Kommentar

Nach dem WM-Sieg fehlt dem DFB-Team das Prickeln

Genervt? Zum Gähnen? Wirkliche Spannung verspricht der Rest des Länderspiel-Jahres für Bundestrainer Joachim Löw (l.) und die Weltmeister Sami Khedira (m.) und
Genervt? Zum Gähnen? Wirkliche Spannung verspricht der Rest des Länderspiel-Jahres für Bundestrainer Joachim Löw (l.) und die Weltmeister Sami Khedira (m.) und
Foto: dpa

2014 ist Deutschland Fußball-Weltmeister geworden. Aus sportlich-emotionaler Sicht geht es nicht besser. Im Schatten des Titels erscheint selbst ein Gigantentest gegen Spanien wenig spannend. Prickelnd wird es für das Deutsche Team erst wieder 2015. Ein Kommentar von Frank Lamers.

Es wird natürlich kein Nationalspieler zugeben: Aber selbst eine Gigantenbegegnung unter Testbedingungen wie die heutige mit Spanien kann am Ende eines Jahres, in dem die WM gewonnen wurde, nicht für ein besonderes Prickeln sorgen. Über die letzte Partie, immerhin eine EM-Qualifikationspartie, muss deshalb gar nicht erst geredet werden. Es handelte sich um absurdes Theater auf der großen Fußballbühne. Es ging gegen Gibraltar. Es stand zwar nicht die Höhe des Ergebnisses fest. Es stand aber fest, wer gewinnen würde.

Unschönes Erlebnis gegen Spanien bleibt möglich

Die wirklich nicht einfache Aufgabe für Joachim Löw ist es also, irgendwie die Spannung doch noch einmal hoch zu kriegen. Dass sich viele bedeutende Akteure aktuell dienstuntauglich gemeldet haben, kann dabei sogar hilfreich sein. Der Bundestrainer muss auf Kräfte aus der zweiten Reihe zurückgreifen, er muss ausprobieren, er muss denen Chancen einräumen, die bei einem Ausflug in voller Personalstärke die Bank oder die heimische Couch warm gehalten hätten.

Die Gefahr, dass das Ergebnis unschön ausfällt, ist auf diese Weise nicht ausgeschaltet. Ein unschönes Ergebnis bleibt tatsächlich möglich. Einziger Trost für Löw und seine Mannen: In den Jahresrückblicken wird es kaum Erwähnung finden.

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