Von Boris bis Wißel - bisher vier Trainerwechsel in der NRW-Liga
07.01.2010 | 17:37 Uhr 2010-01-07T17:37:00+0100
Essen.Während der Hinrunde gab es nur einen Trainerwechsel in der NRW-Liga - bei den Sportfreunden Siegen. Doch in der Winterpause ging’s rund. Gleich drei Mannschaften gehen mit einem neuen Coach ins Jahr 2010.
Nach nur drei Monaten wechselten die Sportfreunde Siegen in der NRW-Liga den Trainer - als erster Verein. Die anderen 18 Klubs hatten mehr Geduld. Erst in der Winterpause gab es die nächsten Änderungen - bei Germania Windeck, Wattenscheid 09 und dem VfB Speldorf.
Sportfreunde Siegen: Rob Delahaije für Jörg Jung (29. Oktober)
Die Sportfreunde starteten mit einem neuen Trainer und großen Zielen in die Saison. Jörg Jung sollte den ehemaligen Zweitligisten zurück in die Regionalliga führen. Alle Konkurrenten bezeichneten den Zuschauermagneten der NRW-Liga als „Aufstiegsfavorit Nummer eins“. Vier Siege nach sechs Spielen - zu Saisonbeginn lief’s auch gut. Doch dann spielten die Sportfreunde immer schlechter, kamen zwischen dem 7. und 13. Spieltag nur noch auf zwei Siege, verloren von den ersten sechs Heimspielen drei, stürzten ins Mittelfeld. Jung musste seinen Stuhl räumen. Unter Nachfolger Rob Delahaije läuft es aber nicht besser. Im Gegenteil. Die Sportfreunde stehen auf Rang 15 - am Saisonende womöglich ein Abstiegsplatz. Von fünf Spielen unter Delahaijes Regie verlor Siegen vier.
Germania Windeck: Heiko Scholz für Michael Boris (14. Dezember)
Als zweiter Verein gab ausgerechnet der Wintermeister Germania Windeck einen Trainerwechsel bekannt. Michael Boris wurde aber nicht gefeuert. Er trainiert nun die zweite Mannschaft des FC Schalke 04, die in der Regionalliga West spielt. Womöglich trifft Boris in der kommenden Saison auf seinen ehemaligen Verein. Den Aufstieg soll Ex-Profi Heiko Scholz schaffen, zuletzt „ewiger Co-Trainer“ beim MSV Duisburg. Von Januar 2003 bis Juni 2009 assistierte Scholz an der Wedau Norbert Meier, Jürgen Kohler, Rudi Bommer und Peter Neururer. Außerdem war er zweimal Interimstrainer bei den Zebras.
Wattenscheid 09: Christoph Jacob für Stefan Blank (19. Dezember)
Nein, für die SG Wattenscheid 09 sieht es nicht gut aus. Vorletzter Platz, kaum noch Geld, wenig Perspektive - und dann trat Trainer Stefan Blank unmittelbar nach dem letzten Spiel vor der Winterpause (0:4 gegen Arminia Bielefeld II) zurück. Einen Bruch zwischen Mannschaft und Trainer habe es nicht gegeben. „Darüber kann ich nur lachen. Das Verhältnis zwischen dem Team und mir war eines der wenigen Dinge, die hier noch funktioniert haben”, sagte Blank. Bis zum Saisonende ist der Vorsitzende Christoph Jacob (32) Interimstrainer - eine interne Lösung. Den erforderlichen Trainerschein liefert Torwarttrainer Werner Scholz. Externe Kandidaten wie Olaf Thon, Oliver Reck, Holger Wortmann und Christian Schreier, mit denen Jacob „gute Gespräche” geführt haben will, kamen dann doch nicht in Frage.
VfB Speldorf: Peter Kunkel für Dirk Wißel (27. Dezember)
Kaum ein Trainer in der Vereinsgeschichte des VfB Speldorf war so erfolgreich wie Dirk Wißel. In der Saison 2008/2009 schaffte Wißel mit dem VfB den Aufstieg in die Niederrheinliga. Von 42 Pflichtspielen verloren die Mülheimer nur eins. Sie gewannen im Mai 2008 durch einen nie erwarteten 3:2-Triumph im Georg-Melches-Stadion bei Rot-Weiß Essen den Niederrheinpokal. In der aktuellen Saison überwintern die „Grün-Weißen“ auf einem Nichtabstiegsplatz (13.). Doch trotzdem musste Wißel nach nur anderthalb Jahren gehen - aus „beruflichen Gründen“, wie Wißel und der Verein mitteilten. „Ursprünglich wollte ich am Ende dieser Saison aufhören. In der Rangfolge gehen Familie und Beruf vor. Dann kommt erst der Sport”, sagte Wißel, der vor einem halben Jahr einen neuen Job in einer Oberhausener Gebäudemanagement-Firma antrat und deshalb nicht mehr genug Zeit für die Trainingseinheiten hat. Doch allein berufliche Gründe waren’s nicht. „Zu 90 bis 95 Prozent. Ansonsten halte ich mich bedeckt”, sagte Wißel. Nachfolger Peter Kunkel (vorher SSVg Velbert) wird’s schwer haben.
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