TSG: Die verlorene Ordnung
06.11.2009 | 15:52 Uhr 2009-11-06T15:52:00+0100Sie gleichen sich schon sehr, diese beiden Spiele, die die TSG Sprockhövel zuletzt in den Sand setzte. Gegen Herne und Velbert gab es nach 1:0-Führungen am Ende jeweils 1:3-Niederlagen. So etwas soll am Sonntag (14.30 Uhr) im Heimspiel gegen den 1. FC Kleve nicht noch einmal passieren.
Auch mit ein paar Tagen Distanz zum Geschehen im Stadion Sonnenblume ärgert sich Sprockhövels Trainer Lothar Huber noch über die sicher vermeidbare Niederlage. „Wenn man zweimal ein 1:0 aus der Hand gibt, dann macht man sich darüber schon Gedanken”, sagt Huber, der die Ursache für die Niederlagen in erster Linie in der mangelnden Routine seiner Mannschaft sieht. „Wir hatten diesmal mit Tim Paulsen und Marco Aurich ein sehr unerfahrenes Innenverteidiger-Pärchen”, sagt Lothar Huber, der Sprockhövels Innenverteidiger Nummer eins, also Raoul Meister, zuletzt ins Mittelfeld beordert hatte. „Rückblickend war das wohl ein Fehler”, räumt der Trainer ein. „Aber es ist ja nicht so, dass ich mir dabei nichts gedacht hätte. Ich habe mir von Raoul zusätzliche Impulse und mehr Ordnung im Mittelfeld erwartet. Aber eigentlich hat das Spiel nur die Erkenntnis gebracht, dass wir Raoul dringend in der Viererkette brauchen.”
Raoul Meister wird also wieder nach hinten rücken. Nicht nur wegen seiner außergewöhnlichen Klasse, sondern auch deshalb, weil er ein Spieler ist, der auf dem Platz schon einmal den Mund aufmacht. Das ist in Sprockhövel ja eher selten der Fall. „Das war zuletzt ja auch das Problem in unserer Viererkette”, sagt Lothar Huber. „Da gab es mit Phillipp Schulz, Tim Paulsen, Marco Aurich und Lukas Winczura vier Spieler, die sehr ruhig sind. Man muss auf dem Platz aber auch kommunizieren, man muss miteinander reden.”
Doch die mangelnde Gesprächsbereitschaft auf dem Platz war zuletzt nicht das einzige Problem der Sprockhöveler. Auffällig war auch, dass die Spiele gegen Herne und Velbert innerhalb kürzester Zeit komplett kippten. Nach dem ersten Gegentor verlor die TSG Sprockhövel jeweils völlig die Ordnung. Zur Erinnerung: Gegen Herne fielen die ersten beiden Gegentore in der 47. und 64. Minute, im Spiel gegen Velbert schlug es in der 54., 59. und 63. Minute ein. „Das geht viel zu schnell”, sagt Lothar Huber. „So etwas darf nicht passieren.”
Im Jahr 2000 fusionierten SC Kleve und VfB Lohengrin zum 1. FC Kleve. Gemeinsam klappte dann mit dem Regionalliga-Aufstieg 2008 der größte Vereinserfolg.
Der Trainer der Aufstiegsmannschaft war der bekannte Ex-Profi Arie van Lent. Allerdings folgte der prompte Abstieg, und van Lent wurde entlassen. Der heutige Trainer des 1. FC Kleve ist übrigens auch kein Unbekannter: Georg Kreß trainierte schon den Wuppertaler SV und die Wattenscheid 09.
Aber auch das liege wohl an der Jugend seiner Mannschaft, sagt der Trainer, der das aber nicht als Entschuldigung durchgehen lassen will. „Die Velberter haben zuletzt den Massimo Mondello eingewechselt. Der Junge ist 17 Jahre alt und hat mit seinem Tor zum 2:1 das Spiel entschieden”, sagt Huber, der von seiner Mannschaft nun eine schnelle Steigerung verlangt. „Natürlich könnte man auch sagen: In zwei Jahren sind wird nicht mehr ganz so unerfahren, in zwei Jahren machen wir diese Fehler nicht mehr. Doch wenn wir jetzt so weitermachen, dann spielen wir in zwei Jahren nicht mehr in dieser Liga.”
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