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Fußball-Regionalliga

Kabinenpredigt zeigt bei RWE Wirkung

01.12.2009 | 18:00 Uhr
Kabinenpredigt zeigt bei RWE Wirkung

Essen. Nach der desolaten ersten Halbzeit gegen VfL Bochum II ließ RWE-Aufsichtsrat Genge in der Kabine der Rot-Weissen Dampf ab. Von „Trimmtrab-Fußball“ soll die Rede gewesen sein, und dass sie „auf der Schillerwiese besser kicken".

Die Moral war klasse. Und mit dem 2:2 gegen Bochum II konnten die Rot-Weißen auch gut leben. Immerhin lagen sie mit 0:2 zurück, und die Gäste gehören schließlich zum Spitzenensemble der Regionalliga. Doch die unsägliche erste Halbzeit, in der die Gastgeber ein erbärmliches Bild abgegeben hatten, wirkte nach. Und das ausgerechnet vor den Augen des neuen Stadtkämmerers Lars-Martin Klieve, der sich das Trauerspiel in Hälfte eins auf der Tribüne ansah.

Sascha Mölders stocksauer nach dem Abpfiff

Aufsichtsrats-Mitglied Claus-Werner Genge räumte ein, dass er "verbal überzogen" habe. Foto: Kerstin Kappis

Dabei hatten die RWE-Verantwortlichen so gehofft, dass der Finanzchef der Stadt ein bisschen von der Hafenstraßen-Atmosphäre erleben würde, so wie sie im wesentlich besseren zweiten Durchgang dann aufkam. Schließlich hat Klieve ja auch beim Stadion-Projekt ein gewichtiges, ja entscheidendes Wort mitzureden.

Wie nur kommt es, dass ein und dieselbe Mannschaft zwei so unterschiedliche Halbzeiten abliefert? „Wir sind einfach Sch...!“ So zürnte Sascha Mölders nach Abpfiff. Wie bitte? Der zweifache Torschütze, den man relativ zufrieden erwartet hatte über ein halbwegs versöhnliches Ende, wiederholte diese Worte monoton. Und: Man solle die Leute fragen, die mehr zu sagen hätten als Spieler und Trainer.

Mächtig Dampf abgelassen

Später wurde klar, worauf Mölders anspielte. Aufsichtsrats-Mitglied Claus-Werner Genge war zur Pause stocksauer in die Kabine marschiert und hatte dort mächtig Dampf abgelassen. Von „Trimmtrab-Fußball“ soll die Rede gewesen sein, und dass sie „auf der Schillerwiese besser kicken“. Dass man die Fans vergraule und das Stadion-Projekt aufs Spiel setze.

„Natürlich habe ich verbal überzogen“, räumte Genge ein. „Aber man muss den Spielern auch mal sagen, was Sache ist. Man kann doch wenigstens erwarten, dass sie  kämpfen. Und in der zweiten Hälfte war es ja auch in Ordnung.“

"Ich musste das los werden"

Noch nie in all den Jahren sei er in der Kabine gewesen. „Aber ich musste das los werden. Sonst hätte ich ein Magengeschwür bekommen.“ Und Vorstandsmitglied Thomas Hermes sei auch dabei gewesen. Natürlich drängt sich die Frage auf, ob die Spieler überhaupt wussten, wer sie   zusammenstauchte. „Seit gestern auf jeden Fall“, so Genge.

Die Trainer Uwe Erkenbrecher und Ralf Aussem waren, so ist zu hören, wenig begeistert über diesen Auftritt. Allerdings hatten auch sie die Leistung in Hälfte eins nicht besser gesehen. Das könne aber vorkommen, so der Tenor. Keiner spiele absichtlich schlecht. Aber Erkenbrecher sagte auch: „Ich bin schon ein bisschen angefressen, wenn ich sehe, welche Fehler wir immer noch machen.“

Rolf Hantel

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