RWE gegen RWO - Elferkrimi überstrahlt alle Verbands-Endspiele

Nach dem Elfmeterkrimi RWE gegen RWO rollten die Essener Spieler mit dem Niederrheinpokal in einem Einkaufswagen über die Hafenstraße.
Nach dem Elfmeterkrimi RWE gegen RWO rollten die Essener Spieler mit dem Niederrheinpokal in einem Einkaufswagen über die Hafenstraße.
Foto: Imago
Erstmals richteten die Fußballverbände Niederrhein, Mittelrhein und Westfalen ihre Pokalfinals zeitgleich aus. Die Besucherzahlen gingen weit auseinander.

Essen.. Als Oberhausens Abwehrstratege Christoph Caspari am Donnerstagnachmittag den sechsten Elfmeter nicht ins Ziel bringt, bricht an der Essener Hafenstraße der Jubelsturm los.

RWE-Feierknäuel vor der Rahntribüne

RWE-Keeper Niclas Heimann fischte den Schuss im Elfmeterkrimi aus der rechten Torecke und begab sich auf Tauchstation. Die Folge: ein minutenlanges Feierknäuel vor der prall besetzten Rahntribüne. 120 intensive Minuten an der Hafenstraße - ein kämpferisch starkes, spielerisch von vielen Fehlern geprägtes Finale im Niederrheinpokal. Nicht erst der entscheidende Moment im Duell der Viertligisten verwandelte das mit 18.500 Fans voll besetzte Stadion Essen in einen Hexenkessel.

Der letzte Schuss in der Elfmeterlotterie: Gleichbedeutend mit einem verwehrten Happyend für die 4200 mitgereisten Oberhausener Anhänger auf der Gottschalk-Tribüne. Sie hatten ebenfalls Anteil daran, dass sich das Verbandspokalfinale zwischen den beiden Traditionsvereinen stimmungstechnisch mindestens auf gutem Zweitliganiveau befand. Eine rot-weiße Choreographie der Gäste im Stehbereich fingen die Fernsehkameras des Westdeutschen Rundfunks ein. Fußball-Feiertag!

RWE gegen RWO im ausverkauften Stadion Essen

Der Essener Elfmeterheld Niclas Heimann sprach nach dem Spiel Klartext: "Die Unterstützung unserer Fans war unglaublich!" Wechselgesang, viele Emotionen, ein Fahnenmeer: Peter Frymuth, Präsident des Fußballverbandes Niederrhein, konnte bei der Pokalübergabe, verwöhnt von den Zuschauerzahlen, recht entspannt über das Feuer solcher Derbys referieren.

Im vergangenen Jahr lockte das Verbandspokalfinale bereits 24.000 Fans zum Spiel MSV Duisburg gegen Jahn Hiesfeld in die MSV-Arena. Da wirkte diesmal die Vergabe des Finales nach Essen angesichts der 18.500 Fans im ausverkauften Stadion logisch - und zugleich wie eine Bestätigung der Verbandsentscheidung. Auch wenn diese im Vorfeld auch für Kritik sorgte: Einige Oberhausener Anhänger forderten zumindest einen neutralen Platz. Das Oberhausener Stadion Niederrhein schied verbandsintern aufgrund der schwachen Infrastruktur früh aus.

Nur 1652 Fans beim Westfalenpokal-Finale Verl gegen Lotte

Essen, ein Hexenkessel: Bei den zwei weiteren Verbandspokal-Endspielen in Nordrhein-Westfalen schauten dagegen deutlich weniger Zuschauer zu. Beim Mittelrhein-Pokalfinale im Bonner Sportpark zwischen dem Fünftligisten Bonner SC und dem Regionalliga-Spitzenklub Viktoria Köln zählten die Veranstalter 6193 Fans. Am Ende gab es einen ungefährdeten 4:1-Sieg der Domstädter. Angesichts eines Kölner Schnitts von gut 1000 Zuschauern in der vierten Liga eine Zahl, die für zufriedene Gesichter sorgte.

Weniger Resonanz erhielt das Westfalenpokal-Finale zwischen den Regioanlligisten SC Verl und Sportfreunde Lotte. Gerade einmal 1652 Zuschauer schauten hier das 4:3 für Lotte nach Elfmeterschießen. Alle drei Spiele übertrug der WDR als Konferenzschalte live. 140.000 Zuschauer verfolgten im Schnitt den Pokal-Dreierpack, das entspricht einem TV-Marktanteil von 6 Prozent.

WDR-Sportchef Steffen Simon kommentierte das Spiel in Essen. Anders als bei der Regionalliga-Berichterstattung des Münchner Senders "Sport1" verzichtetet der WDR auf deplatzierte Zwischendurch-Interviews während der Spiele.

RWE-Fan stürzt vor der Westtribüne von Stadionzaun

Nach 120 Minuten plus Elfmeterschießen im Stadion Essen begaben sich die RWE-Spieler in einem Einkaufswagen feiernd auf die Hafenstraße. Zuvor rückte der Fußball nach dem Sturz eines RWE-Fans vom Stadionzaun vor der Westtribüne jedoch in den Hintergrund. Sanitäter reanimierten den lebensgefährlich verletzten Mann noch im Stadion. Die befürchteten Ausschreitungen zwischen den rivalisierenden Fanlagern blieben indes aus.

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