Kommentar

Recht und Gerechtigkeit im Fall "Onukogu"

Verhandlung Bezirksspruchkammer
Verhandlung Bezirksspruchkammer
Foto: Kerstin Bögeholz/WAZ FotoPool

Essen.. Wir erleben leider viel zu oft ein widerwärtiges Klima, das sich im Amateurfußball ungehindert Bahn brechen kann. Längst nicht überall, aber eben doch immer wieder kommt es zu Rassismus, Beleidigungen, körperlicher Gewalt. Spieler gegen Schiedsrichter, Spieler gegen Spieler, Zuschauer gegen Spieler oder Schiedsrichter, Zuschauer untereinander: Oft, zu oft, richtet sich das gegen Mitbürger ausländischer Herkunft. Und umgekehrt gilt auch, was ungern ausgesprochen wird, weil es politisch inkorrekt klingt: Spieler oder Zuschauer mit Migrationshintergrund sind nicht nur Opfer, sondern auch Täter.

Vor Gericht gilt, was sich beweisen lässt

Was heißt das für den Fall von Ikenna Onukogu? Dass seine Variante der Ereignisse nur zu leicht vorstellbar ist und stimmen kann.

Rassismus Vor Gericht aber geht es nicht darum, was gewesen sein könnte, sondern um das, was sich beweisen lässt. Zu beweisen war der Flaschenwurf Onukogus. Nicht zu beweisen waren Beleidigungen und Schmähungen durch Bottroper Zuschauer. Das Urteil, Onukogu wieder zu sperren, wird sein Gerechtigkeitsempfinden und das vieler Menschen verletzen. Aber wenn Onukogu Unrecht widerfahren ist, dann auf dem Platz in Bottrop. Nicht im Gerichtssaal.