Die Top 5 der Kuriositäten in der NRW-Liga
14.10.2009 | 18:16 Uhr 2009-10-14T18:16:00+0200
Essen. Vom Torjubel mit einem Bierwagen bis zu einer Roten Karte nach 60 Sekunden und einer unglaublichen Aufholjagd: Es gab schon einige kuriose Szenen in der NRW-Liga-Saison 2009/2010. Wir haben die "Top 5" ausgesucht.
Platz 5
15 Minuten. Was ist in 15 Minuten nicht alles zu erledigen? Eine Bratwurst im Stadion kaufen und verputzen, zwei Zigaretten rauchen, das Stadionheft lesen, und, und, und. 15 Minuten zu spät reichte der SV Schermbeck seine Lizenzunterlagen ein. Das hatte den Lizenzentzug des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes (WFLV) zur Folge. Schermbeck legte Protest ein. Das Landgericht Duisburg unterstützte Schermbeck, dagegen protestierte wieder der WFLV... Wie auch immer: Der SV darf nun als 19. Verein am Spielbetrieb teilnehmen. Und steht nach elf Spielen wo? Abgeschlagen auf Platz 19. Ist der Abstieg nur ein Jahr vertagt?
Platz 4
Tore sind so einige gefallen in dieser Saison. Dominik Jansen vom SC Wiedenbrück gelangen - beim 5:3 gegen Hüls am elften Spieltag - sogar vier in einem Spiel. Doch niemand jubelte so schön individuell wie Oktay Güney vom Aufsteiger VfB Speldorf. In der vergangenen Saison schoss "Oki" die Mülheimer fast im Alleingang in die NRW-Liga, doch zu Beginn der aktuellen Spielzeit klappte fast gar nichts. "Oki" traf nur einmal in acht Spielen, Speldorf verlor viermal in Folge und die Quittung kam von Trainer Dirk Wißel. An Spieltag neun setzte er seinen Torjäger auf die Bank. Schon nach 43 Minuten wechselte Wißel seinen Stürmer dann doch ein - und nach 65 zirkelte der Stürmer einen Freistoß zum 1:1 gegen Hüls ins Netz. Güney sprintete Richtung Bank, würdigte Wißel keines Blickes, setzte sich hin und blieb sitzen. Naja, aber nicht für den Rest des Spiels. Speldorf gewann noch 3:1 und Wißel witzelte: "Meinetwegen kann er auch einen Bierwagen hinter sich herziehen. Wenn er das entscheidende Tor macht, ist das okay."
Platz 3
Armer Dennis Hecht. 19 Jahre ist er erst alt - und taucht doch schon in einer solchen Bestenliste auf. Ursache? An Spieltag vier trat Hechts Klub - der ETB Schwarz-Weiß Essen - beim VfB Hüls an. Und lag zur Pause mit 0:2 zurück. Also dachte sich der Essener Trainer Dirk Helmig: "Wechsel ich doch mal den Hecht ein." Gesagt, getan. Dennis Hecht hinterließ einen starken Eindruck, bereitete einen Pfostenschuss vor. ETB kam in Minute 47 auf 1:2 heran. Doch dann gab's für das Talent erst Gelb und dann Gelb-Rot. Auch noch wegen einer Schwalbe, und in der 50. Minute. Fünf Minuten auf dem Platz! Essen verlor noch 1:3. Und Hecht wird bestimmt so einiges gelernt haben.
Platz 2
Platzverweis nach fünf Minuten, das ist nicht zu überbieten, sagen Sie? Ist es doch! In der NRW-Liga geht alles. Am dritten Spieltag traf Fortuna Köln im Südstadion auf den SC Wiedenbrück. Die Vorzeichen "damals": Fortuna, der Aufstiegsfavorit, Wiedenbrück, der Aufsteiger (wie sich die Zeiten ändern - siehe Tabelle...). Schon nach 60 Sekunden (!) flog Sascha Jagusch vom Platz. Notbremse! Die arme Fortuna beendete das Spiel nach einem weiteren Platzverweis zu neunt und verschoss noch einen Elfmeter. Endstand: 1:2. Fortunas Absturz begann - und Wiedenbrücks immer noch andauernder Höhenflug.
Platz 1
Doch kein Platzverweis war so herrlich schräg wie das Spiel Rot-Weiss Essen II gegen SSVg Velbert am 9. Spieltag. Die SSVg - im Bild oben: Trainer Marek Lesniak - spielte sich in der ersten Hälfte in einen unglaublichen Rausch, führte nach 36 Minuten mit 4:0. "Sehr stark" sah der SSVg-Vorsitzende Oliver Kuhn sein Team, um die zweite Hälfte mit nur einem Wort zusammenzufassen: "Unbegreiflich." Denn die Velberter brachten es fertig, den Vorsprung zu verspielen. Die Partie endete - wirklich - 4:4. Ob das zu toppen ist in dieser Saison?
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