Boykott! RWE-Ultras schießen gegen Sportvorstand Harttgen

Im Zentrum der Kritik der RWE-Ultras: Essens Sportvorstand Uwe Harttgen.
Im Zentrum der Kritik der RWE-Ultras: Essens Sportvorstand Uwe Harttgen.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Unter dem Motto "Der oder Wir" hat eine Gruppe Essener Fans angekündigt, keine Spiele des Regionalligisten zu besuchen, solange Harttgen im Amt ist.

Essen.. Die Turbulenzen beim Fußball-Regionalligisten Rot-Weiss Essen nehmen kein Ende: Nachdem Dr. Uwe Harttgen in der vergangenen Woche eigenmächtig und ohne Rückendeckung des Aufsichtsrats den Vertrag von Trainer Marc Fascher verlängert hatte, erntet der RWE-Sportvorstand nun heftige Kritik aus der Essener Fanszene.

Fascher-Verlängerung Unter dem Motto "Der oder Wir" kündigen die "Ultras Essen" gar an, keine RWE-Spiele mehr anschauen zu wollen, solange Harttgen im Amt ist, und ruft andere Zuschauer dazu auf, sich dem Boykott anzuschließen. "Wir werden als Gruppe keine weiteren Spiele unserer 1. Mannschaft besuchen bis Herr Dr. Uwe Harttgen nicht mehr in der Verantwortung bei Rot-Weiss Essen steht", heißt es in einer Erklärung der Fan-Gruppierung.

Der jüngste Alleingang Harttgens sei dabei nur einer von vielen Gründen für den Boykott, heißt es in der Erklärung weiter: "Es ist seit langem kein Geheimnis, dass die Chemie zwischen Herrn Dr. Uwe Harttgen und der RWE-Fanszene sowie mit dem gesamten RWE-Umfeld von Anfang an nicht stimmte."

Die Dauer des Boykotts sei nicht begrenzt. Selbst bei möglichen Relegationsspielen soll er andauern.

  • Die komplette Erklärung im Wortlaut:

Unter dem Saisonmotto „Der oder Wir“ werden wir als Gruppe die weiteren Spiele unseres Vereins Rot-Weiss Essen begehen.


„Der“, das ist Herr Dr. Uwe Harttgen, der hinter dem Rücken des 1. Vorsitzenden und entgegen des Votums des Aufsichtsrates im Alleingang zwischen Marc Fascher und dem Verein Rot-Weiss Essen verlängerte. „Wir“, das ist die Gruppe Ultras Essen und hoffentlich viele weitere RWE-Fans, die sich diesem Boykott anschließen werden.


Harttgen Gründe für den Boykott


Es ist seit langem kein Geheimnis, dass die Chemie zwischen Herrn Dr. Uwe Harttgen und der RWE-Fanszene sowie mit dem gesamten RWE-Umfeld von Anfang an nicht stimmte. Die niveaulose Entlassung von Waldemar Wrobel, der respektlose Umgang mit verdienten Spielern wie Vincent Wagner, die Abschaffung der U 23 mit einem Federstrich, die nicht stattgefundene Kommunikation trotz diverser Kontaktaufnahmen zu Beginn der Saison, das Nichtstellen nach Niederlagen, die Verpflichtung von Spielern in der Winterpause, die den U 23-Statuten der 4. Liga nicht standhalten und nun die Vertragsverlängerung im Alleingang – ob rechtmäßig oder nicht – bringen uns zu der Erkenntnis, dass wir diesen Weg nicht weiter mitgehen und unterstützen können. Herr Dr. Harttgen hat den Aufsichtsrat vorsätzlich getäuscht und belogen, indem er um Vertragsverlängerung mit dem Trainer Herrn Fascher gebeten hat, um bereits vor dieser Sitzung des Kontrollgremiums den Vertrag eigenhändig zu verlängern. Die Rolle Faschers in dieser Posse ist nicht klar und bleibt abzuwarten. Das Gerücht, dass die beiden den gleichen Berater haben, lässt natürlich der Phantasie freien lauf. Ein Schelm, der Böses dabei denkt…


Ausblick Weiteres Vorgehen


Wir werden als Gruppe keine weiteren Spiele unserer 1. Mannschaft besuchen bis Herr Dr. Uwe Harttgen nicht mehr in der Verantwortung bei Rot-Weiss Essen steht. Wir werden vielmehr bei Heimspielen Alternativangebote schaffen, wie z. B. der Besuch von Jugendspielen, Radioübertragungen, Aktionen für unsere Solikasse. Eingeladen sind alle RWE-Fans, sich uns anzuschließen und somit zu zeigen, dass die Grenze des Miteinanders überschritten ist.


Dieser Boykott gilt ohne zeitliche Begrenzung und ohne Ausnahmen, so weh er auch tun mag. Ob das Pokalspiel gegen Kray, ein etwaiges Finalspiel gegen Duisburg oder Oberhausen oder gar Relegationsspiele – all dies wird ohne uns und unsere Unterstützung stattfinden.