Fußball
Rehhagel in Essen: "Baut den Leuten doch ein Stadion!"
23.07.2009 | 08:38 Uhr 2009-07-23T08:38:00+0200
Essen. Meistertrainer Otto Rehhagel spricht über seine Essener Wurzeln, die Misere bei Rot-Weiss Essen und bei den Essener Sportstätten.
Der Chef kennt den prominenten Gast natürlich persönlich. „Seit dreißig Jahren", wie Egon Overbeck erzählt, als er Otto Rehhagel in seinem Traditionscafe an der Kettwiger Straße begrüßt. Damit liegt der Senior-Chef in der Liste der Essener Rehhagel-Kenner jedoch allenfalls im Mittelfeld. Viele ältere Fußballfans kennen „Otto", wie ihn alle nur rufen, schon seit jenen Tagen, als der „eiserne Verteidiger" Anfang der 60-er Jahre noch für Rot-Weiss Essen in der Oberliga kickte. Inzwischen fühlt sich Rehhagel, der im Schatten der Zeche Helene aufgewachsen ist und als Trainer eine beispiellose Karriere machte, als Weltbürger. In Athen ist er - seit er Griechenland sensationell zum Europameister machte - gar Ehrenbürger. In Essen, wo er in Heisingen seit acht Jahren wieder seinen festen Wohnsitz hat, fühlt er sich immer noch wohl, hat aber an seiner Heimatstadt auch einiges auszusetzen, wie er im Gespräch mit der WAZ verrät.
Herr Rehhagel, beruflich haben Sie die längste Zeit,14 Jahre, in Bremen verbracht. Sie haben viele Städte kennengelernt . Was hat Sie bewogen, nach Essen zurückzukehren?
Rehhagel: Meine Wurzeln. Wir haben hier unsere Bekannten und Freunde. Und die Lage ist geradezu perfekt. Innerhalb von einer halben Stunde bin ich auf dem Düsseldorfer Flughafen, ich kann in einer Stunde mit dem Auto sportlich und kulturell alles erreichen. Das hast du nirgends. Für mich ist Essen samt Umgebung ein Ort der kurzen Wege. Außerdem habe ich sehr gute Beziehungen zu Dortmund, Schalke und Bochum.
Bei Rot-Weiss werden Sie - angesichts des Absturzes in die vierte Liga - zwangsläufig seltener anrufen. Was sagen Sie zur traurigen Entwicklung Ihres früheren Klubs?
Rehhagel: Ganz einfach: Denen fehlt das Geld. Du kannst nur eine gute Mannschaft aufbauen, wenn du Geld hast.
Viele bringen den Niedergang mit dem schlechten Rahmenbedingen - sprich: Stadion - in Verbindung. Sie auch?
Rehhagel: Sehen Sie, wir sind 2010 Kulturhauptstadt Europas. Und für die Kultur wird, und das ist auch sehr wichtig, viel getan und viel Geld ausgegeben. Aber ich sage in aller Deutlichkeit Vergesst bitte nicht die Kultur des kleinen Mannes!
Dies aus dem Munde eines Mannes, der sich längst auch als Theater- und Opernfreund geoutet hat.
Rehhagel: Natürlich, ich gehe hier gerne in die Philarmonie oder auch ins Aalto-Theater. Alles schön und gut. Aber die Kultur ist manches Mal auch ein elitärer Kreis. Man müsste mal die Besucherzahlen mit denen vergleichen, die der Sport in Jugend- und Amateurmannschaften bewegt
Die Kultur in Essen wird zum großen Teil von Privatsponsoren finanziert. Vermissen Sie eine vergleichbare Unterstützung für den Sport, speziell den Fußball?
Rehhagel: Ganz klar: Ja. Hier sind doch so viele Weltfirmen ansässig. Baut den Leuten doch ein Stadion! Warum haben wir denn kein Stadion im Gegensatz zu Duisburg oder Mönchengladbach - das gibt's doch gar nicht. Im Sportstättenbau liegen wir in Essen um Jahrzehnte zurück. Alle anderen sind mit der Zeit gegangen, nur wir sind stehengeblieben.
Die Misere von Rot-Weiss allein auf das marode Stadion zurückzuführen, greift aber doch wohl zu kurz, oder?
Rehhagel: Natürlich hat auch der Verein Fehler gemacht. Seit 40 Jahren. Die waren 1953 Pokalsieger und 1955 deutscher Meister. Mit Spielern wie Rahn und Islacker. Und dann hatten sie noch einmal eine Chance, als sie Lippens, Hrubesch, Burgsmüller, Mill hatten. Seitdem rennen sie hinter der Musik her. Die hatten nie Leute, die es geschafft haben, Verbindung zu den Türmen herzustellen.
Könnte es Sie irgendwann reizen, Ihre Erfahrung bei Rot-Weiss einzubringen?
Rehhagel: Ich mache grundsätzlich nur Dinge, von denen ich weiß, dass eine Chance besteht. Sonst hat es gar keinen Zweck. Ich muss dann schon begeistert werden. Wenn ich zweifle, dann geht das nicht. Ich habe immer davon gelebt, dass ich die Leute überzeugt habe.
Das klingt nicht nach einem kategorischen Nein.
Rehhagel: Stimmt. So weit will ich nicht gehen. Ich will ja solange etwas tun, wie es geht. Aber es muss - wie gesagt - eine Chance geben.
17:07
Unsere heimart !Unsere liebe! Unser stolz!!!!!!!!! Nur der RWE! Also Glückauf!
11:03
In den letzten 10 Jahren wurden von der Stadt Essen 300 Mio. Euro in die Renovierung von Schulen gesteckt. 2/3 der 70 Mio. aus dem Konjunkturpaket II fließen zudem in Schulen. Das ist auch gut so. Jährlich zahlt die Stadt Essen 43 Mio. Euro für die Theater und Philharmonie GmbH. Das ist Geschmackssache. Das neue Folkwang Museum wird die Stadt Essen jählich 3-4 Mio. Euro mehr (!!) kosten, somit liegt der Unterhalt des Folkwang Museums bei 8 Mio. Euro im Jahr ... das sind in 10 Jahren 80 Mio. Euro!! ... usw. usw. Wo sind da die Klagelieder der ach so besorgten Steuerzahler? Unter dem Artikel zu den Kosten des Folkwang Museums war nicht ein Kommentar, genauso bei den Berichten zu den Kosten der TUP GmbH. Bei einmalig (!!) 31 Mio. Euro, wovon die Stadt 24 Mio. tragen wird, wird hier der große Alarm gemacht. Bei diesen Fakten muss man schon saudumm sein, um nicht zu durchschauen, welches Geistes Kind die gut informierte Gegenfraktion ist. ;-)
16:47
Die Altlasten die auf dem Grundstück des Stadionneubaus noch verborgen sind !!!, werden der Stadt noch Sorgen bereiten.......die Entsorgung wird noch zusätzliche Millionen kosten.............
Fangt nicht an zu graben....das wird teuer
Glückauf Essen
15:24
warum duisburg und gladbach ein stadion haben?
weil dort profi-fussball gespielt wird.
ganz einfach.
15:06
Unglaublich 1907 , wie war, erst nachdenken dann posten...sanierung der alten Hauptribüne
15.000.000 EUR das ich nicht lache......wo haben Sie das denn aufgeschnappt....Abriss+Neubau der Haupttribüne für ca. 5000 Sitzplätze 10-12.000.000 EURO, glauben Sie mir, ich weiss wovon ich spreche.........aber wofür.....5te Liga ?
Glückauf Essen
14:23
@47 und selbst?
Laut Planung soll der Spielbetrieb nicht gefährdet werden. Was spricht daher dagegen, das alte Stadion noch ein, zwei Jahre zu nutzen und die Entwicklung des Vereins abzuwarten. Über einen Neubau kann dann immer noch entschieden werden. Vielleicht sind wir bis dahin im absoluten Niemandsland angekommen und brauchen kein Stadion mehr... Hoffe und glaube ich natürlich nicht. Aber meiner Meinung nach wäre das Geld im Moment woanders besser angelegt.
14:03
Exxen in der 4.Liga bekommt ein neues Stadion ich denke bevor die das Stadion kriegen sollten die mal wieder anfangen Fußball zu spielen.
RWO 4-Life
13:19
für ein neues rwe stadion werden massen an geld wahllos zum fenster rausgeschmissen,der handelshof verkauft aber auf der anderen seite die 6 mio für die eishalle von 6 auf 4 mio mit der begründung grundsanierung reicht auch aus zusammengestrichen?
als ob die eishalle nicht noch maroder wäre wie die hafenstrasse.....
da ist ende 2009 schicht wenn nix passiert so einfach ist das.....
wurde an der hafenstrassse schon mal über eine stadioschliessung auch nur nochgedacht?
NEIN!!!
mit der begründung wenn wir das stadion nicht bauen,bzw es schliessen würde der ganze essener norden brennen und wir müssten um unser leben fürchten wird ein NEUES stardion gebaut.....
als DAS nennn ich mal den schwarzjacken nachgegeben
völlig herausgeschmissenes geld....
13:00
@ säsch:
schon mal nachgedacht?
in 1 oder 2 Jahren muss die Haupttribüne abgerissen werden wegen baufälligkeit, würde man sie nur sanieren kostet das 15 Millionen! Also was ist besser 15 Millionen Euro für eine Tribüne ausgeben, oder das doppelte für 4??
Erst nachdenken, dann posten!!
12:38
Ich verstehe den Sinn eines neuen Stadions nicht. Viertklassiger Fussball wird auch in einer modernen Arena nicht besser. Der mögliche Image-Gewinn ist meiner Meinung auch Quatsch. Wer soll sich durch ein neues Stadion angesprochen fühlen?
Besser wäre es die Pläne zu überdenken, den Sport zu fördern und in ein paar Jahren, wenn sich der Verein sportlich und wirtschaftlich gefangen hat mit dem Bau zu beginnen.