Die Fans von Rot-Weiss Essen haben endgültig genug

Fußball Regionalliga West 29. Spieltag Fortuna Düsseldorf II - Rot-Weiss Essen am 19.03.2016 im Paul-Janes-Stadion in Düsseldorf Essener Fans sind sauer auf die Spieler
Fußball Regionalliga West 29. Spieltag Fortuna Düsseldorf II - Rot-Weiss Essen am 19.03.2016 im Paul-Janes-Stadion in Düsseldorf Essener Fans sind sauer auf die Spieler
Foto: Thorsten Tillmann
Was wir bereits wissen
Nach der 0:1-Niederlage in Düsseldorf und dem Abrutschen auf einen Abstiegsrang gibt es die ersten „Siewert-Raus“-Rufe. Der RWE-Trainer bleibt cool.

Düsseldorf.. Keine Frage, die Kreditlinie von Rot-Weiss Essen bei seinen eigenen Fans ist aufgebraucht: Als der Düsseldorfer Rafael Garcia nach komatösen 85 Spielminuten im Paul-Janes-Stadion die einzig echte Torchance der gesamten Partie zum 1:0-Sieg seiner Fortunen über die Gäste aus Essen nutzte, hielt sich auch der übersichtlich gefüllte RWE-Fanblock nicht mehr zurück: Man hatte mal wieder „die Schnauze voll“, gefolgt von „Siewert-Raus“-Rufen. Fast schon muss man die Fans bewundern, dass dies nun erst am 29. Spieltag geschieht.

Nach einer unsäglichen Unentschieden-Serie setzten die 90 Minuten am Flinger Broich dem Ganzen noch einmal die Krone auf: Ängstlich, zaghaft, mutlos im Spiel nach vorne, erweckten die Rot-Weissen vom Anpfiff weg den Eindruck, als sei ein weiteres Remis an diesem Nachmittag das Höchste der Gefühle.

"Raus"-Rufe berührten RWE-Trainer Siewert nicht

Rot-weisse Abwehrbeine bevölkerten in einer Weise den eigenen Strafraum, dass die zuletzt erfolgsverwöhnten Fortunen mit den Nichtangriffs-Bestrebungen der Gäste über weite Strecken des Spiels überhaupt nicht zurecht kamen. Schon auf dem Aufstellungsbogen wurde das Signal zum Rückzug geblasen: Ohne die konterstarken Marcel Platzek und Marwin Studtrucker, die erst einmal auf der Bank Platz nahmen, war das Zeichen schon im Vorfeld eindeutig. Letzterer erfuhr von seinem Bankplatz am Samstagmorgen und war darüber doch baff erstaunt. Fit sei er, bemerkte Studtrucker in aller Vorsicht, und gerne gespielt hätte er auch. Doch das sah Trainer Jan Siewert ganz anders: „Marwin kommt aus einer Verletzung, und es ist auch so, dass die Spieler das Spiel auch durchstehen müssen. So, wie das Spiel gelaufen ist, konnte er erst zu diesem späten Zeitpunkt gebracht werden.“

Kapitän Moritz Fritz hingegen wurde gar nicht eingewechselt. Interessanterweise zwei Akteure, die mit ihrem Jawort für die kommende Saison noch zögern. Zufall?

Aber es war nicht die einzige Merkwürdigkeit an diesem Nachmittag. Nein, so Siewert, ihn berührten die „Raus“-Rufe nicht, gab er nach einer kurzen Bedenkzeit zu Protokoll, um nachzuschieben: „Es ist Unmut da, das ist klar, bei mir ist auch Unmut da. Der Fokus muss sein, weiter mit der Mannschaft zu arbeiten. Wir haben uns selbst da hingebracht, also müssen wir auch gemeinsam da rauskommen.“

Durchhalteparolen, was sollte er auch anderes sagen? Die Körpersprache auf dem Feld bot keinen Ansatz zur Hoffnung. Spieler wie Patrick Huckle, Leon Binder und Benjamin Baier fallen ja auch deshalb noch positiv auf, weil man ihnen abnimmt, im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles abzurufen. Beim Großteil sieht es allerdings nicht nach Abstiegskampf aus.

Regionalliga West Am Gründonnerstag geht es nun mit dem SC Verl (19.30 Uhr) an der Hafenstraße weiter. Eine Art Angstgegner der Essener, gepaart mit Abstiegskampf. Wie hieß es in der Physik: Minus mal Minus ergibt Plus. Auch im Fußball?

STATISTIK - Fort. Düsseldorf U23 - Rot-Weiss Essen 1:0

RWE: Heller, Weber, Zeiger, Becker, Huckle, Baier, Binder, Ivan, Grund (85. Studtrucker), Jesic (64. Rabihic), Löning (72. Platzek).

Tor: 1:0 Garcia (85.).

Zuschauer: 497