Favoritenfrage stellt sich nicht beim Duell RWE gegen RWO

RWE-Trainer Markus Reiter.
RWE-Trainer Markus Reiter.
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Was wir bereits wissen
Im Finale um den Niederrheinpokal am Donnerstag zwischen RWE und RWO sind die Chancen verteilt. 500 Karten gab es am Dienstagmittag noch.

Essen.. Pokalfieber! Über 18 000 Tickets sind für das Verbandspokal-Finale am kommenden Donnerstag zwischen Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen verkauft (14 Uhr, Hafenstraße). Rund 500 Karten (Stand Dienstagmittag) gibt es für die Spätzünder, die es sich es doch noch überlegt haben und bei diesem prickelnden Duell live dabei sein wollen. Ein Rekord wird es aber nicht, denn im Vorjahr sahen unglaubliche 26 000 Zuschauer das Finale zwischen MSV Duisburg gegen Jahn Hiesfeld. Und in Essen waren es zum Halbfinale 2014 gegen den MSV über 20 000. Diesmal wurde aus Sicherheitsgründen die Kapazität aber ein wenig herunter geschraubt.

Pokalfieber? Die beiden Trainern ließen sich gestern nichts anmerken. Markus Reiter, der Essener, und Andreas Zimmermann, der Oberhausener, wirkten relativ entspannt. Wobei der RWO-Coach schon mal andeutete, wie seine Jungs auftreten werden, nämlich ziemlich cool und selbstbewusst. Nein, einen Nachteil sehe er nicht darin, dass seine Mannschaft auswärts auflaufen muss. „Wir sind auch auswärts sehr stark. Es wird eine gute Kulisse, es ist ein schönes Stadion. Uns ist es egal“, versichert Zimmermann. RWO hat in dieser Saison unter anderem bei den Top-Teams der Liga, Gladbach II und Viktoria Köln, gewonnen. „Und unser Saisonziel ist es, den Pokal zu holen. Dazu müssen wir jeden schlagen - egal wo!“

Die Frage nach dem Favoriten stellt sich erst gar nicht. Es steht fifty-fifty. In der Regionalliga sind RWE und RWO gleichauf, die einen Tabellenfünfter, die anderen Vierter, dazwischen ein Pünktchen. Die Oberhausener erkämpften sich ein 4:4 an der Hafenstraße, ihr Heimspiel gegen RWE gewannen sie mit 1:0. Vorteile sind da nur schwer auszumachen.

RWE hat die Generalprobe mit einem 5:0 gegen Uerdingen gemeistert

Klar, RWE hat die sogenannte Generalprobe mit einem 5:0-Sieg gegen Uerdingen gemeistert, während RWO mit 0:1 gegen Schalke II verloren hat. Doch was heißt das schon? Am Spieltag zuvor blamierte sich Essen gegen Hennef (1:3), RWO zeigte gegen Gladbach II (2:2) eine starke Form. Was der Nachbar zu leisten im Stande ist, hat er auch im Verbandspokal-Halbfinale bewiesen, als er den Drittligisten Duisburg mit 2:0 bezwang. „Eine Mannschaft, die weiß, was sie zu tun hat, kompakt und routiniert“, fasst Markus Reiter zusammen.

Kevin Grund Für ihn und seine Jungs ist dieses Finale eine Chance, die Saison halbwegs zu retten. Während sich RWO „voll im Soll“ sieht, will RWE über den Pokalweg einiges aufarbeiten. Der erhofft Titelkampf entpuppte sich nach der Winterpause als Megaflop, der Pott und der damit verbundene Einzug in die DFB-Pokal-Hauptrunde könnte die Fans ein wenig versöhnen.

Auch der Anhang wird am Donnerstag noch einmal alles geben. Darauf baut Reiter, der sich auf das Heim-Endspiel freut: „Wir müssen von Beginn an selbstbewusst auftreten, dann werden wir unsere Fans auch mitreißen. Das kann schon ein Faustpfand sein.“

Personell sorgen sich die Essener nur um Philipp Zeiger. Wegen eines Nasenbeinbruchs ist eine Maske bereits angefertigt. Probleme macht nur der Fuß. Ansonsten sind alle fit und bei Kräften, was ja auch erforderlich sein wird. Vielleicht müssen sie ja in die Verlängerung. Obwohl Andreas Zimmermann das wiederum nicht glaubt: „Es wird nicht länger als 90 Minuten gehen.“