidigte am Dienstag seine Entscheidung - und überzog RWE mit Vorwürfen. „Wo sind denn die professionellen Strukturen? Im Verein hat sich doch nichts bewegt.“ In der SPD-Fraktion zeigte man sich irritiert darüber, dass die Vereinsspitze selbst nach der Brandrede von Paß gegen RWE Ende April bei der Einbringung des Sparpakets kein Gespräch mit dem OB gesucht habe. „Der Verein hat mich noch nicht einmal gebeten, Türen für Sponsoren zu öffnen“, sagt Paß selbst.
Erst in der vergangenen Woche habe RWE um eine Million Euro frisches Geld angefragt: „Aber nur mündlich, noch nicht einmal eine plausible schriftliche Vorlage wurde ausgearbeitet“, heißt es in der SPD. Derweil weist der Verein die Kritik zurück. Man habe mit allen Fraktionsspitzen und dem Büroleiter von Paß stetig in Kontakt gestanden. Das müsse reichen.
„So geht man mit einem Traditionsverein nicht um“
Die Opposition wirft Paß vor, übereilt gehandelt und dem Verein keine echte Chance gegeben zu haben. Die Stadt habe nicht alle Hilfsmöglichkeiten ausgelotet, schimpft Grünen-Fraktionschefin Hiltrud Schmutzler-Jäger.
„So geht man mit einem Traditionsverein nicht um“, sagt CDU-Fraktionschef Thomas Kufen. „Bei RWE hat sich viel verändert, es wurde im letzten halben Jahr von der neuen Spitze so viel gespart wie es rechtlich möglich war.“ Auch Hülsmann (CDU) lobt: „Seit Leute wie Thomas Hermes und Dirk Buttler dabei sind, wurde nachhaltig gespart.“
FDP-Fraktionschef Hans-Peter Schöneweiß hält den RWE-Kurs von Paß für „völlig überzogen“. Es mache „keinen Sinn, RWE die letzte Hilfe zu verweigern und damit alles bisher Geleistete zu gefährden“. Die neue Lage von RWE mache die Realisierung des für die Stadt wichtigen Infrastrukturprojekts Stadion fast unmöglich. „Nur mit RWE ist es möglich, so ein Stadion wirtschaftlich zu betreiben.“
Dagegen meint die SPD, die Stadionfrage sei unabhängig von RWE zu beantworten. „Die Option RWE muss bestehen bleiben, selbst wenn RWE in der fünften Liga spielt. Es soll auch den Schönebecker Fußballerinnen dienen und andere Veranstaltungen möglich machen.“ Wenn das Sparpaket im Rat Ende Juni genehmigt sei, habe man hier wieder Handlungsspielräume für Investitionen, sagt Hilser.

00:43
Wir haben es in den letzten Jahren bereits, nach langer Abstinenz, 2 mal hintereinander geschafft in die 2. Liga aufzusteigen und was ist da passiert?
NICHTS !!!!!!!
Nein stimmt nicht.
GARNICHTS !!!!!!
Jetzt schreit jeder nach Erfolg um ein Neues Stadion zu rechtfertigen.
Peinlich.
Das Neue Stadion ist schon seit den 90igern überfällig und wenn wir gerade bei Geld Verbrennen sind.
Welche Kommune ist den Pleite und das nicht erst seit gestern?
Essen hat eine beschissene Führung und RWE hat eine beschissene Führung.
Machen wir Essen jetzt auch zu?
Glückauf
23:34
Bei dem Gezerre um das Geld darf man eines nicht vergessen: Die Essener Kultur, inbesondere mit dem Cheftrainer Soltesz, spielt in der Champions League.
Sollte das RWE auch mal gelingen, dann her mit dem Stadion - das wird dann vermutlich EVONIK-Arena heißen.
Dafür muß RWE aber gegen Schalkes 1. gewinnen und nicht wie üblich gegen Schalkes 2. verlieren.
22:06
Ich habe den Herrn Paß nicht gewählt, bin kein Sozi, aber mit der Entscheidung kein Geld mehr in diesen Pleiteclub zu stecken, hat er meine volle Zustimmung.
07:33
#114 s04knappe
Danke für den Kommentar .
Kann Euren Verein als Essener natürlich überhaupt nicht ab aber genau von dieser Haßliebe ( selbstverständlich ohne Randale ) lebt der Fußball .
Schalke oder Dortmund gegen Hoffenheim oder Freiburg - gääähn !
Mit besten Grüßen und NUR DER RWE !
00:25
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21:04
Ich finde, dass die Stadt Essen an der jetzigen Situation nicht ganz unschuldig ist. Haben nicht Entscheidungsträger der Stadt Essen seit zwei Jahren ein gewichtiges Wörtchen mitzureden? Sie hätten mit Sicherheit Einfluss nehmen können auf wahnwitzige Spielergehälter. Warum ist das nicht passiert? ...... Weil nämlich auch die städtischen Beamten und Politiker seit Jahren Geld verbrennen. Die Stadt Essen müsste nämlich selbst abgewickelt werden. Insofern hat man den Bock zum Gärtner gemacht.
Es erscheint weiter sehr fraglich, ob der Verein ohne ein neues Stadion mittelfristig überhaupt überlebensfähig wäre.Wer will denn in einer Ruine Fußball schauen? Ich bin überzeugt, dass mit einem neuen Stadion der Verein für Fans (gerade auch Ältere oder weibliche) wieder attraktiver werden würde. Aber so...... Zwei Damen WC und 20 Herren Wc, für jetzt nur noch 15.000Zuschauer, sind nicht sonderlich attraktiv. Ein neues Stadion würde nicht nur wieder den Verein für Fans, sondern auch für Sponsoren attraktiver machen. Jeder Sponsor möchte nämlich, dass sein Name im richtigen Licht erscheint. Ist das etwa im jetzigen Stadion (Ruine) möglich?
Die Stadt Essen hat seit Jahren ein Stadionneubau verhindert und wo andere Vereine/Städte aufgerüstet haben, haben die Essener diskutiert. Fakt ist jedoch, überall wo eine neue Arena entstanden ist, konnten die Zuschauerzahlen meist gewaltig gesteigert werden und das wiederum hat natürlich auch Geld in die ortsansässige Wirtschaft gespült.
Ich hoffe, dass der Verein gerettet wird und die Lokalpolitiker noch einmal zur Vernunft kommen.
Ich hoffe weiter, dass dann die Verantwortlichen bei RWE ebenfalls zur Vernunft kommen und nur noch für die jeweilige Liga ngemessene Gehälter zahlen und Anreize über Erfolgsprämien gesetzt werden.
Noch einmal es wurde beim Verein in den letzten 30 Jahren fast alles falsch gemacht, jedoch bei der Stadt Essen auch.
Fußball ist im Ruhrgebiet nun einmal Kultur und begeistert jedes Wochenende Hundertausende und deswegen darf dieser Verein mit dem Fan- (Kultur)potenzial auch nicht sterben.
Hr. Pass hat sich jedenfalls auch schon beim Spatenstich für das neue Stadion von den Fans feiern lassen. Kaum war er gewählt......alles vergessen.
Ich bin froh, dass ich dieser Stadt im letzten Jahr den Rücken gekehrt habe und mich über diese geballte Unfähigkeit in dieser Kommune nicht mehr ärgern muss. Ja, wenn, ja wenn, da nicht die Liebe zu RWE wäre. Dort werde ich auch weiter hingehen, egal welche Liga, Wenn es den Verein in ein paar Wochen überhaupt noch gibt.
Ein seit 30 Jahren treuer Fan.
20:02
Es zeugt von fiesem Charakter auf ein am boden liegenden verbal so drauf zutreten (tja so ist unsere Gesellschaft).Um ehrlich zu sein hab ich den Blauen auch nicht die Schale gegönnt,aber bei vergleichbarer Situation hätte ich dem S04 auch noch was gespendet. Respekt denjenigen aus anderen Fanlagern die etwas Anteilnahme gepostet haben
18:02
@100 von Eugen
hier kannst du noch was lernen du angeblicher Borusse
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=320542558689&ssPageName=STRK:MESELX:IT
Glückauf Rot Weiss
17:44
Als alter Gladbacher (Die einzig wahre Borussia!!!) finde ich es einerseits sehr schade, daß es eine Kulturhauptstadt nicht schafft, den (Fußball-) Kulturträger Rot-Weiß schon seit Jahren nicht gescheit zu führen, andererseits ist dem Verein, bzw. eher dem Management, auch schon seit Jahren,hmm, will mal sagen, keine sonderlich wirtschaftliche Arbeit vergönnt gewesen. Jedenfalls gibt´s von mir ein großes Daumendrücken für RWE, auch wenn ich Niederrhein-Borusse bin...
17:10
Ich lege hier für den Fall meines Todes das Bekenntnis ab, daß ich die Stadt Essen wegen ihrer überschwenglichen Dummheit verachte und mich schäme ,ihr anzugehören.