Bei Rot-Weiss Essen ist nichts mehr unmöglich
31.05.2010 | 19:22 Uhr 2010-05-31T19:22:00+0200
Essen.Obwohl Rot-Weiss Essen die Bürgschaft in Höhe von 2,7 Millionen Euro gezogen hat. droht die Insolvenz. Der DFB muss nun beurteilen, in welcher Höhe er die Bürgschaft abruft.
Die laufenden Verträge der Spieler und die der drei Neuverpflichtungen gelten alle nur für die Regionalliga. Gleiches gilt auch für den Sportlichen Leiter Herman Andreev und den Trainer Peter Hyballa. Die Sponsorenverträge seien dagegen unterschiedlich gehalten, so RWE-Vorstandsmitglied Thomas Hermes.
Die finanzielle Lage ist mehr als bedrohlich bei den Rot-Weißen, die Lizenzerteilung für die Regionalliga unsicherer denn je. Der Zwangsabstieg in die NRW-Liga ist möglich, eine Insolvenz auch nicht mehr auszuschließen. Das sind die Horrorszenarien, die RWE-Vorstandsmitglied Thomas Hermes und Geschäftsführer Kai Stütz gestern bei einer außerordentlichen Pressekonferenz beschrieben.
Die aber Realität werden könnten. Schon am kommenden Freitag, 15.30 Uhr, muss beim Deutschen Fußball Bund in Frankfurt Klarheit herrschen im Essener Lizenzierungsverfahren. Und es geht um Geld – um viel Geld.
Bereits am vergangenen Samstag wurde auf der Haupttribüne an der Hafenstraße über die bedrohliche Situation gemunkelt. Wie kritisch einige die Situation einschätzen, zeigt das Zitat eines Insiders: „Es gibt Lösungen. OB Paß muss dabei natürlich mitspielen. Aber es scheint fast so, als sei derzeit der Stadionbau wahrscheinlicher.“ Dabei hatten die Rot-Weißen in den Verhandlungen mit den städtischen Töchtern positive Signale erkannt. „Wir hatten ein gutes Gefühl“, wie Hermes sagte. Eine Lösung soll auch tatsächlich am Freitag vorgelegen haben, so heißt es. Unterschriftsreif, über 2,5 Millionen. Gedeckt durch private Gönner (500 000 Euro) und durch Bürgschaften und Rangrücktritte von kommunalen Unternehmen (2,5 Mio.). Paß soll es abgelehnt haben, möglicherweise in der Hoffnung, dass letzter Spieltag gegen Mainz auch das Saisonende bedeutet und RWE die Bürgschaft nicht mehr ziehen könne. Doch normalerweise laufen die Verträge bis zum 30.Juni.
Keine weiter Unterstützung von der Stadt
In einem Gespräch mit Paß bekam Thomas Hermes die Entschlossenheit des Oberbürgermeisters zu spüren. Konsequent stellte jener fest, dass es bei seiner Entscheidung bleibe, die schon vor einigen Wochen für Aufsehen gesorgt hatte: Zur Sicherung der Regionalliga-Lizenz für die kommende Saison werde es keine weitere Unterstützung von der Stadt und ihren Tochterunternehmen geben. „Er bleibt bei seiner Meinung, dass es nicht ausreicht, was der Verein tut“, schilderte Hermes. „Der OB erkenne keine positive Prognose, dass sich etwas ändern wird. Das ist eine politische Entscheidung, die wir respektieren müssen.“
RWE hat allein in der laufenden Saison, die in den Büchern bis zum 30.Juni datiert ist, noch eine gewaltige Liquiditätslücke zu schließen. „Es ist der lange bekannte Betrag von 1,3 Millionen Euro plus 650 000 Euro an Sponsorengeld, das wir bereits vorgezogen haben“, erläuterte Hermes. Spieler müssten bezahlt werden (Gehalt Mai, Juni), die Berufsgenossenschaft, die Angestellten des Klub, usw. „Und weil wir das nicht bezahlen können, haben wir heute morgen die Bürgschaft in voller Höhe von 2,7 Mio. gezogen.“ Genauso wie es RWE angekündigt hatte. Die Sparkasse Essen, erneut Trikotsponsor in der kommenden Saison, hatte die Bürgschaft übernommen und muss nun bezahlen. „Und sie hat uns sehr wohl bestätigt, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben“, sagt Hermes.
GVE hat Betrag gesichert
Gesichert wurde der Betrag durch die Essener Grundstücksverwaltung (GVE), die ohnehin schon mehrere Millionen in den Traditionsklub gesteckt hat. Die GVE könnte dann zum 1.Juli 2011 das Geld zurückfordern. Spätestens dann droht also die Pleite an der Hafenstraße. Zwei Drittel der gesamten Sponsorsumme bei RWE stammt von städtischen Töchtern, RWE AG sowie Sparkasse.
Der DFB muss nun beurteilen, in welcher Höhe er die Bürgschaft abruft. Nur wenn der Verband die volle Summe anerkennt, wäre die Lizenz gesichert, denn Rot-Weiß muss für die kommende Spielzeit insgesamt eine Liquiditätsreserve von 2,5 Mio. nachweisen. „1,3 Mio. dürften unstrittig sein“, glaubt Kai Stütz. Würde er nur 1,5 Mio. anerkennen, müssten die Rot-Weißen rund eine Millionen noch bis Freitag darstellen – per Bürgschaft, Überziehungskredit oder einem neuen, privaten Sponsor, der nicht in Sicht ist.

19:31
Erwin, du hast natürlich Recht. Es wäre schön neben einen Investor mit einem Manager mit Verstand in der Hinterhand dazu aber auch noch ein paar Essener Sportgrößen gewinnen zu können, die sich engagieren, wie Otto oder auch Bierhoff, Lehmann, wenn die letzgenannten auch nie für den RWE gespielt haben, aber hier können sie mal ihre soziale Kompetenz ausspielen. Ich habe meine Tränen jetzt weggewischt. Glückauf RWE, wir haben immer in die F. bekommen, wir schaffen das, aber keiner alleine.
18:55
Was macht das für einen Sinn?
In Essen leben auch Leute mit Geld , warum halfen die nicht?
Gruß an Aldi und Hengstenberg
18:23
nun bin ich 62 Jahre alt geworden, seit meinem 7 Lebensjahr gehe ich nach Rot-Weiß-Essen - und nun???
Freunde von Rot-Weiß-Essen war es nicht abzusehen wann es zum Zusammenbruch kommt,
1. Über Jahre kein Präsidium mit Konzept - lauter leere Flaschen.
2. Trainer nur Luschen bis auf einen der hatte aber keine Resonaz beim Präsidium.
3. Spieler - oh ja ausrangierte und Resevebankdrücker von anderen Vereinen die weder Herz noch Verstand hatten aber Geldgierig waren.
4. Infrastruktur rund um den Platz - einer Stadt wie Essen unwürdig und miserabel.
5. Lieber neu anfangen aber mit neuen Präsidium, Vorstand, Trainer und Mannschaft - und über allen ein solventer (Aufpasser!!!) damit es endlich aufwärts geht mit diesen Verein der zu Essen gehört wie die ehemaligen Pütts...
18:05
Als Armine empfinde ich den heutigen Tag natürlich als Festtag, da in Bielefeld der (meiner Meinung nach) durch Herrn Kentsch (jetzt MSV) verursachte GAU abgewendet werden konnte. Dennoch möchte ich den hier schreibenden RWE - Fans mein Mitgefühl aussprechen. Ich habe RWE über die Jahre als erdigen Traditionsverein wahrgenommen, mich aber auch gewundert, warum ein Club mit diesem Fanpotential schon seid ewigen Jahren nicht mehr nach oben kommt. Ich erinnere mich an spannende Spiele in der Zweiten Liga Nord, bzw um den Aufstieg in die Zweite Liga.
Möglicherweise habe ich von OWL aus manches nicht richtig mitbekommen. Eine städtische Tochter baut ein neues, modernes Stadion, aber gleichzeitig läßt man den einzigen Kunden vor die Hunde gehen? Habe ich das richtig verstanden?
09:52
Unvorstellbar was hier in Essen seit Jahren mit dem Sport für ein Schindluder betrieben wird. Das in den letzten Jahren einiges bei Rot Weiss schief lief steht ausser jeder Frage. Aber es kann und darf nicht sein das ein Traditionsverein wie Rot Weiss Essen gänzlich von der Bühne verschwindet.Wenn ich sehe welche Investitionen allein für die Kulturhauptstadt Essen 2010 getätigt wurden und noch werden, da kann einem nur schwindelig werden oder man siehe die Philharmonie oder das Aalto Theater. Da frage ich mich ist Fussball keine Kultur?! Meine lieben Politiker ich kann nur appellieren unterstützt Rot Weiss Essen und intergriert doch jemanden in den Aufsichtsrat damit der Verein wieder auf die Beine kommt. Und mein lieber Herr Paß zu Ihnen sei gesagt, das es schon vorher aus Insiderkreisen bekannt war das Sie den Verein den Todesstoß versetzen würden. Ich war immer treuer SPD Wähler doch mein Kreuz werdet Ihr nie wieder bekommen. Danke Herr Paß und die liebe SPD für nichts!!!!
09:44
zu 108: Wollen Sie den überwiegenden Teil der RWE-Fans denunzieren, nur weil auch einige wenige Chaoten dort für ein schlechtes Image sorgen. Denunzieren Sie auch die Besucher der Philharmonie , weil etwa der ein oder andere dieser Besucher möglicherweise aufgrund seiner Vermögensverhältnisse auf einer Steuer-Daten CD auftaucht?? Meinen Sie, daß in anderen Städten die Fans der Vereine alles harmlose kleine Jung´s sind??? Wenn Sie im Recht wären, würden andere Städte auch konsequent ausschließlich auf Kultur und Philharmonien setzen - aber sie tun es eben nicht und setzen auf einen Sportverein in der jeweiligen Stadt!! Und nehmen Sie vor allem die Bevölkerungs-Struktur dieser Stadt einmal zur Kenntnis. Wie viele Bürgerinnen und Bürger aus Essen besuchen denn ständig die Philharmonie oder ein Museum? Aber zig Tausende von Bürgerinnen und Bürgern sind in Sportvereinen passiv oder aktiv engagiert. Wie viele Kinder besuchen denn die Philharmonie??? Wie viele Tausende von Kindern spielen aber in über 100 Vereinen Fußball in dieser Stadt . Es tut mir leid - Sie begreifen einfach nicht das die einseitigen Entscheidungen in dieser Stadt zugunsten der Hochkultur und der Leuchtturmprojekte wie Zollverein für großen Verdruss sorgt, wenn im Gegenzug Stadien, Sportanlagen, Schulen und Kindergärten verfallen. Aber offensichtlich interessieren Sie sich dafür nicht, ist ja unter der Würde der oberen 10 Tausend dieser Stadt, die nur der Hochkultur verbunden sind, die uns in Essen in den Ruin führt. Pfui
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