Robert Enke ging in seiner Karriere schwere Wege
10.11.2009 | 23:08 Uhr 2009-11-10T23:08:00+0100
Essen. Erst spät wurde er Nationaltorwart. Als Talent war er in Mönchengladbach gestartet, doch in Spanien und in der Türkei wurde er nicht glücklich. Erst in Hannover stabilisierte er sich sportlich wieder.
Robert Enke, der sich am Dienstagabend das Leben nahm, war ein außergewöhnlicher Sportler. Nicht nur, weil er sein Handwerk verstand und zum Nationaltorhüter aufstieg. Sondern auch, weil er schwere Wege ging und sich aus einem Tal zurück nach oben kämpfte.
Als Top-Talent debütierte der aus Jena gekommene Torwart 1998 in der Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach. Von 1999 bis 2002 spielte er bei Benfica Lissabon, dort stieg er als Kapitän zum Star auf, bevor ihn der FC Barcelona verpflichtete. Doch bei Barca spielte der Torhüter keine Rolle. Er wurde zu Fenerbahce Istanbul abgeschoben – nach nur einem Spiel flüchtete Robert Enke aus der Türkei.
In Hannover erstklassig
Am Tiefpunkt seiner Karriere versuchte er einen Neuanfang bei CD Teneriffa in der zweiten spanischen Liga. 2004 holte ihn Hannover 96 zurück nach Deutschland, Robert Enke war dem Verein sehr dankbar für dieses Vertrauen. Er bestätigte es sportlich: In Hannover spielte er kontinuierlich auf höchstem Niveau, 2007 wurde er erstmals in die Nationalelf berufen. Bundestrainer Joachim Löw hatte Robert Enke bereits für das entscheidende WM-Qualifikationsspiel in Russland im Oktober als Nummer eins auserkoren, bevor ihn eine rätselhafte Erkrankung stoppte.
11:29
Wenn man Depressionen hat, ist man schlichtweg nicht mehr Lage, die eigene Situation rational zu bewerten und Lösungen zu erkennen. Homosexuelle Menschen entscheiden sich nicht dafür, homosexuell zu sein. Sie sind es einfach. Und Menschen, die an schweren Depressionen leiden, entscheiden sich auch nicht dafür, morgens nicht mehr aufstehen zu wollen oder gar sterben zu wollen. Im Endstadium der Erkrankung können sind sie schlichtweg nicht mehr Herr ihr Gedanken und kaum in der Lage, rational zu denken.
08:08
Ich fühlte schon damals stark mit ihm und seiner Frau mit, als sie ihr Kind verloren haben. Solch ein Leid ist niemandem zu wünschen und es ist verständlich, dass viele Menschen so etwas nicht verkraften können.
Dennoch muss man seinen Selbstmord von zweierlei Seiten betrachten.
Einerseits wird er seine Gründe, welche ihn zu einer solchen Verzweiflungstat getrieben haben, gehabt haben.
Die andere Seite ist jedoch die, dass er dadurch seine Frau, die das gleiche durchgemacht hat, und seine Tochter im Stich lässt.
Deshalb gilt mein Beileid und mein Mitgefühl vor allen Dingen der Familie von Enke und ich hoffe, dass sie die Kraft findet diesen Schmerz zu überstehen.
Ich verstehe nicht wie Enke seiner Familie dies antun konnte.
Ich finde es feige die Frau jetzt mit einem riesigen Scherbenhaufen alleine zu lassen. Mir ging es auch oft dreckig, aber in solchen Situationen muss Mann auch für seine Mitmenschen Stark bleiben. Und ein soviel schlechteres Leben wie andere kann man als Bundesliga und Nationaltorwart nicht führen. Andere Menschen haben da viel mehr durchgestanden. Ich wünsche seiner Frau alle Kraft der Welt!
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Ich kann nur sagen: Respekt, Herr Wille. Eine überragende journalistische Leistung.