Bei Rot-Weiss Essen zählt nicht nur sportliche Qualität
27.06.2012 | 20:14 Uhr 2012-06-27T20:14:00+0200
Essen. RWE-Trainer Waldemar Wrobel gab bei der Mitgliederversammlung einen Einblick, wie und nach welchen Kriterien der Kader zusammengesetzt worden ist. „Jung und hungrig sollen sie sein und gut ausgebildet“, sagte Wrobel. „Und entscheidend dabei ist, dass wir sie prägen können.“
Die Vorbereitung auf die Regionalliga-Saison läuft. Die ersten Einheiten haben die Rot-Weißen abgespult, und die Verantwortlichen sind zufrieden, was normal ist zu diesem frühen Zeitpunkt. „Die Jungs haben sich in einem guten körperlichen Zustand aus dem Urlaub zurückgemeldet und ziehen gut mit“, sagte RWE-Teammanager Damian Jamro. Am gestrigen Mittwoch sind die Essener in Kleinbussen Richtung Niedersachsen ins Trainingslager nach Wesendorf gereist. Auf dem Weg in die 5000-Seelen-Gemeinde (Landkreis Gifhorn, 20 km nördlich von Hannover) haben sie beim SuS Lage gestoppt, um das erste Testspiel zu bestreiten.
Kompakt, funktional und dennoch elegant: Wenige Wochen vor der Einweihung wird auch die ästhetische Qualität der Arena deutlich. Dabei wird das viel diskutierte neue Essener Stadion aller Voraussicht nach pünktlich fertig sein und den Kostenrahmen nicht sprengen.
Die Essener werden bis Samstag in Wesendorf bleiben und am letzten Tag noch beim dort beheimateten SSV Kästorf auflaufen.
Die zuletzt getesteten Gastspieler Abdullah Keseroglu (24/ linkes Mittelfeld/ Ankaragücü) und Eugen Gopko (21/ Verteidiger/ Mainz 05 II) sind nicht mitgereist. Ob sie die Probezeit bestanden haben und eine Option für RWE sind, ist offen. Darüber will der Klub in der kommenden Woche entscheiden. Noch gesucht wird jedenfalls ein Spieler für die Außenbahn sowie ein Außenverteidiger. „Wir wollen diese wichtige Positionen mit Spielern besetzten, die uns verstärken“, verdeutlicht Jamro.
Vertrauen als ein entscheidender Faktor
RWE-Trainer Waldemar Wrobel gab bei der Mitgliederversammlung im Cinemaxx einen Einblick, wie und nach welchen Kriterien der Kader zusammengesetzt worden ist. Klar, der enge finanzielle Rahmen beschneidet den Handlungsspielraum. Nicht weiter schlimm, denn gestandene Fußballer einfach nur mit einem Batzen Geld zu ködern, das widerspricht ohnehin der Philosophie. „Wir verlassen uns auch nicht darauf, was ein Berater erzählt. Die haben grundsätzlich nur Top-Leute. Entweder wir kennen den Spieler, oder er ist uns von Leuten empfohlen worden, denen wir vertrauen.“
Und das Anforderungsprofil beschränke sich auch nicht nur auf die sportliche Qualität. „Jung und hungrig sollen sie sein und gut ausgebildet“, beschreibt Wrobel. „Die Spieler sollen sich bei uns weiterentwickeln. Und entscheidend dabei ist, dass wir sie prägen können.“
Identifikation und Charakterstärke
Bei Neuverpflichtungen ist oft die Rede von Identifikation, von Charakter und dass es menschlich passen muss. Wrobel findet dazu deutliche Worte. Über Identifikation: „Wenn ein Spieler, mit dem wir verhandeln, den Mythos Rot-Weiss Essen nach dem zweiten Gespräch nicht gefressen hat, dann war’s das!“ Über Charakterstärke: „Einen Spieler, der über das Sportliche erhaben ist, aber so einen rostigen Nagel im Kopf hat, dass er mir den ganzen Laden strubbelig macht, den können wir nicht gebrauchen.“
Am 29. Juli 2011 besiegte RWE den Zweitligisten Union Berlin in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 6:5 nach Elfmeterschießen. Kurioserweise muss Rot-Weiss Essen nun auch in der kommenden Saison im Cup gegen die Hauptstädter antreten. Das ergab die Auslosung in Danzig am Samstag.
Kategorisch ausschließen will der Fußball-Lehrer nicht, dass auch eine gestandene Kraft dazu kommen könnte - sofern man sich eine solche „Ringeltaube“ leisten kann. „Wir sind nicht betriebsblind und können durchaus rechts und links am Teller vorbeischauen.“
Wrobel bleibt öfter im Konjunktiv
Bei den sechs Neuen sind die Rot-Weißen natürlich überzeugt, alles richtig gemacht zu haben. Hundertprozentig sicher sein, kann man sich aber nie. Klarheit gibt es erst mit der Zeit, weshalb Wrobel bei seinem Ausblick des öfteren im Konjunktiv bleibt. Auf Rang acht hat das Team die Saison beendet. Und natürlich, man wolle sich verbessern. RWE wird mehr trainieren, der Betreuerstab ist erweitert worden, das Scouting soll ausgebaut werden. Alles intensiver und professioneller im Vergleich zur Vorsaison. „Wir versuchen es, besser zu machen“, sagt Wrobel. Garantien gibt er keine. Nur so viel: Er sei absolut überzeugt von dem Weg, den Rot-Weiss eingeschlagen hat. „Und wenn wir so weitermachen, ist dieser Verein auf lange Sicht nicht aufzuhalten.“
Die Rot-Weißen müssen eine Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro Strafe an den DFB zahlen, weil Essener Fans bei drei Spielen in der vergangenen Regionalliga-Saison Bengalische Feuer und eine Rauchbombe gezündet sowie ein Feuerzeug auf dem Platz geworfen hatten.
Das erste Testspiel hat RWE gestern beim A-Kreisligisten SuS Lage mit 15:0 (9:0) gewonnen. Tore: Koep (5), Soukou (2), Shala (2), Lenz (2), Dombrowka, Avci, Tokat und Ellmann.
19:00
wo ist schnappers kommentar?
17:46
Außenbahn oder Außenverteidiger konnte Kuta effektiv gut spielen!
Ich nehme an, daß Kuta oder wie vorjährig Thamm, laut Wrobel, einen rostigen Nagel im Kopf hatte oder anders, dem Trainer widersprochen oder genörgelt hat!
Herr Wrobel, auch "mündige Spieler" kann man formen, es sei denn, man ist dazu in der Lage!!!
Über den Charakter eines Kuta oder Thamm kann ich als Außenstehender nicht urteilen. Sportlich finde ich die Entscheidung den beiden Spielern keine neuen Verträge gegeben zu haben 100% richtig. Es hat bei den beiden einfach nicht gereicht. Thamm definitiv zu langsam und extrem schwach in der Spieleröffnung. Thamm hat wurde bei keinem seiner letzten 7 Clubs länger beschäftigt. Kuta zwar sehr schnell und beweglich, aber viel zu hektisch und unpräzise in seinen Aktionen. Kann mich nicht an eine Flanke erinnern die Torgefahr brachte. Vielleicht startet Kuta ja bei einem anderen Verein durch.
14:55
Muhahahah!