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Rehhagel nennt Bremer auf ewig seine Freunde

02.03.2012 | 14:35 Uhr
Es war einmal: Werder-Trainer Otto Rehhagel und Werder-Profi Thomas Schaaf im Jahr 1981. Foto: imago

Berlin.   Der Trainer-Altmeister trifft mit Hertha BSC Berlin auf seinen ehemaligen Klub Werder Bremen und dessen Trainer Thomas Schaaf, der 14 Jahre lang sein Spieler war.

Die erste Begegnung führt ins Frühjahr 1976: Otto Rehhagel kam nach Bremen, um als Feuerwehrmann den darbenden SV Werder vor dem Abstieg zu retten, Thomas Schaaf fegte damals als größtes Talent in der B-Jugend die Außenbahn entlang. Heute begegnen sich die beiden anlässlich des Bundesligaspiels Hertha BSC versus Werder Bremen.

Rehhagel, 73, hat 14 Jahre (April 1981 bis Juni 1995) und zwei Monate in Bremen gearbeitet, wo Schaaf, 50, mittlerweile zwölf Jahre und zehn Monate (seit Mai 1999) tätig ist und zuvor die gesamte König-Otto-Dynastie als Profi miterlebt hat. „Ich freue mich, wenn wir uns sehen“, sagt Schaaf. Die Vorfreude beruht auf Gegenseitigkeit. „Das sind für immer meine Freunde“, gesteht Rehhagel.

Der gebürtige Essener hat einen akut gefährdeten Verein übernommen, den nicht annähernd jene Weitsicht und Ruhe auszeichnet, die auch in Krisensituationen das Handeln an der Weser bestimmen. Eine Heimpleite könnte an der Spree die Begeisterung um das erstaunlichste Trainer-Comeback der Bundesliga-Geschichte in Ernüchterung umschlagen lassen, weshalb sich der Altmeister von allen Sentimentalitäten „freimachen“ will. „Wichtig ist, was unsere Jungs machen: Wenn wir unkontrollierte Sachen machen, dann geht’s nicht.“

Da klingt das Credo der oft zitierten „kontrollierten Offensive“ durch, was einmal mehr zeigt, dass sich zwei Fußballlehrer begegnen, die zeit ihres Wirkens konträre Philosophien verfolgt haben. Während Rehhagel gerne auf eine starke Abwehr baute (bester Beleg der mit einem Ausputzer alter Schule gewonnene EM-Titel 2004 mit Griechenland), steht Schaaf als Synonym für einen Angriffsstil, der das Risiko von Gegentoren billigt.

10 000 Bremer in Berlin

Als vor Jahren die meisten Bundesligisten auf ein defensiveres System mit nur einer Spitze umstellten, mäkelte er: „Es kann nicht sein, dass ein Stürmer auf der linken Verteidigerposition spielen muss. Bis er wieder vorne ist, ist es dunkel und das Flutlicht aus.“ Rehhagel hat just für seine Hertha erläutert: „Wenn wir mit einem dreifachen Doppel-Stopper die Klasse halten könnten, dann würde ich das machen.“

Werders Cheftrainer hat sich über die Jahre genauso regelmäßig stets mit Rehhagel freundschaftlich ausgetauscht wie Vorstandschef Klaus Al-lofs – der Respekt, den die Bremer Baumeister vor ihrem ehemaligen Ziehvater hegen, ist gewaltig. „Ich nehme jeden gut gemeinten Rat an. Aber ich werde mich hüten, Otto Rehhagel Ratschläge zu geben“, erklärt Schaaf.

Nie hat Schaaf sich indes als Kopie vom Original betrachtet: „Wenn man 14 Jahre zusammengearbeitet hat, dann betrachtet man, wie einer die Dinge löst, aber ich habe immer geschaut, was bringt mich weiter und was ist sinnvoll.“ Dass er noch einmal Rehhagel im direkten Duell begegnen würde, „damit konnte man nicht rechnen“. Erstaunlich: Der Hype um diese Partie erscheint in der Hansestadt größer als in der Hauptstadt. Von den 50 000 verkauften Karten sollen mehr als 10 000 an Bremer Anhänger gegangen sein.

Otto Rehhagel wird 75

Frank Hellmann



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