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Nach 27 Sekunden waren die Weichen bei RWE gestellt

07.02.2016 | 18:35 Uhr
Patrick Huckle (RW Essen/hinten) fällt im Duell mit Jens Buddecke auf den Boden.Foto: imago

Essen.   Nach der vergebenen Riesenchance von Platzek in Rödinghausen knüpfte RWE an die Leistung aus der Vorwoche an. In Erndtebrück hilft nur ein Dreier.

Eine Rückfahrt aus Rödinghausen ist lang, sehr lang. Zeit, um sich etliche Gedanken zu machen. Plötzlich stand die Frage im Innenraum, wann Rot-Weiss das letzte Ligaspiel gewonnen hat. Man war fast in Versuchung, auf den Standstreifen zu fahren und nachzuschauen. Gewusst hat es niemand mehr.

Fritz
RWE-Kapitän Moritz Fritz:

Rot-Weiss Essen hat gegen den SV Rödinghausen 0:0 gespielt. Kapitän Moritz Fritz saß auf der Tribüne, aber er hofft, der Mannschaft bald zu helfen.

Am 8. November war es, beim 2:0-Heimsieg gegen die U23 des FC Schalke 04. Was folgte, waren eine Niederlage in Oberhausen und fünf Unentschieden in Folge. Und das stetige Annähern an den Strich in der Tabelle, der Gut von Böse trennt. Daran konnte auch die Nullnummer in Rödinghausen nichts ändern. Auch die Erklärungen der Beteiligten klingen Woche für Woche gleich: „Wir müssen uns noch mehr erarbeiten, manchmal fehlt auch ein Quäntchen Glück. Wenn der erste Ball drin ist, dann wird es einfacher“, meinte Kevin Grund stellvertretend für alle anderen.

Platzek frei vor dem Tor

Der erste Ball, den gab es im Wiehenstadion schon nach genau 27 Sekunden: Patrick Huckle war auf links davon gepirscht, seine Hereingabe erwischte Marcel Platzek frei vor dem Tor aus nächster Nähe. Doch statt es mutig mit Vollspann oder unfein mit der Picke zu vollenden, wählte er eher zaghaft die Innenseite – und die Kugel ging am langen Pfosten vorbei. „Es war eine Sache von Millimetern, ich hätte lieber auch mal ein Scheißtor gemacht, ist mir egal, wie es aussieht“, ärgerte sich der Schütze hinterher über die falsche Wahl.

Statt Dosenöffner entwickelte sich das Ganze danach wieder zu einem zähen Brei, fast konnte man den Eindruck gewinnen, es entwickele sich allmählich eine Phobie, das Runde über die Torlinie zu drücken. Mal statt ein Abwehrbein am langen Pfosten im Weg bei einem Schussversuch von Frank Löning (29.) oder ein Donnerschlag von Chef-Kanonier Benjamin Baier bei einer Ecken-Direktabnahme wurde noch im Strafraum abgeblockt, beim Abschlusstraining am Freitag hatte der Ersatz-Kapitän die Dinger noch reihenweise versenkt. So ist es manchmal.

RWE-Analyse
RWE ärgert sich nach Nullnummer über den Schiedsrichter
RWE ärgert sich nach Nullnummer über den Schiedsrichter

In Rödinghausen kommt Rot-Weiss Essen nicht über ein 0:0 hinaus und beschwert sich danach über zu viele Unterbrechungen durch den Schiedsrichter.

Natürlich war auch Positives mitzunehmen aus dem entlegensten Zipfel Nordrhein-Westfalens: Die Dreierkette funktioniert tadellos und geriet so gut wie nie in Bedrängnis. Der starke Jeffrey Obst wird nach dieser Leistung seinen Platz auf Rechts nicht ohne Kampf an den diesmal gesperrten Leon Binder abtreten wollen. Die Null steht – leider aber auch vorne. Natürlich ist es für ein Zwischenfazit nach zwei Spielen noch reichlich früh, aber der Stoßstürmer, den sich die Rot-Weissen zur Winterpause erhofft hatten, ist auch Frank Löning offenbar nicht. Der 34-Jährige gefällt zwar durch Lauffreude und kluge Anspiele seiner Mitspieler, aber, wie formulierte es Kevin Grund: „Wir müssen in die Räume kommen, da, wo es gefährlich ist.“ In die Schmerzzone also, aber da wurde auch der Ex-Profi viel zu selten gesichtet.

Rödinghausen, für die es in ihrem ersten Punktspiel nach der Winterpause vorrangig darum ging, nicht zu verlieren – an der Hafenstraße gäbe es für eine derartige Spielweise Massenproteste – konnte mit dem Remis viel besser leben. „Ein Sieg wäre für uns wäre wohl des Guten zuviel gewesen“, bekannte SVR-Coach Mario Ermisch, verbunden mit dem Wunsch an Kollege Siewert: „Ich denke, dass wir uns nächstes Jahr in dieser Liga wiedersehen werden.“ Dafür sollte das Siewert-Team mal wieder gewinnen, am besten in zwei Wochen beim abgeschlagenen TuS Erndtebrück, den Prügelknaben aus dem Hinspiel (1:9). „Da holen wir den ersten Dreier“, verspricht Grund. Die Fans werden ihn beim Wort nehmen.

 

RWE - 1. FC Köln 2 0:0

Ralf Wilhelm

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Nach 27 Sekunden waren die Weichen bei RWE gestellt
Nach 27 Sekunden waren die Weichen bei RWE gestellt
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http://www.derwesten.de/sport/fussball/rwe/nach-27-sekunden-waren-die-weichen-gestellt-id11539793.html
2016-02-07 18:35
Rot-Weiss Essen, RWE, Regionalliga, SV Rödinghausen
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