Plädoyer für Dialog mit Fußballfans klingt vernünftig
14.11.2011 | 19:09 Uhr 2011-11-14T19:09:31+0100
Essen. Der Berliner Fußball-Sicherheitsgipfel ist zu keiner dramatischen Einschätzung gekommen. Der Verzicht auf Schnellschüsse und das Plädoyer für Prävention klingen nicht aufregend, aber vernünftig. Ein Kommentar.
Die Randale gewalttätiger Dresdner Fans in Dortmund, die Pyrotechnik in den Stadien und die Bedrohung des Magdeburger Spielers Daniel Bauer durch Vermummte – drei Themen, die wenig miteinander zu tun haben. Die aber in der hitzigen Debatte der letzten Wochen zu einer Frage zusammen gemengt worden sind: Ist ein Stadionbesuch noch sicher?
Wenn in dieser Gemengelage ein Sicherheitsgipfel zur Gewalt im Fußball tagt, ist das nicht ohne Fallstricke. Auch diese Runde steht unter dem Eindruck der jüngsten Krawall-Höhepunkte, die hässlich waren, öffentlich aber mitunter behandelt worden sind, als versinke der Fußball flächendeckend in Aufruhr und Chaos.
Zur Verharmlosung besteht bestimmt kein Anlass. Auch Fanvertreter und Gewaltforscher sind sich einig, dass eine gefährliche Entwicklung sich weiter verbreiten könnte: ein – immer noch sehr kleiner – Teil der Ultra-Bewegung versteht Gewalt inzwischen als legitime Form der Fan-Kultur. Und doch: Die Zahlen geben einen flächendeckenden Anstieg von Gewalt im Fußball nicht her. Statistisch geht’s auf dem Oktoberfest gefährlicher zu als im Stadion.
Das mag plakativ klingen. Aber auch der Berliner Sicherheitsgipfel ist zu keiner dramatischeren Einschätzung gekommen. Natürlich gibt es Möglichkeiten, Gewalt mit harten Bandagen zu bekämpfen: In Italien versucht man es mit dem gläsernen Fan, der nur noch mit dem Chip ins Stadion kommt. In England sind die Stehplätze abgeschafft worden, in der Schweiz setzt man auf drastische Strafen. Geholfen hat das alles kaum.
So gesehen ist das Signal aus Berlin bemerkenswert: Der Verzicht auf Schnellschüsse und das Plädoyer für Prävention und Dialog klingen nicht aufregend. Aber vernünftig.
15:18
1. Die sogenannten Fanprojekte gibt es bei eineigen Vereinen doch schon recht lange, mit unterschiedlichem Erfolg. Natürlich soll man auch mit den Leuten Reden. Aber da wo Reden nichts mehr bringt, muss es auch mal klare Sanktionen geben. Denn wirkliche Strafen (z.B. lebenslanges Stadionverbot) hat es ja bisher kaum oder garnicht gegeben.
2. Ob die Menge der Straftaten zugenommen hat, weiß ich nicht, aber die Übergriffe sind brutaler geworden und die Hemmschwelle sinkt immer weiter.
3. Die Zuständigkeit der Polizei kann ich hier nicht sehen. Hier geht es um eine Veranstaltung eines Vereins. Wenn ich als kleiner Verein eine Veranstaltung anmelde, muss ich einen Sicherheitsdienst beauftragen. Das wird mir von der Behörde, die diese Veranstaltung genehmigt, so auferlegt. Zuständigkeit würde ich nur bei der Verkehrsleitung sehen, aber nicht zur Aufrechterhaltung der Sicherheit. Oder die Polizeieinsätze müssen bezahlt werden
4. Natürlich sollen die Vereine das selber bezahlen. Große Vereine können Spieler für Millionenbeträge einkaufen. Dazu kommen Werbeverträge und Sponsering. Das Ganze ist ein Millionengeschäft. Warum muss ich als Steuerzahler für die Sicherheit bezahlen?
5. Es stimmt, unsere Regierung ist unfähig und das aus vielerlei Gründen
08:13
1. Dialoge gibt es überhaupt noch nicht lange. zudem wurden diese meist ohne Fans geführt, wodurch der Begriff Dialog irreführend ist. Und wie kommen Sie zu dem Schluss, dass Dialoge nichts bringen? Strafen wurden in den letzten jahren imemr weiter ausgebaut, es kam zu imemr mehr Sanktionen. Geändert hat sich nichts, vielleicht sollte man auch mal alternative Methoden einfach mal eine Chance geben?
2. Die Gewalt im Rahmen von Fußballspielen hat in den letzten 10 Jahren nicht zugenommen. Die Statistiken bewegen sich seit 1999 auf etwa gleich bleibenden Niveau.
3. Ja die Polizei ist dafür verantwortlich, sich um die Sicherheit von Bürgern zu kümmern. Dies ist nunmal ihr Job. Hier von "ausbaden" zu sprechen, halte ich für unsinnnig. Natürliche setzen Polizisten ihre Gesundheit aufs Spiel, jedoch sind Polizisten zumindest bei Fußballspielen gut ausgerüstet
4.Ja Polizeieinsätze gehen zu Lasten des Steuerzahlers. Sollen die Vereine diese selbst tragen, ja? Das wäre zum einen nicht verfassungskonform und zum andern zahlen die Vereine um ein vielfaches mehr Steuern ein, als sie kosten.
5. Wir haben eine unfähige Regierung, dem kann ich nicht widersprechen, allerdings aus anderen Gründen.
06:40
Sanktionen sind in diesem Land das Schlimmste was es gibt. Diese sogenannte Prävention, soll ja wohl ein Witz sein. Die Fußballhooligans, die auf Randale aus sind, haben sich und werden sich nicht von Gesprächen und hätschel tätschel beeindrucken lassen. Dialoge gibt es schon lange. Haben sie etwas gebracht? Nein! Im Gegenteil, die Gewalt nimmt immer mehr zu. Ausbaden muss es die Polizei, die auf Kosten des Steuerzahlers teure Einsätze fahren muss und dabei die eigene Gesundheit oder gar ihr Leben riskieren. Für mich ein weiterer Beweis für die absolute Unfähigkeit unserer Regierung.