Rot-Weiss Essen trifft derzeit nur noch im Training

Foto: FUNKE Foto Services / Michael Ke
Was wir bereits wissen
Auch gegen den Oberligisten SF Siegen gab es in Ergste eine 0:2-Niederlage. Nagel, Thelen und Gulden feiern ihren Einstand im RWE-Trikot.

Essen.. Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das spielfreie Wochenende doch noch mit einem Testspiel zu „veredeln“. Nach der kurzfristigen wie kuriosen Absage durch Eintracht Trier sprangen spontan die Sportfreunde aus Siegen ein, deren Rückrunden-Auftakt daheim gegen Rhynern der Witterung zum Opfer fiel.

Welling So traf man sich am Samstag auf dem Kunstrasenplatz der SG Eintracht Ergste, dort, wo Damian Jamro die Alten Herren bereichert. Der Oberligist zeigte sich bereit für Ligaaufgaben und gewann völlig verdient mit 2:0. Das Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und von RWE-Seite auch fast ohne sportliche Leitung: Trainer Jan Siewert hat es seit fast einer Woche darnieder gestreckt, Spordirektor Andreas Winkler hatte „Heimaturlaub“ zum 70. Geburtstag seines Vaters. Die Beiden waren zu beneiden, nichts gesehen zu haben. Das Spiel war eine nahtlose Fortsetzung der Torflaute in diesem Fußballjahr. Wer gehofft hatte, die Rot-Weissen würde die Testpartie zum Aufpolieren des angekratzten Selbstvertrauens nutzen, wurde enttäuscht. Auch Ersatztrainer Stefan Lorenz war nach den 90 Testspielminuten einigermaßen ratlos: „Wer sieht, wie sie im Training die Tore machen, kann sich nur wundern, wie zögerlich und umständlich es heute versucht wurde“, konstatierte er. Bis aufs letzte Drittel sei der Spielaufbau noch ganz okay gewesen, aber in der letzten Zone vor dem gegnerischen Tor fiel dem Regionalligisten herzlich wenig ein. Ein Umstand, den auch Siegens Trainer Ottmar Griffel erstaunt zur Kenntnis nahm. Fast genüsslich kommentierte er später: „Defensiv standen wir gut gegen einen Regionalligisten, von dem man eigentlich erwartet, dass er viele torgefährliche Situationen heraufbeschwört.“

Techniker Gulden fällt auf

Die wenigen positiven Aspekte dieses ungemütlichen Nachmittags sind schnell aufgelistet. Zum Beispiel das erstmalige Mitwirken dreier Neuzugänge: Torhüter Pascal Nagel war an den beiden Gegentoren völlig schuldlos, Abwehrspieler Stefan Thelen machte auf der rechten Seite einen robusten Eindruck und schlug vor dem Wechsel ein paar brauchbare Flanken. Und Henrik Gulden, das Talent vom VfL Bochum, der aufgrund seiner Physiognomie in einer U17-Elf nicht auffallen würde, bestach anfangs aufgrund seiner Technik. Bis ihm ein Siegener früh auf die „Socken stieg“, worauf auch der 20-Jährige Zweikämpfen tunlichst aus dem Weg ging.

Was nahm man sonst noch mit? In der Dreierkette bildete in Halbzeit eins Philipp Zeiger die mittlere Perle, nach dem Wechsel wurde er durch Richard Weber ersetzt. Doch im Ligabetrieb sollte die Wahl unbedingt Zeiger und Weber lauten, gegen Siegen war die zuletzt gezeigte Kompaktheit in der Abwehr nämlich wieder dahin, was die Sportfreunde mit ihrem schnellen und schnörkellosen Konterspiel trefflich zu nutzen wussten. Auf der Gegenseite hatte Frank Löning (40.) die einzig echte Chance, als er an der Fußabwehr des Ex-Esseners Dominik Poremba scheiterte. Brutal wenig.

Rot-Weiss Essen - SF Siegen 0:2 (0:1)

RWE: Nagel, Obst, Zeiger (46. Weber), Binder, Thelen, Baier, Gulden (46. Rabihic), Ivan, Grund (46. Cokkosan), Löning, Osvold.

Tore: 0:1 Jakobs (35.), 0:2 Konaté (85.).