1:0 in Oberhausen: Traum-Einstand für Farat Toku

Voller Körpereinsatz: 09-Innenverteidiger Adrian Schneider (re.), hier gegen Gökhan Gümüssu.
Voller Körpereinsatz: 09-Innenverteidiger Adrian Schneider (re.), hier gegen Gökhan Gümüssu.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Der neue Trainer der SG Wattenscheid 09 führt sich mit einem Auswärtssieg bei RWO ein. Eren Taskin erzielt das entscheidende Tor vom Elfmeterpunkt.

Oberhausen.. Die Wattenscheider Fans konnten ihr Glück kaum fassen. „Auswärtssieg, Auswärtssieg“, riefen sie, nachdem sie sich bereits die erste Riesenportion Jubel vom Leibe geschrien hatten. Der Grund: Eren Taskin hatte im Stadion Niederrhein nach 70 Minuten das – letztlich entscheidende – Tor des Abends erzielt. Nach Foul von Robert Fleßers an 09-Stürmer Güngör Kaya im Strafraum verwandelte Taskin den berechtigten Elfmeter. Der Sieg war am Ende dank der disziplinierten Leistung der Wattenscheider sogar verdient.

Und bei all’ dem Optimismus, den der neue 09-Trainer Farat Toku vor seinem Pflichtspieldebüt demonstrativ verbreitet hatte: Schöner hätte sich wohl auch der ehemalige 09-Kapitän seinen Start nicht malen können.

Denn dank dieses riesigen Überraschungserfolges beim besten Team des vergangenen Kalenderjahres und aktuellen Tabellenfünften hüpft die Sportgemeinschaft nun auf einen Nicht-Abstiegsplatz.

Die Wattenscheider waren von Beginn an forsch aufgetreten, versteckten sich nicht, suchten gleich den Weg nach vorne. Fleßers bugsierte eine Wattenscheider Hereingabe nach nur einer Minute beinahe per Kopf ins eigene Tor, kurz darauf ließ Taskin einen allerdings viel zu hoch angesetzten Schuss folgen (2.). Nach intensiven, zweikampfbetonten ersten zehn Minuten gewann Oberhausen allerdings mehr Spielanteile und bei drei Großchancen blieben dem Wattenscheider Anhang kurzzeitig die Schlachtrufe im Halse stecken.

Bauder trifft die Latte

Erst kratzte Tim Boss einen Freistoß von Benjamin Weigelt so gerade aus dem kurzen Eck (6.), bei Patrick Bauders abgefälschtem Distanzkracher war die Latte im Weg (18.), fünf Minuten später war wieder Boss mit einem Klasse-Reflex gegen David Jansen zur Stelle (22.).

Danach allerdings verflachte die Partie: Wattenscheid überzeugte durch eine kompakte Grundordnung, in der Offensive fehlten aber Passsicherheit und der letzte Punch. Farat Toku hatte in seiner Startelf gänzlich auf Neuzugänge verzichtet, Lucas Oppermann (rechts) und Ridvan Avci (links) stürmten auf den Flügeln, Eren Taskin und Güngör Kaya im Zentrum. Der Mangel an Zielstrebigkeit betraf aber auch Oberhausen, und Wattenscheid hatte sich das Remis zur Pause so durchaus verdient.

Tatsächlich passierte – rein torchancentechnisch – in der zweiten Halbzeit nicht mehr viel, wenngleich die Partie dadurch nicht an Intensität und Tempo verlor. Beide Teams suchten immer wieder mal mehr, mal weniger unbeholfen den Weg nach vorne. Am Ende sollte den Wattenscheidern, die sich den Erfolg auch mit einem Höchstmaß an Einsatz gesichert hatte, das aber recht sein.

  • Rot-Weiß Oberhausen - SG Wattenscheid 09 0:1 (0:0)
  • SG 09: Boss - Tobor, Clever, Schneider, Stahmer - Oppermann (72. Kacinoglu), Mohammad (61. Mbona), Grummel, Avci -Taskin (90. Saka), Kaya
  • Tore: 0:1 Taskin (71., FE)
  • Zuschauer: 2 577