Note 5,5 für DFB-Torwart Neuer und Verteidiger Badstuber

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Was wir bereits wissen
Was für ein Spektakel! Die deutsche Mannschaft verschenkte im WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden eine 4:0-Führung. Das Spiel endete 4:4 (3:0). In unserer Einzelkritik gibt’s für die Offensive um Miroslav Klose, Mesut Özil und Marco Reus gute Noten. Für die Abwehr nicht…

Berlin.. Noten von 2 bis 5,5: Diskutieren Sie mit uns die Leistung der deutschen Spieler beim 4:4 im WM-Qulaifikationsspiel gegen Schweden.

Die DFB-Spieler in der Einzelkritik

Manuel Neuer: Dass die Partie noch einmal spannend wurde, lag auch an der sonst so stabilen deutschen Nummer 1. Den Kullerball von Mikael Lustig hätte er niemals passieren lassen dürfen – doch schon stand es nur noch 4:2 (65.) – und das Drama nahm seinen Lauf. Note: 5,5

Jerome Boateng: In seiner Heimatstadt zählte er zur Anfangsformation, weil Marcel Schmelzer kurzfristig fehlte und Philipp Lahm daher links spielte. Er startete fulminant, weil er gleich nach zwei Minuten Thomas Müller bediente und der den Außenpfosten traf. Der Münchener drang oft bis zur Grundlinie vor, doch nur selten fanden seine Pässe oder Flanken einen Mitspieler. In der Defensive sehr lange nicht gefordert, doch drei Gegentore wurden über seine Seite eingeleitet (4:1/63., 4:3/76., 4:4/90.+3). Note: 5

Per Mertesacker: An diesem herrlichen Fußballabend ging zunächst so wenig schief in der deutschen Mannschaft, dass sogar Mertesacker ein Tor schießen durfte. In der 39. Minute traf er aus der Drehung zum 3:0 – es war erst sein zweiter Länderspieltreffer. Ein Spiel „zu Null“ gab’s zur Feier des Tages aber nicht. Ganz und gar nicht. Note: 4

Holger Badstuber: Vielleicht war ihm nach 63 Minuten Beschäftigungslosigkeit zu kalt!? Jedenfalls stand er bei den Toren zum 4:1 (Ibrahimovic, 63.) und 4:2 (Lustig, 65.) völlig falsch und wurde beim 4:3 (Elmander, 76.) getunnelt. Note: 5,5

Philipp Lahm: Der Kapitän rückte nach abgesessener Gelbsperre zurück in die Startelf. Doch er verteidigte nicht – wie erwartet – auf der rechten Seite, sondern ersetzte den verletzten Dortmunder Marcel Schmelzer links. Ordentliche Leistung mit zwei Glanzpunkten: Die tolle Kombination vor Kloses 2:0 (15.) leitete er ein. Beim Stand von 4:2 (70.) klärte er gegen den startenden Ibrahimovic klasse zur Ecke. Kurz vor Schluss handelte er sich aber eine unnötige Gelbe Karte ein (87.). Note: 4

Bastian Schweinsteiger: Der Chef. Zunächst. Er entschied immer richtig – 63 Minuten lang. Schweinsteiger bestimmte das Spieltempo, leitete die meisten Angriffe ein, auch wenn er selbst nicht zum Abschluss kam. Nach dem ersten Tor der Schweden (4:1/63.) entglitt ihm die Partie und auch er rannte hinterher. Als er das Spieltempo zu langsam machte, sah er wegen Zeitspiels Gelb (90.+1). Erste Hälfte „2“, zweite Hälfte „5“, macht: Note: 3,5

Toni Kroos: Dass er zur Startelf gehörte, lag nicht an seinen zwei Toren in Irland. Er profitierte von Sami Khediras Verletzung und gab den Antreiber im Mittelfeld-Zentrum – eine Stunde lang vorbildlich. Doch ihm gelang nicht alles, seine Fernschüsse fanden diesmal nicht ihr Ziel. Note: 4

Thomas Müller (bis 67.): Nach einem durchschnittlichen Auftritt bei der 6:1-Gala in Irland zeigte auch er sich einsatzfreudig und technisch stark. Zwei Scorerpunkte sammelte er auch, als er zunächst Per Mertesacker das 3:0 (39.) und dann Mesut Özil das 4:0 (56.) auflegte. Ein eigenes Tor blieb ihm aber verwehrt. In der 2. Minute traf er den Außenpfosten, in der 50. Minute scheiterte er freistehend an Schwedens Torwart Andreas Isaksson. Note: 2,5

Mesut Özil: Ein Fußballfest ohne Özil-Tor? So etwas gibt es nicht – und deshalb verwandelte Özil die Flanke von Thomas Müller mit einem humorlosen Linksschuss zum 4:0 (56.). Dass er keine Vorlage für seine persönliche Statistik sammelte, lag an Müllers Abschlussschwäche. Der vergab freistehend nach einer sensationellen Hacken-Vorlage Özils. Wie der Spielmacher von Real Madrid das Spiel las, immer wieder auf die Außenpositionen auswich oder sich in fallen ließ – sagenhaft. Aber auch er baute ab, als die Schweden aufdrehten. Note: 2

Marco Reus (bis 87.): Gönnt er sich eigentlich auch mal ein schlechtes Spiel? Nur vier Tage nach seinem überragenden Auftritt in Irland wirbelte er die nächste Abwehr durcheinander – diesmal die schwedische. Er bereitete Miroslav Kloses Tore (8./15.) mustergültig vor. Das zweite entstand nach einem doppelten Doppelpass. Weitere sehenswerte Kombinationen mit Özil führten nicht zum Erfolg. Da wollte jeder Fußballfan das Lied der Toten Hosen anstimmen: „An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit“. Als es noch einmal eng wurde, schaute er aber aus der Offensive nur staunend zu. Deshalb auch „nur“ Note: 2

Miroslav Klose: Es gab viele traumhaft schöne Fußballtage in der Karriere von Miroslav Klose – aber der Dienstag gehört sicherlich zu den „Top 10“, nicht nur, weil das Spiel so verrückt lief. Vor dem Anpfiff erhielt er den Fair-Play-Preis und Ovationen aller Fans. Und die Zuschauer hätten eigentlich gleich stehen bleiben können. Denn Klose traf jeweils nach Vorlagen von Marco Reus zum 1:0 (8.) und 2:0 (39.). Jetzt fehlt ihm noch ein Tor, um Gerd Müller in der DFB-Torschützenliste einzuholen. Note: 2

Mario Götze (ab 67.): ohne Note

Lukas Podolski (ab 87.): ohne Note