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Fußball: NRW-Liga

TSG auf Fehlersuche

27.11.2009 | 15:39 Uhr

Eines macht Lothar Huber sofort klar: „Aufgegeben wird nicht”, sagt der Trainer des Fußball-NRW-Ligisten TSG Sprockhövel vor dem Heimspiel gegen den ETB Schwarz-Weiß Essen.

Lukas Winczura hat sich inzwischen einen Stammplatz erkämpft. Auch deshalb, weil er auf mehreren Positionen spielen kann

Seit neun Spielen ist die TSG Sprockhövel ohne Sieg, die letzten sieben Spiele wurden gar verloren. Und so ist aus dem Platz im behaglichen Mittelfeld inzwischen der ungemütliche letzte Tabellenplatz geworden. „Natürlich ist das nicht schön”, sagt Lothar Huber, der die Konkurrenz aber dennoch in Reichweite sieht. „Der Abstand auf einen sicheren Platz beträgt zehn Punkte”, sagt er. „Das ist alles noch aufzuholen. Und meine Mannschaft lässt sich ja nun wirklich nicht hängen. Zuletzt in Duisburg hat sie ganz hervorragend gespielt.”

Das ist den Sprockhövelern schon in vielen Spielen gelungen, allerdings brachten sie es häufig nicht fertig, über die gesamten 90 Minuten eine konzentrierte Leistung abzuliefen. Und diese Tatsache hat Huber auch als Ursache für die Niederlagenserie ausgemacht. „Es sind immer wieder die individuellen Fehler, die uns zurückwerfen”, sagt er. „Diese Fehler bringen uns um die Punkte.” Seine Mannschaft spiele auch keineswegs schlechter als in der Vorsaison, die ja bekanntlich mit der Meisterschaft in der Westfalenliga und dem Aufstieg in die NRW-Liga endete, sagt Huber. Der Unterschied sei nur, dass man sich in der NRW-Liga nicht so viele Fehler erlauben dürfe. „In der Westfalenliga führte das nicht gleich zu Gegentoren. Außerdem konnte man solche Fehler leichter korrigieren”, so der Trainer. „In der NRW-Liga bekommt man halt nicht mehr so viele Chancen. Und die wenigen, die man noch bekommt, muss man halt nutzen. Das tun wird zurzeit aber nicht.”

In das Spiel gegen den ETB wird die TSG mit dem Kader gehen, der zuletzt in Duisburg mit 0:1 verlor. Mittelfristig könnte aber Ferhat Uelker wieder zu einer Option werden. Der 21-Jährige, der vor der Saison vom Wuppertaler SV Borussia kam, hat es bisher nur zu zwei Kurzeinsätzen gebracht – gegen Hüls und gegen Velbert. Wegen Problemen in der Muskulatur musste er jeweils vorzeitig passen.

„Ich denke, dass die Ursachen für die Verletzungsanfälligkeit jetzt gefunden wurden”, sagt Lothar Huber. „Das kommt vom Rücken her. Inzwischen ist Ferhat wieder im Training, aber ein Einsatz gegen Essen kommt sicher nicht in Frage.

Den ETB Schwarz-Weiß Essen rechnet Huber zu den Spitzenmannschaften in der NRW-Liga. In Spielen mit Beteiligung der Schwarz-Weißen fallen allerdings nur wenig Tore. Die Essener stehen nach 16 Spieltagen bei einem Torverhältnis von 17:15. „Wenn die also erst einmal ein Tor geschossen haben, dann wird's richtig schwierig”, sagt Lothar Huber.

1959 Pokalsieger

Albert Bollmann war 1914 der erste Nationalspieler des ETBs. Bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg tummelte sich Schwarz-Weiß in den höheren Ligen, der Sprung nach ganz oben gelang jedoch nicht. Das klappte dann nach der Einführung der Oberliga West. Auch wenn die Liga-Zugehörigkeit von einem Abstieg unterbrochen wurde, spielte Essen die meiste Zeit über in dieser höchsten Klasse und gewann 1959 sogar den DFB-Pokal. Eine Lizenz für die neue Fußball-Bundesliga gab es dann 1963 aber trotzdem nicht. Mehrmals scheiterte ETB nur knapp am Aufstieg, und 1978 gab der Verein seine Lizenz für die Zweite Bundesliga freiwillig zurück. Präsident und Geldgeber Wolfgang Schmitz ließ sich scheiden und hatte infolge dessen keine finanziellen Mittel mehr für den Verein übrig. Bizarr mutet auch ein Vertrag mit dem Lokalrivalen Rot-Weiß Essen an, der dem ETB für fünf Jahre verbot, die Wiedereingliederung in den bezahlten Fußball zu betreiben. Gleichzeitig wechselten mehrere Kicker, unter ihnen auch Dietmar Klinger, heute Trainer der zweiten Mannschaft der Sportfreunde Niederwenigern, zu den Rot-Weißen. Wenn auch kein ETB-Spieler der jüngeren Zeit den Sprung nach ganz oben geschafft hat, so brachte die Jugendarbeit immerhin zwei spätere Nationalspieler hervor: Sowohl Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff als auch Torhüter Jens Lehmann schnürten zu Beginn ihrer Karriere ihre Schuhe für ETB. Im heutigen Kader stehen Kamil Bednarski, früher bei der TSG am Ball – und Sebastian Westerhoff, der aus Obersprockhövel stammt. Auch der heutige Hattinger Spielertrainer Marius Kundrotas, hat schon am Uhlenkrug gespielt. SeS

Heiner Wilms/Sebastian Schneider

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