0:1 - RWE rutscht gegen Viktoria Köln zurück in die Krise

Benjamin Baier (l.) verlor mit Rot-Weiss Essen bei Viktoria Köln.
Benjamin Baier (l.) verlor mit Rot-Weiss Essen bei Viktoria Köln.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
  • Rot-Weiss Essen kassiert bei Viktoria Köln eine 0:1-Niederlage.
  • Damit fällt das Team von Trainer Jan Siewert wieder auf einen Abstiegsplatz.
  • Die RWE-Fans zeigten erneut Spruchbänder gegen Trainer und Vereinsführung.

Köln.. Rot-Weiss Essen ist wirklich nicht vom Glück verfolgt. Trotz einer kämperisch starken Leistung und einer Halbzeit Überzahlspiel bezog das Team von Trainer Jan Siewert eine höchst unglückliche 0:1-Niederlage bei Viktoria Köln. Am Ende reichte dem einstigen Top-Favoriten eine Standardsituation zum Tor des Tages.

RWE RWE-Coach Jan Siewert schenkte auch am Kölner Höhenberg dem Team sein Vertrauen, das am Donnerstag den überlebenswichtigen 1:0-Sieg gegen den SC Verl eingefahren hatte. Somit blieb den “begnadigten” Kasim Rabihic und Marwin Sturdtrucker auch diesmal kein Platz auf der Ersatzbank. Die Fans haben aber noch nicht verziehen: “Siewert & Winkler raus” stand auf dem Transparent im Gästeblock, und ein anderes mit “Merkt ihr nichts mehr” war wohl an die Vereinsführung addressiert.

Der Dreier hatte dem Team offensichtlich gut getan, recht selbstbewusst begann man die Partie bei der Kölner Viktoria, bei der fast schon traditionsgemäß zum Frühjahr die Luft aus der Saison heraus ist. So spielte sich das Hauptgeschehen der ersten Halbzeit in der Kölner Hälfte ab. Schon nach elf MInuten hätten die Essener in Führung gehen können: Marcel Platzek kam frei im Strafraum zum Schuss, doch der Stürmer traf die Kugel nicht richtig, die neben den Pfosten hoppelte.

RWE in Überzahl

Und die Viktoria? Die konterte im eigenen Stadion, allerdings brandgefährlich. Bei einem weiten Ball von Jules Reimerink verschätzte sich RWE-Keeper Robin Heller beim Herauslaufen. Völlig blank war das Tor, doch der Heber von Fatih Candan landete zum Glück für die Gäste auf dem Netz. Die Partie bot auch einigen spielerischen Leerlauf, dafür ein paar rassige Zweikämpfe. Besonders die Strategen Leon Binder und Candan arbeiteten sich auf der rechten Abwehrseite ordentlich aneinander ab.

Regionalliga RWE blieb immer dann gefährlich, wenn es schnell in die Spitze ging. Fast wäre Frank Löning (22.) frei zum Einschuss gekommen, doch viele Abwehrbeine blockten den Versuch ab. Auf der anderen Seite strich ein Versuch des Ex-Oberhauseners David Jansen (29.) haarscharf über die Latte. In die Pause ging es mit leichten Feldvorteilen für die Essener.

Nach dem Wechsel waren die Gäste schnell in Überzahl: Viktoria-Kapitän Tim Jerat, schon gelb verwarnt, ging an der Strafraumgrenze im Zweikampf mit Patrick Huckle zu Boden und warf sich dabei mit der Hand auf den Ball. Statt Elfmeter entschied Schiedsrichter Florian Visse auf Gelb-Rot - eine mutige Entscheidung.

Viktoria-Coach Kaczmarek muss auf die Tribüne

Nun war Gift im Spiel, die Partie erreichte die übliche Betriebstemperatur, wenn sich die beiden Regionalliga-Rivalen treffen. Trotz Überzahl ging bei RWE ein wenig die spielerische Linie verloren, die Angriffsbemühungen gerieten zu unpräzise, die allgemeine Hektik tat dem Spiel nicht gut. Den Rest besorgten wolkenbruchartige Hagelschauer. Es begann die Zeit der gepflegten Grätschen (Binder!). Das Schöne für die pitschnassen Gästefans: Die Roten nahmen den Kampf an und ernteten dafür ihren verdienten Szenenapplaus.

Binder Es wurde um jeden Grashalm gekämpft - die Tore gerieten dabei ein bisschen in Vergessenheit.

Bis zur 77. Minute: Ecke für Viktoria, den Kopfball des eingewechselten Rene Klingenburg pariert Heller noch sensationell, doch genau vor die Füße von Candan, der zum 1:0 abstaubte. Ausgerechnet Candan, der zur Winterpause fast im rot-weissen Lager gelandet wäre. Bitter. Siewert reagierte und brachte mit Joachim Osvold einen frischen Mann für den Sturm. Doch die spielerische Linie, sie wurde nicht wieder gefunden. Was blieb, war viel Hektik: Osvold holte sich schnell Gelb nach einem Gerangel an der Außenlinie, Viktoria-Coach Tomasz Kaczmarek musste gar auf die Tribüne. Das war’s.